Alan Wake 2? Aber sicher doch, bringt es gefälligst zu Ende!

Gebt der "Serie" ihr verdientes Ende!

Als in den vergangenen Wochen immer wieder Hinweise auf ein neues Alan Wake auftauchten, konnte ich eine gewisse Euphorie nicht länger zurückhalten. Zwar entpuppte sich das Gerüchte lediglich als nett gemeintes Easter Egg in Remedy Entertainments neustem Spiel Quantum Break, doch ließ das Studio kurz darauf verlauten, man wäre weiterhin im Gespräch mit Microsoft und wolle gerne an einem Alan Wake 2 arbeiten.

Worauf ich nur eine Antwort habe: „Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte!!!"

Für mich gehören Alan Wake sowie das kurze Epilog-Abenteuer American Nightmare zu den interessantesten Spielen der letzten Konsolen-Generation. Mir ist bewusst, dass viele Leute einige Probleme mit dem Franchise habe und obwohl es auch in meinen Augen kein perfektes Horror-Meisterwerk darstellt, besitzt es einige besondere Alleinstellungsmerkmale.

Alan Wakes konkrete Sorgen werden in den Alpträumen der Horror-Umgebung direkt personifiziert. (00:30)

Zum Beispiel die Persönlichkeit des Protagonisten Alan Wake. Autor Sam Lake scheute sich nicht davor, seinen Charakter in manchen Szenen wie ein Arschloch wirken zu lassen. Alan zieht vorschnelle Schlüsse, gibt negative Bemerkungen gegenüber fast sämtlichen Personen ab und zeigt in Rückblenden eine leicht überhebliche Ader. Warum mir das gefällt? Weil es ziemlich erfrischend ist, eine Hauptfigur zu spielen, die nicht jeder sofort als seinen besten Freund bezeichnen würde. Zudem versucht das Spiel an keiner Stelle, sein teils schlechtes Verhalten positiv darzustellen.

Trotzdem zeigt es verständlich, warum Alan so agiert. Als bekannter Buch-Autor ist er die Aufmerksamkeit anderer Leute gewohnt und lies sich den Erfolg wohl etwas zu Kopf steigen. Nachdem ihn aber eine schwere Schreibblockade traf, fühlt er sich nun nutzlos und reagiert selbst seiner Frau gegenüber etwas aggressiv, sobald sie das Thema anspricht. Alan fühlt sich dadurch wie eine reale Person mit nachvollziehbaren Fehlern an und soll keinen vor Charisma platzenden Nathan Drake abbilden. Über den Verlauf der Kampagne durchläuft er sogar eine Charakterentwicklung, die in American Nightmare logisch fortgeführt wird.

Der Prototype eines Alan Wake 2 aus 2010. (13:46)

Ein weiter Grund für meine Franchise-Liebe ist das fantastische Konzept des Kampfsystems. Bevor ihr eines der in den dunklen Wäldern lauernden Schattenwesen erschießen könnt, muss der Gegner erst durch den Einsatz von Licht verwundbar gemacht werden. Meist geschieht das mit Hilfe von Alans Taschenlampe, teilweise könnt ihr allerdings auch Lampen in der Umgebung sowie Blendgranaten oder Fackeln einsetzen.

Das Geniale daran ist Dynamik zwischen Alan und seinen Feinden. Wortwörtlich muss Alan sich seinen Ängsten stellen und sie längere Zeit ansehen, damit die Burschen überhaupt angreifbar werden. Ständig lauft ihr also davon und sucht einen sicheren Platz, von dem aus ihr für wenige Sekunden gefahrlos eure Lampe einsetzen dürft. Zwar kann sich Alan während des Zielens bewegen, jedoch nur sehr langsam und sobald mehrere Schattenkreaturen auf euch zulaufen, müsst ihr früher oder später die Flucht antreten. Vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden entstehen in Verbindung mit der unheimlichen Atmosphäre grandiose Panikattacken. Diesbezüglich erinnert es sehr an Resident Evil 4. Es möchte euch nicht verstören oder mit dämlichen Jumpscares erschrecken, sondern mehr durch seine Spielmechaniken und rar gesäte Items beängstigen.

Die Mechanik des Wechselspiels aus Licht und Kugeln ist extrem dynmaisch und kann euch leicht in Bedrängnis bringen. Das löst mehr Horror und Nervenkitzel aus als so manches Spiel, in dem ihr nicht mal eine Waffe habt. (00:22)

Ich gebe zu, dass dieses Konzept in Alan Wake noch nicht ganz ausgereift war und sich teilweise etwas holprig anfühlte. Genau diesen Schwachpunkt korrigierte American Nightmare und überarbeitete das System so gekonnt, dass Remedy kurzerhand einen fantastischen Arcade-Modus kreierte, der mich damals stundenlang an meine Konsole fesselte. Praktisch das gesamte Spielgefühl wurde überarbeitet. Alan konnte nun wesentlich besser sprinten, sein Ausweich-Manöver funktionierte besser und auch das Waffensystem wurde erweitert.

Darüber hinaus war das Ende von American Nightmare eine deutliche Überleitung zu einem theoretischen Alan Wake 2, weshalb ich noch immer wissen will, wie die Handlung letztendlich zu Ende geführt wird und was sich Remedy vielleicht noch für interessante Mechaniken beziehungsweise Settings ausdenken könnte. Hoffentlich möchte Microsoft den Nachfolger finanzieren und das nächste Abenteuer in der Serie somit ermöglicht. Wahrscheinlich hängt dies auch stark mit dem Erfolg von Quantum Break zusammen. Immerhin erhalten alle Käufer der Xbox-One-Fassung einen Download-Code für Alan Wake und können dann selbst erleben, warum sich so viele begeisterte Fans auf eine Fortsetzung freuen.

Wie großartig wäre es, wenn Sam Lake zur diesjährigen E3 auf die Bühne stolzieren würde, um Alan Wake 2 mit breiten Grinsen offiziell anzukündigen? Also bitte, Microsoft, lasst Remedy an dem Titel arbeiten und die Fans damit glücklich machen.

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Über den Autor:

Björn Balg

Björn Balg

Redakteur

Freier Autor und wahrscheinlich der letzte Mensch ohne einen Facebook-Account. Liebt Trash und verbringt zu viel Zeit mit dem Ansehen von Katzenvideos.

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