ASUS Strix Raid DLX - Test

Feinste Handarbeit ermöglicht Spitzensound.

Hier ist eine wertvolle Lektion: Seid ordentlich beim Umbau des PCs. Legt alle Schrauben in eine kleine Box. Wenn etwas mit Gewalt scheinbar geht, dann macht ihr es längst schon falsch. Antistatische Unterlagen sind euer Freund. UND NIEMALS, UNTER KEINEN UNSTÄNDEN LEGT EURE 200 EURO+ SOUNDKARTE SO HIN, DASS AUS WELCHEN GRÜNDEN AUCH IMMER EIN KISSEN DARÜBER GERATEN KANN!!

Aber ja, Verluste gibt es, damit muss man leben und außerdem ist es mal eine gute Gelegenheit, was Neues auszuprobieren. Okay, nicht so neu, ich hatte zuletzt 20011 eine ASUS Soundkarte, mit der ich extrem zufrieden war. Und die ASUS Strix RAID DLX ist jetzt auch nicht ganz neu, seit etwa sechs Monaten ist das Flaggschiff der Gaming-Serie der Firma auf dem Markt. Da Soundkarten im Gegensatz zu ihren Grafikfreunden aber nicht so schnell veralten: Auf geht es.

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Das (proprietäre) Verbindungskabel für diese beiden liegt in der Box, aber ohne zusätzlichen Strom geht nichts.

Und so schnell endet es. Beim Einbau wird ein 6-poliges internes Stromkabel gebraucht, das nicht an einer hungrigen Grafikkarte hängt. Da mein eher funktionales Netzteil nicht mit einem weiteren solchen Anschluss gesegnet ist, heißt es Pech gehabt. Amazon nennt Kleinteile "Plus"-Artikel, was wahrscheinlich der willkürlichste Einsatz dieses Wortes seit langem sein dürfte, bedeutet es doch, dass ihr für mindestens 20 Euro bestellen müsst, bevor man sich geruht, etwas so Billiges und Hutzeliges an euch zu versenden. Ich würde ja gerne Porto zahlen, aber Amazon findet es cooler, wenn ich endlich mal meine Wunschliste abarbeite. Mache ich aber nicht. Ich will ein 6-poliges Kabel. Wie sich herausstellt: In meiner direkten Umgebung gibt es nicht einen, sondern drei Schallplattengeschäfte, diverse Fachgeschäfte für unterschiedliche, aber grundsätzlich teure Lebensmittel, dazugehörige biologisch abbaubare Kleidung, Spielzeugläden, wo nur traurige Kinder rauskommen, weil sie lieber LEGO statt einer mundgeschnitzten Rassel aus dem Oberharz hätten. Zwei polnische Street-Food-Läden, vor denen regelmäßig Polen stehen und überlegen, was wohl polnisches Street-Food sein könnte und Frau Tulpes Stoffe und Accessoires. Es gibt keinen einzigen dieser kleinen PC-Läden mehr. Nur einen Größeren am Alexanderplatz, bei dem die Schlange dann fast auf die Straße reichte. Sicher, mittlerweile habe ich gefühlt mit dem Rumrennen, Suchen und in der Schlange warten genug Zeit vergeudet, dass ich ruhig die Complete History of Middle-Earth hätte mitbestellen und in Teilen auch schon lesen können, bevor ich endlich mein Kabel für sage und schreibe 2,50 Euro in der Hand hatte. Immerhin gab mir das die Zeit, das Verschwinden der kleinen Computer-Tante-Emma-Läden zu kontemplieren, über den Aufstieg von Schallplattenläden in meiner Umgebung erstaunt zu sein und darüber zu philosophieren, ob es bei einem fast 200 Euro teurem Gerät nicht angebracht wäre dieses Kabel mit in die Box zu legen. Was definitiv der Fall ist.

