Entwickler: Asylum Studios
Zuerst veröffentlicht: 1998
Erschienen auf: PSone, PC

Ian Livingstones Deathtrap Dungeon vereint alles, was an frühen 3D-Spielen schlecht und gemein war in einer großen, unerschließbaren Packung ungestalter Third-Person-Action. Wilde 3D-Hackerei, ohne Sinn für Raum oder Vorne und Hinten des Gegners, eine Sichtweite, die nur weniger zeigen könnte, wenn sie sich nach hinten richtete, und Texturen, die zucken wie ein Sechsjähriger nach vier Espresso Grande. Dabei klingt der Ansatz des von Eidos veröffentlichten Titels im Grunde fast nach einem frühen Dark Souls. Ein reizvoller Gedanke eigentlich, bis man sich das Spiel noch einmal ansieht und dabei im Hinterkopf behält, dass es zu seinem Erscheinen 1998 schon keine Augenweide mehr war. Ganz ehrlich: Es dreht einem fast den Magen um.

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Plattforming in 3D anno 1998: ein Traum - sofern man auch sonst von so angenehmen Dingen wie Wurzelbehandlungen und Darmspiegelungen träumt.

Natürlich insistierte das eigentlich in seiner Einfachheit doch interessante Konzept des wahlweise männlichen oder weiblichen Abenteurers, der/die sich durch eine Reihe ehrlicher, aber hundsgemeiner Dungeons prügelt, dem Spieler aus Perspektive einer prähistorischen Kamera knifflige Hüpfpassagen vorzusetzen. Ein großer Klassiker unter den Spät-Neunziger Design-Verbrechen, über den schon viele Flüche gen Himmel geschleudert wurden. Auch sah man bei den Asylum Studios nicht das Problem dabei, die schlecht einsehbaren und mit faustgroßen Texturpixeln gestraften Korridore mit ebenso tödlichen wie häufig zunächst unsichtbaren Fallen zu spicken. Ein großer Spaß für alle, die es nicht durchleben mussten.

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... wie ich bereits sagte ...

Das Ergebnis ist ein alles andere als einladendes, frustrierendes, unfaires und verdammt hässliches Spiel, das auf der Welle der Damals-Sensation Tomb Raider mitzureiten versuchte. Dabei brach es nicht nur sich selbst, sondern beinahe sich auch Spielern den Hals, als die krampfhaft versuchten, sich von dem Autounfall von einer Grafik-Engine abzuwenden. Wer hat uns damals eigentlich so glaubhaft versichert, 3D sei das nächste große Ding? Wer wirkte derartige Magie, dass wir glaubten, so etwas sähe gut aus?

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Von vorn noch mal starten? Dann geht es hier zurück zum Inhaltsverzeichnis.

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Einer von beiden seid ihr.

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