The Surge - Haste mal ein Körperteil?

Nach Lords of the Fallen macht sich Deck 13 an den nächsten Entwurf zum Thema Dark Souls aus Deutschland. 

Was passiert, wenn Roboter immer mehr die Arbeit von Menschen übernehmen, das haben die Entwickler von Deck 13 in eine so richtig deprimierende Zukunftsvision verpackt. Die Städte sind überbevölkert, ein einträglicher Job ein Glückstreffer und wenn man schon die Gelegenheit bekommt, etwas zu verdienen, landet man auch noch mitten in einem Albtraum. Davon kann Warren, der Held in The Surge, ein Liedchen singen. Das Paradebeispiel des „kleinen Mannes", der zwischen technologischem Fortschritt, versagenden Sozialsystemen und der Machtgier multinationaler Unternehmen unter die Räder gekommen ist.

Mehr von der Geschichte wollten mir die Entwickler der Frankfurter Softwareschmiede nicht verraten. Nur so viel: Man habe sich die Kritik an „Lords of the Fallen" sehr zu Herzen genommen und will nun eine spannende und unvorhersehbare Handlung liefern, die auch nicht mit Gesellschaftskritik spart. Ob die Geschichte packen kann, werden wir wohl erst 2017 erfahren. Aber die erste Präsentation der Spielszenen macht einen richtig guten Eindruck.

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Der einsame Held Warren verfügt über einen aufrüstbaren Exo-Suit.

Warren befindet sich in einem riesigen Komplex aus Lagerräumen, Laboren und Werkhallen. Anscheinend läuft sein Job bei einem der beherrschenden Großkonzerne nicht sonderlich gut. Auf den Böden und an den Wänden finden sich Blutspritzer und an jeder Ecke lungert eine Art Techno-Zombie, der dem armen Kerl zu einem zügigen Pixeltod verhelfen will. Aber Warren weiß sich zu helfen. Ausgerüstet mit einer Art futuristischer Kettensäge, prügelt und schnetzelt er sich durch die herumschlurfenden Kanonenfuttergegner. Da spritzen Körpersäfte und fliegen Körperteile durch die Gegend. Nach einer gelungenen Schlagkombination sorgt der Finisher in Zeitlupentempo und Großaufnahme für zusätzliche Bildschirmbrutalität. Zimperlich geht es wirklich nicht zu.

Allerdings bleibt es nicht lange bei den langsamen Gegnern. Warren bekommt es mit unangenehmen Varianten zu tun, die sich aus dem Hinterhalt auf ihn stürzen oder sich als schwer gepanzertes Ungetüm in den Weg stellen. Wenn die eigene Ausrüstung zu schwach ist, besorgt man sich die Verbesserungen eben durch das Ausschlachten der Kontrahenten. Der Held verfügt über eine sogenannten Exo-Power-Suit, an der sich abgetrennte mechanische Arme und Beine der Gegner montieren lassen. Das steigert die Verteidigungs- und Angriffswerte und er kann sich auch mit stärkeren Monstern anlegen.

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Schauplatz der dystopischen Geschichte sind die Fabrikhallen eines selbstverständlich bösen Großkonzerns.

„The Surge" ist ein Action-Rollenspiel, das die Verbesserung des Exo-Suit in weit verzweigten Fähigkeitsbäumen erlaubt. Es lassen sich nicht nur Beuteteile verbauen, auch können erworbene Erfahrungspunkte in nützliche Fähigkeiten investiert werden. Möchte man beispielsweise die Lebensenergie der Gegner angezeigt bekommen, muss man eben ein paar Punkte in die entsprechende Fähigkeit stecken. Obschon Fernwaffen, wie ein aufladbarer Elektroschuss, zur Verfügung stehen, liegt der Fokus auf dem Nahkampf. Ausweichen, die gegnerischen Verhaltensmuster erkennen, Zuschlagen. Die Kämpfe sind taktisch geprägt.

Umherstreifende Feinde können auch von oben herab angefallen oder mit einem Rutschangriff aus der Balance gebracht werden. Zwischendurch öffnet man Türen, um in neue Areale vorzudringen. Am Ende des vorgeführten Abschnitts wartet der unvermeidliche Bosskampf. Grapple Spider nennt sich die Maschine und macht Warren mit Laserangriffen und blitzschnellen Drehbewegungen das Leben schwer. Es scheint einer der leichten Bosse zu sein, denn das System ist schnell durchschaut. Zügig den Angriffen ausweichen und die Beine, eines nach dem anderen, mit Schlägen zerstören. Wer das nicht sofort durchschaut, bekommt die Weak-Spots auch grafisch angezeigt. So simpel sollen die Kämpfe aber nicht bleiben.

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Schöne Zukunft: Maschinen haben nahezu alle Arbeitsplätze der Menschen besetzt.

„Nein, einfach werden wir es den Spielern wirklich nicht machen", erklärt mir Jan Klose, Creative Director bei Deck 13. „Wir haben die Hardcore-Zocker im Visier und wollen ein anspruchsvolles Action-Spiel abliefern". Tatsächlich wirken die ersten Spielszenen wie ein Dark Souls-Klon im Sci-Fi-Mantel. Die Optik ist dystopischer Düster-Schick, die meisten Gegner harte Brocken, denen man mit Button-Mashing nicht beikommt. Die Spielwelt wird nicht offen sein, aber auch kein linearer Schlauch. Es wird Verzweigungen geben und eine Rückkehr zu bereits besuchten Räumen, in denen sich dann neue Wege finden und Geheimnisse aufdecken lassen. Klingt nach einer ganzen Menge Spaß.

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Über den Autor:

Ulrich Wimmeroth

Ulrich Wimmeroth

Freier Autor

Mag Rollenspiele und Ego-Shooter, sammelt Retro-Konsolen und nutzt seinen PC hauptsächlich zum Schreiben über Spiele. Und für Strategie natürlich. Und das seit Dekaden.

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