Ja, es ist Kleinkram, aber es ist Kleinkram, über den ich mich lange ärgern kann. Ein Kabel, das unbedingt benötigt wird, um ein Gerät zu betreiben, das normalerweise kein solches Kabel braucht - selbst die große SoundBlaster ZxR braucht keinen eigenen Stromanschluss - muss in der Packung liegen. Umso mehr, wenn es nicht auf der Packung steht, egal wie kleingedruckt, dass es gebraucht wird. Wenn es nicht mal im Handbuch steht und nur gaaaanz klein und versteckt im Quick-Start-Beipackzettel. Selbst ASUS HiFi-Schlachtschiff Essence STX II hat keinen solchen Anschluss, es ist also ein Kuriosum am Markt und damit gehört ein Stromadapter in die Kiste.

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Wer es mag: Ist dann Strom da, wird auch im Dunkel geleuchtet. Eulenauge nennen sie es.

Fein, keine Punktabzüge in der Endnote, aber wir hätten auf einem besseren Fuß starten können, die Strix RAID DLX und ich. Dadurch hat man ja auch noch mal ein wenig Zeit extra, um sich mit der Karte und ihren äußeren Werten zu beschäftigen. In der etwas protzigen Verpackung fehlen nicht nur Dinge, ein paar liegen auch drin. Da wäre erst mal die Karte, dann ein sich relativ wuchtig und wertig anfühlender Tischregler mit Ein- und Ausgängen, ein proprietäres Anschlusskabel für dieses und ein Toslink-Adapter für den S/PDIF-Ausgang an der Karte. Gerade letzteres ist erfreulich, auch wenn es deutlich optionaler ist als das Kabel, das man braucht um die Karte überhaupt in Betrieb zu nehmen.

Kommen wir zu den inneren Werten. 124dB Signal-to-Noise sind genug Kraft sollen für ein glasklares Soundbild sorgen. Der Kopfhörer-Ausgang bringt es auf sehr hohe 130dB und ist 600Ohm-tauglich. Die Frequenzbandbreite geht von 10hz bis 48Khz, also dem, was jede bessere Quelle bieten sollte. Der D/A-Wandler ist eines der Kernstücke einer guten Soundkarte und hier ließ sich Asus nicht lumpen. Der ESS ES9016 8-Kanal DAC ist ein hochwertiger Chip, den beispielsweise auch Yamaha in seinen aktuellen großen Heimkino-Vorverstärkern wie dem CX-A5000 nutzt. Das bedeutet allerdings weniger, dass die DLX überbestückt ist, sondern eher, dass das mit 2 Chips bestückte 3000-Euro-11.1-Monster in diesem Punkt wenig untermotorisiert daherkommt. Für die andere Richtung ist der ebenfalls hochwertige Cirrus Logic CS5381 A/D-Konverter zuständig.

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Die Software lässt sich bequem konfigurieren und lief hier absolut stabil.

Der Audio-Prozessor selbst ist ein relativ unbeschriebenes Blatt: Der C-Media USB2.0 6632AX wird bisher scheinbar nur in den Strix-Karten genutzt und bietet eine 384Khz/24-Bit-Rate sowohl über S/PDIF als auch Analog und gleichwohl für Ausgabe wie Recording. Die drei verbauten OpAmps sind Texas Instruments LME49720NA, ein solider Chip. Die OpAmps lassen sich ohne Probleme herausnehmen und damit sicher auch tauschen, versucht habe ich es noch nicht und die Macht der OpAmps über den Klang ist übrigens ein vieldiskutiertes Feld, in das ich mich hier nicht zu sehr stürzen möchte. An alle da draußen, die sagen, dass ein Tausch gegen welchen OpAmp auch immer keinen positiven Einfluss haben dürfte: Es gibt wesentlich teurere und seltsamere Glaubensrichtungen im Bereich des HiFi - siehe das Denon 500 Euro Cat-5-Kabel - und OpAmps sind da harmlos. Passen müssten hier zum Beispiel die Burr-Brown OPA2132 oder die MUSES8920D, auf die viele schwören. Sie sind in aller Regel kompatibel zu den dualen LME49720NA der Strix-Karten.

