DVD ist tot! Lang lebe der USB-Stick!

Fünf DVDs mit The-Division-Altdaten machen einfach keinen Sinn mehr.

Wir bewegen uns direkt in das Zeitalter der digitalen Distribution und das gefällt nicht jedem. Vor allem nicht Leuten, die sich ihr Spiel gerne auch noch ins Regal stellen. Das Problem dabei ist, dass die Discs, die dort in der Packung sind, spätestens ein paar Wochen nach dem Release nur noch veraltete Daten enthalten. Es kamen ein paar Patches heraus, vielleicht ein erster Gratis-DLC und damit ist das, was auf der Disc ist, passé. Ein perfektes Spiel vom Start weg auf der Disc wäre klasse aber einfach nicht realistisch. Jedenfalls nicht ohne den Preis der Spiele dramatisch zu erhöhen, weil die heutigen Monster von Games nicht mehr ohne riesige zusätzliche Manpower in der Qualitätskontrolle zu stemmen wären. Oder wie sieht es aus? Wollt ihr lieber das (grob in der Raum geworfen) Doppelte zahlen und dafür ein paar Patches weniger laden?

Wie wenig Sinn die Discs machen, wie veraltet das Konzept einer DVD in der Box ist, wurde mir mal wieder überdeutlich klar, als ich die PC-Box von The Division öffnete. Während die Konsolen alles brav auf eine Blu-Ray packen, stapeln sich in der PC-Box nicht weniger als fünf (FÜNF!) DVDs. Das erinnert an die guten alten Zeiten, als die Packungen vor Disketten auseinanderplatzten oder die Full-Motion-Video-Games sich komplett neue Hüllen ausdenken mussten, um das halbe Dutzend CDs unterzubringen. An diesem Punkt ist jetzt die DVD endgültig angekommen. Es ist ein billiges, beliebiges und eigentlich veraltetes Format.

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Wir sind ja fast schon wieder bei den Disketten- und CD-ROM-Stapeln angekommen...

Eine Variante wäre jetzt natürlich, einfach eine Blu-ray in die Box zu packen und von den PClern zu verlangen, dass sie gefälligst auf ein solches Laufwerk aufrüsten. Aber mal abgesehen davon, dass das manchmal nicht so einfach ist - Laptops zum Beispiel - sind Blu-ray Laufwerke faszinierend teuer. Ein preiswerter Blu-ray-Player von einem Markenhersteller mit allem Drum und Dran ist für 60 bis 70 Euro zu haben. Ein internes Computer-Blu-ray-Laufwerk kostet 60 bis 70 Euro. Das ist gar nicht mal so wenig und zeigt vor allem, wie irrelevant das Format am PC ist. Wäre es verbreiteter, wäre es billiger. Blu-ray ist also keine echte Alternative am PC.

Aber da gibt es doch was, ein Speicherformat, das einem als Redakteur praktisch zwei Mal die Woche hinterhergeworfen wird, meist mit Videos und Screenshots zu einem Spiel drauf... Wie heißt das noch mal...? Richtig! USB-Sticks! Ein 64 GB USB 3.0 Stick beginnt bei 15 Euro Retail Preis. Wenn ich davon eine Million als Händler zum Einkaufspreis ordern würde, dürfte sich dieser Preis mindestens halbieren. Ja, das wären zusätzliche Kosten, 5 DVDs kosten ein paar Cent. Der Preis eines Spiels dürfte also um ein paar Euro, geschätzt maximal zehn Euro steigen. Spiele würden teurer werden.

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Ah, gleich viel besser!

Aber ihr bekommt auch einen Gegenwert. Mal abgesehen davon, dass es weit praktischer wäre, einen schnellen Stick einzustecken und zu installieren als fünf lahme Discs zu wechseln, könnte man auch einen entscheidenden Vorteil gleich mitliefern. Die Daten auf dem Stick könnten sich updaten lassen. Klar, ihr müsst immer noch die Patches und DLCs einmal herunterladen, aber danach hättet ihr sie auf dem Installations-Stick mit drauf und bei der nächsten Installation geht es alles viel zügiger. Es hat sich gezeigt, dass alle relevanten Patches in aller Regel - wenn man nicht gerade Batman heißt - nach zwei bis drei Monaten draußen sind. Wer dann seinen Stick auffrischt, hätte eine Installation, die man direkt spielen kann. Technisch sollte das möglich sein, Kopierschutzverfahren für USB-Sticks gibt es schon lange. Zum Beispiel könnte der Stick gleichzeitig ein zum Spielen benötigtes Dongle sein, das wäre ungefähr so wie damals, als man ein Modul einlegen musste.

Aber das ist nur ein Gedanke und ich will gar nicht behaupten, dass es die beste Lösung ist. Ich weiß nur, dass fünf DVDs nicht die Lösung sein können, denn wenn jetzt schon ein Spiel wie The Division einen Fünfer-Pack braucht, was braucht dann ein Spiel in einem Jahr? Entweder man verabschiedet sich endgültig von Retails auf physischen Datenträgern oder man findet eine zeitgemäße Lösung, die mit der derzeitigen Art zusammenpasst, Spiele auszuliefern.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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