Battlefleet Gothic: Armada lässt mich in Erinnerungen schwelgen

Der Weltraum ist eine Scheibe.

Hurra, neue Weltraumstrategie, genau das Richtige für mich! Erst recht, wenn mich Battlefleet Gothic: Armada an ein anderes Weltraumstrategiespiel erinnert, das ich vor mittlerweile 16 Jahren regelrecht verschlungen habe: Star Trek Armada - und der Grund dafür ist ganz sicher nicht, dass beide Spiele "Armada" im Namen tragen. In dem Moment, als ich das erste Mal im Prolog die Kontrolle über ein Schiff übernahm, musste ich gleich daran denken.

Das lag vor allem daran, dass ihr eure Raumschiffe hier im Weltraum über eine einfache 2D-Ebene steuert. Auf eurem Weg stoßt ihr auf Nebelwolken oder Asteroidenfelder, die zum Beispiel Gebiete eingrenzen oder schlicht als Hindernisse (oder Dekoration) im Weltraum schweben. Unterschiede zum Star-Trek-RTS gibt es aber dennoch, Battlefleet Gothic bietet in den Einsätzen etwa keinen Basisbau und lässt euch keine Rohstoffe sammeln. Erwartet daher ebenso kein neues Homeworld mit 3D-Manövern und dergleichen, es bleibt eher klassisch und unkompliziert. Nun, zumindest was die Bewegungen im Raum betrifft. Die Kämpfe fühlen sich eher wie eine Seeschlacht im Weltraum an. Schiffe kreisen umeinander und feuern ihre Breitseiten in Richtung Gegner, zwischendurch streut ihr immer wieder Spezialattacken ein, um euch einen Vorteil zu verschaffen.

Derzeit läuft noch die Beta des Spiels, die sich aber relativ eingeschränkt präsentiert und daher wirklich nicht mehr als einen ersten Eindruck ermöglicht. Von der Kampagne ist dort beispielsweise nur das Tutorial spielbar, das euch die grundlegenden Dinge für das Manövrieren im Weltraum beibringt, wie ihr zum Beispiel kurzzeitig auf vollen Schub beschleunigt oder im Notfall eine schnelle Wende vollführt, um etwa Minen auszuweichen.

Schiffe umkreisen sich wie auf dem Meer, zusätzlich könnt ihr verschiedene Spezialangriffe nutzen. (0:32)

Zumindest ein paar allgemeine Dinge zur Kampagne, in der sich nur das Imperium spielen lässt, kann ich euch aber verraten. Außerhalb der einzelnen Missionen seht ihr eine Sternenkarte mit verschiedenen Planeten vor euch. Und wo immer es etwas zu tun gibt, könnt ihr eine Echtzeitschlacht austragen. Und ihr solltet tunlichst darauf achten, eure Planeten zu schützen, denn sie bescheren euch Boni für eure Flotte oder Ressourcen.

Es kommt immer wieder vor, dass auf den Planeten eine Invasion gestartet wird. Ihr habt dann drei Runden Zeit, um dort einzugreifen und die Invasoren zurückzuschlagen. Gelingt euch das nicht oder verzichtet ihr schlicht darauf, gilt die Welt als verloren und wird von der Karte entfernt. Dadurch kommen euch auf die entsprechenden Boni abhanden, was euch demnach permanent schwächt. Es gibt aber noch andere Missionen, die ihr erfüllen könnt, zum Beispiel wenn ein Ork-Schlachtschiff einen imperialen Transport kapern will, ihr ein Schiff eskortieren oder eine größere Flotte auskundschaften müsst. So soll euch das Spiel bei Laune halten und euch immer etwas geben, womit ihr euch beschäftigen könnt.

Wie schon erwähnt, fühlen sich die Echtzeitgefechte eher nach Seegefechten im Weltraum an. Die Schiffe sind ständig in Bewegung, umkreisen und belauern sich. Dabei kommt es vor allem auf eine gute Positionierung eurer Schiffe und auf eine gute Taktik an. Wenn der Gegner zum Beispiel eine Plasmabombe in eurer Flugbahn positioniert, braucht diese einige Sekunden, bevor sie explodiert. In dem Zeitraum könntet ihr noch schnell reagieren, vollen Schub geben oder schnell wenden. Verschiedene Schiffe verfügen zum Beispiel auch über Torpedos, aber die fliegen nur geradeaus und müssen daher im richtigen Moment abgefeuert werden, wenn ihr glaubt, dass sie den Gegner treffen können. Aber achtet dabei nicht nur auf die Positionierung eurer Feinde, denn Torpedos - wie auch verschiedene andere Spezialattacken - können ebenso eure eigenen Schiffe beeinflussen oder beschädigen.