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Hier legt ihr genau fest, wie das Sonic Radar im Spiel zu sehen sein soll.

Eine Besonderheit der Raid DLX ist der sehr leistungsfähige Kopfhörer-Verstärker-Chip, der die für 600Ohm nötige Power liefern soll und das könnte auch der Grund sein, dass ein eigener Stromanschluss bei allen Strix-Sound-Modellen fällig wird. Auf der DLX sind zwei TI LME49600 verbaut, die die entsprechende Leistung bieten sollten. Der Chip ist in HiFi-Nerd-Bastel-Kreisen sehr beliebt, wenn es um den Bau eigener Kopfhörer-Verstärker geht und das nicht unbedingt, weil es der preiswerteste am Markt wäre - was er nicht ist. Abgerundet wird das gute Bau-Bild durch Nichicon Muse Kondensatoren, die sich genereller Beliebtheit im HiFi-Bereich erfreuen.

Bei der Durchsicht der Chips zeigt sich, dass DLX in diesem Falle deutlich mehr bedeutet als ein Kabel extra in der Box, die Bestückung unterscheidet sich deutlich vom 100-Euro-Modell Raid Pro. Großzügigere OpAmp-Bestückung generell, höherwertige Dual-OpAmps, höherwertigere Kopfhörer-Verstärker und einiges mehr im Detail zeigen, dass die DLX-Version viel mehr ein Kompromiss aus Gaming- und HiFi-Soundkarte sein soll. Wenn ihr wisst, dass höhere HiFi-Klangqualität nicht euer Ding sind oder an dieser Stelle nicht gefragt, dann braucht ihr nicht den Aufpreis für die DLX zu zahlen, die Bestückung der Pro ist immer noch hochwertig genug, um auch hochwertige PC-Boxen und Headsets zu befeuern.

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Da sich die Screenshot-Software weigert, das Sonic-Radar mit abzulichten: So funktioniert es. Ihr habt diesen Kreis, der euch zeigt, aus welcher Richtung Geräusche kommen. Diesen könnt ihr positionieren, wie ihr lustig seid, die Größe verändern und mit Transparenz spielen geht auch. Ist es cheaten? Nun, es ist eine Visualisierung dessen, was gute Ohren auch so leisten können. Für Gehörlose ist es sicher ein echter Kaufgrund.

Gibt es bei der Wahl der Chips auch gar nichts zu meckern, die Anschlüsse bieten dafür durchaus Anlass. Ihr habt Kopfhörer/Stereo und Mikro als 3,5mm Jacks, dann ebenfalls 3,5mm für Front, Rear und Center und dann noch einen 3,5mm-Kombi-Anschluss für Sides und den S/PDIF-Adapter. Es gibt keine extra digitalen Eingänge, keine analogen Cinch-Anschlüsse, keine Extras. Das ist für fast 200 Euro dünn, da ist die Konkurrenz oft etwas großzügiger.

Auf dem Tisch steht besagte Fernbedienung, die über die Stereo- und Mikro-Buchse, sowie eine proprietäre Link-Buchse mit einem ebenso proprietären Kabel verbunden wird. Die Haptik sagt zwar oberflächlich klar "Plastik", aber das Gewicht, die Bodenhaftung und der großzügig dimensionierte wie auch sich wertig anfühlende Lautstärkeregler sagen "haltbar". An der Box habt ihr dann wieder 3,5mm-Eingänge für Mikro und Kopfhörer/Stereo und eine Taste für den Raid-Modus. Nicht gerade üppig, aber alles, was man wirklich braucht, ist dran an der Box. Plus eine Raid-Taste, aber zu der später mehr.

Okay, genug "Männer, die auf Chips starren", nachdem sie mit PCI-E-Steckplatz UND Strom verkuppelt war, ging es an den Treiberdownload und für einen Hardwareanbieter ist die Seite von Asus erfreulich strukturiert, schnell genug und es gibt einen Windows 10 64-Bit-Treiber, wie auch welche für alle Windows bis zurück zu Windows 7 32-Bit. Das ist nett, da ich auch schon Soundhardware hatte, die nicht mal die gerade erst vergangene Windows-Version unterstützte. Linux-kompatibel ist die Strix leider nicht, was den Einsatz in einem Ubuntu/Kodi-Media-PC ausschließt. Sie gibt dann einfach gar keinen Ton von sich.

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Welche Version ist die richtige: Die leider von Störgeräuschen unter bestimmten Bedingungen geplagte Kart ist die linke. Die Rechte wird unter anderem durch eine isolierte Platte geschützt.

Es gibt ein paar Berichte, die sagen, dass die Treiber-Software nicht stabil laufen würde, ich kann nichts dergleichen berichten. Sowohl auf Windows 8 64-Bit als auch 10 64-Bit läuft sie absolut tadellos, zügig und ohne Fehler. Das Sonic Studio gibt euch eine Fülle von Optionen für Sound-Einstellungen, verschiedene Modi von Kopfhörer bis zu 7.1-Setups, Kanalmixer und sogar Dinge wie getrennte Aussteuerungen für die Surround-Mehrkanal-Aufnahme. Da das ganze sogar in ein relativ intuitiv benutzbares Paket verpackt wurde, ist es eine Software, die einfach Spaß macht.

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Hier das 1.02 Board ohne die neue Kabelführung.

Kommen wir zum Klang und damit einer möglichen und für den Betreffenden nicht zu unterschätzenden Problemquelle der Strix Raid DLX. Und nein, das fehlende 6-Pol-Stromkabel ist es nicht. Nicht direkt jedenfalls. Im reinen Musik-Betrieb auf dem Desktop merkt man, dass die Chipbestückung mit Musik im Hinterkopf entwickelt wurde. Die Karte fühlt sich bei jeder Art von Musik wohl, liefert ein getreues Klangbild ab und es kommt natürlich in erster Linie darauf an, was dann im Weiteren angesteckt ist. Hier habe ich folgende Dinge probiert und war mit allen durchweg zufrieden. Als erstes wurden die Raumfeld Cubes, meine üblichen Schreibtisch-Deluxe-Brüllwürfel angesprochen und sie konnten ihre Stärke, ihre manchmal etwas kalte, aber sehr analytische und mit wachsender Laustärke sich intensivierende Spielfreude voll ausleben. Nachdem ich meine ungesunde Liebe zu Chiptunes ein wenig gepflegt hatte, musste etwas Abwechslung her und wenn man nicht genau weiß, was man gerade mag, dann liegt man mit den Teufel Real Z nie falsch. Die 50 Ohm Kopfhörer sind natürlich keine große Herausforderung für die Power des Chips, aber direkt eingesteckt bekommt ihr ein fantastisches Klangbild, egal ob die Smokey Bastards hausgemachte Tales of the Wasteland feiern oder Gary Newman ein Live-Konzert auf einem Friedhof spielt. Das offene Klangbild des Kopfhörers bleibt erhalten, die Karte liefert, was die Chips versprechen. Der einzige 600-Ohm-Kopfhörer in Griffweite ist ein Beyerdynamic DT880 und auch er fühlt sich rein klanglich mit der Karte wohl, jedoch kommt sie rein von der Leistung deutlich mehr an das Limit als es bei der SoundBlaster ZxR der Fall ist. Ich würde keinen 600 Ohm Kopfhörer ohne einen zusätzlichen Verstärker hier betreiben wollen, das bestätigt sich bei der Gegenprobe mit einem 300 Ohm Sennheiser HD 650. Deutlich kraftvoller, lautes Hören ist da kein Problem mehr, das gesamte Repertoire der 24/192 FLAC Studio Master des Linn-Best-of-Katalogs sind ihre übliche Freude, die von der Strix nicht getrübt wird. So weit, so gut.