Ihr könnt verschiedene Spezialangriffe und andere Boni individuell anpassen. (0:30)

Gleichermaßen könnt ihr den Schaden einer Breitseite minimieren, indem ihr euer Schiff wendet und Bug oder Heck in Richtung Gegner dreht, um den Geschossen weniger Fläche zum Einschlag zu bieten. Zudem gilt es, auf bestimmte Reichweiten für Angriffe zu achten, manche Attacken können nur in bestimmten Winkeln durchgeführt werden und dergleichen. Eine Pausefunktion gibt es übrigens nicht, aber die Schiffe bewegen sich nun nicht so schnell, dass diese bitter nötig wäre. Ihr habt genug Zeit, um selbst bei einer größeren Flotte einzelne Befehle zu erteilen, Schiffe neu auszurichten und den Überblick zu behalten.

Darüber hinaus können auch einzelne Schiffssysteme beschädigt werden. Außer Gefecht gesetzte Geschütztürme schwächen eure Kampfkraft, ein versagender Warpantrieb hindert Feinde an der Flucht, schaltet Breitseitenkanonen aus, um Landungsschiffe vor Beschuss zu schützen und so weiter. Jedes Schiff verfügt zudem über eine Crew, die mit der Zeit erfahrener wird und so die Leistung des Schiffs ein Stück weit steigern kann, indem es etwa schneller fliegt oder eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit hat. Das macht die Gefechte alles in allem taktischer als nur zuzuschauen und hier und da mal eine spezielle Aktion auszuführen.

Die Crew besitzt zudem Eigenschaften, die sich manchmal positiv, mitunter aber auch negativ auswirken können. Wird eines eurer Schiffe von einem Kapitän kommandiert, der darauf bedacht ist, sein Leben zu schützen, kann er etwa in schwierigen Situationen noch entkommen, wenn das Schiff derart viel Schaden eingesteckt hat, dass dies mit einem anderen Kommandanten nicht möglich wäre. Dann wiederum könnte er in einer anderen Situation zu früh abhauen und den Rest eurer Flotte so geschwächt zurücklassen. Ob ihr dieses Risiko eingehen möchtet, müsst ihr selbst entscheiden. Zur Not könnt ihr den Kapitän hinrichten lassen, wenn euch das Verhalten nicht passt. So was nennt man dann wohl Schlachtfeldbeförderung.

Imperiale Kreuzer im Kampf gegen Chaos-Kreuzer. (0:33)

Übrigens: Während in der Kampagne nur das Imperium spielbar ist, können im Multiplayer noch Ork-, Eldar- und Chaos-Truppen in die Schlacht geführt werden. Vorbesteller erhalten zudem einige Wochen nach dem Launch des Spiels die Space-Marines-Flotte als kostenlosen Bonus, alle anderen müssen den DLC separat kaufen. Die Schiffe selbst erinnern - passend zu den Seekampf-ähnlichen Gefechten - an frühe Segelschiffe. Sie verfügen über Breitseitenkanonen, Rammböcke und normale Laserkanonen. Ihr Design unterscheidet sich je nach Fraktion, ist optisch sehr ansprechend und abwechslungsreich, wodurch zum Beispiel die Ork-Schiffe den Eindruck erwecken, als hätte man sie aus diversen anderen Teilen zusammengeschweißt - Hauptsache am Ende fliegt es und kann kämpfen.

Zugegeben: Einen wirklich umfangreichen Eindruck ermöglicht die aktuell laufende Beta noch nicht. Besonders nicht im Hinblick auf die Kampagne, aber auch im Multiplayer-Part ist sie noch eingeschränkt und lässt mich derzeit nur Imperium und Chaos ausprobieren. Aber was ich bislang davon spielen konnte macht durchaus Laune. Im 2D-Weltraum könnt ihr euch ganz auf die Taktik und Positionierung eurer Schiffe konzentrieren und müsst nicht noch 3D-Bewegungen berücksichtigen. Das alles funktioniert so gut und komfortabel, wie man es von klassischen Echtzeitstrategiespielen gewohnt ist. Wenn also nichts mehr grundlegend schief läuft, erwartet euch hier ein mindestens gutes Weltraumstrategiespiel. Ob es dann auch über die Kampagne hinweg spannend bleibt und motivieren kann, wird sich jedoch erst noch zeigen müssen.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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