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Ein Ende des Kabels: Wenn ein Kabel an den PCI-Stecker gelötet wurde, habt ihr die richtige Version.

Die Probleme fingen an, als es an den Spiele-Test ging. Plötzlich war da ein Störsignal auf dem rechten Kanal und kein leises. Ein andauerndes Knacken und Brummen, das definitiv nicht da war, als die Grafik in Desktop lief. Egal welches Spiel ich startete, sobald die Grafikkarte das tat, wofür sie da ist, ging es los und auch nicht wieder weg. Es begann erst einmal die Suche im Netz, die zutage förderte, dass ich mit solchen Problemen nicht alleine bin, wobei die Auswirkungen im Detail sich zu unterscheiden scheinen. Es ist wohl auch ein Problem, das Asus bekannt ist und der schnelle Lösungsansatz ist vorsichtig gesagt nicht ideal. Im Grunde müsst ihr die Karte soweit von der Grafikkarte wie möglich entfernt einstecken und der 6-polige Stromstecker sollte direkt aus dem Netzteil kommen und nicht per Adapter abgezweigt werden. Also steckte ich meine neue Lieblingsweiche von der Strix Raid ab, nutzte sie für die scheinbar weniger wählerische Grafikkarte - eine Palit 970 GTX, wobei andere auch mit AMD-Karten ihre Schwierigkeiten hatten, das spielt wohl keine große Rolle - und verkuppelte die Raid DLX direkt mit dem Netzteil. Es funktionierte. Zwischen der Grafikkarte und der Soundkarte war jetzt ein freier Slot, aber wer ein schmales Board hat, der hat diesen Luxus bei den PCI-E-Steckplätzen vielleicht nicht - die Raid braucht übrigens einen 1x-Steckplatz.

Soweit, so wenig befriedigend, also mit ASUS gesprochen und siehe da, inzwischen gibt es eine neue Lösung, die mir auch direkt zugeschickt wurde. Dass das Ganze noch etwas mit der heißen Nadel gestrickt wurde, wird einem bei der Betrachtung des Boards schnell klar. Erst einmal hat man die Rückseite mit einer dicken und doppelt isolierten Metall-Platte versehen, die ganz offensichtlich für bessere Abschirmung auf dieser Seite sorgen soll. Baut man dann die hübsche Frontplatte ab, entdeckt man das Kabel, das sich ungelogen ganz simpel aufgelötet und mit Tape befestigt von den PCI-Pins nach hinten zum Stromanschluss zieht. Was das genau tut, weiß ich nicht so genau und ehrlich gesagt habe ich so etwas noch nie gesehen, sofern ich nicht wusste, dass sich es selbst gelötet habe. Jedenfalls nicht bei einer Premium-Soundkarte. Ich gehe mal davon aus, dass eine spätere Board-Revision das etwas eleganter lösen wird. Zieht man nämlich das Tape an der Ecke ein wenig ab, steht da ganz klar, dass es sich um die Revision 1.02 handelt, wie auch mein älteres Modell. Der Rest des Boards ist dann auch identisch.

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Die Board-Revisionen sind identisch, es geht also zumindest im Moment wirklich um Handarbeit an dem bestehenden Problem-Board.

Die große Frage ist natürlich, ob das fleißige Bastelwerk den gewünschten Erfolg hat. Nachdem ich mich mit dem Gedanken abgefunden habe, dass ich hier gleich etwas in meinem PC verbaue, dessen Stromschluss ein offensichtlich von Hand gelötetes Kabel direkt an den PCI-Bus führt, wurde der An-Schalter betätigt. Der PC lief, es gab keine Funken, alles gut. Wirklich alles gut. Das in der ursprünglichen Position der Karte nervige Störgeräusch war verschwunden. Komplett. Ich konnte machen, was ich wollte, es war einfach nicht da. Im Gegenversuch wurde dann noch mal die Karte ohne Baumarkt-Touch verbaut und das Geräusch war sofort zurück. Beide Karten in einem anderen PC, genau das gleiche Bild, ein weiterer Erfolg für das Handwerk also. Jetzt darf Asus das Ganze noch in die nächste Board-Revision verarbeiten und dann passt das.

Läuft alles, zeigt sich die Raid DLX erneut von ihrer Sahneseite. Ich persönlich kann mit der 7.1-Emulation der Software nichts anfangen und auf den Stereo-Boxen klingt das auch nach nix. Ein 5.1-Set, mit dem es hier nicht die geringsten Probleme im Anschluss gab - Teufel Concept E digital - lieferte da das echte Surround-Feeling, mit dem die STRIX auch keine Mühen hat. Black Ops 3 macht schon Laune, wenn es von allen Seiten kracht, die Karte liefert eine sehr saubere Ortbarkeit der Kanäle, egal ob bei Spiel oder Film. Auf diese Weise macht sogar ein Star Wars Battlefront Laune, wenn man es denn ordentlich krachen lässt.

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Die Bestückung des Boards ist damit natürlich auch identisch. Das angeklebte Kabel sieht trotzdem abenteuerlich aus.

Die Ortbarkeit von Geräuschen ist eh eine Stärke der Karte, das aber auf eine sehr ungewöhnliche Weise. Der Sonic-Radar-Modus ist der Teil, der die Strix als Gamer-Karte auszeichnet. Drückt ihr auf den frei definierbaren Hotkey eurer Wahl, wird eine Art Radar eingeblendet. Dieses zeigt an, woher Geräusche kommen, die nicht Teil der Musik sind. Die Software ist intelligent genug, um regelmäßige Hintergrundgeräusche auszublenden und die eher unregelmäßigen Bewegungen von anderen Spielern oder auch KI-Gegnern zu erfassen. Das ist alles kein Hexenwerk, schließlich ist es nicht, was ihr mit einem (sehr) guten Gehör nicht auch selbst merken würdet, die Karte kann schließlich nichts erfassen, was keine Geräusche macht. Aber es ist schon ein relativ drastischer Vorteil, der aus meiner Sicht nahe an eine Cheating-Grauzone herankommt, da es sich durch das Visuelle auch noch mal leichter zuordnen lässt. Andererseits, für Leute, die einen Hörschaden haben oder sogar vielleicht taub sind, kann diese Soundkarte dank Sonic Radar für sie plötzlich so viel Sinn machen wie eine Grafikkarte. Seht es wie ihr wollt, Sonic Radar funktioniert erstaunlich gut und ist sinnvoll im Spiel. Im eigenen, der Gegner, den ihr schon drei Räume weiter gehört habt, könnte das anders sehen. Die Strix Raid Karten haben damit auf jeden Fall ein spannendes Feature.

Die ASUS Strix Raid DLX ist mit ihrem Preis definitiv in der Soundkarten-Oberklasse unterwegs, zumindest bei den Internen. Es passt auch alles zusammen: Der Klang ist sehr gut und angemessen für die Vielzahl an hochwertigen Chips. Die Mischung eine Gaming-Karte mit eigenen Features mit dem HiFi-Appeal der Chip-Bestückung zu mixen ist gelungen, es ist die Karte, die alle Belange abdecken kann. Gerade Sonic Radar ist spannend, nicht nur für die reine Visualisierung, sondern auch für gehörlose Gamer. Sicher, die Anschlüsse könnten großzügiger sein, deutlich sogar. Echte Toslink-Ein- und Ausgänge sollten für fast 200 Pflicht sein. Außerdem sollte das dusselige 6-Pol-Strom-Adapter-Kabel dabei liegen. Sollte euch das nicht so stören, dann bekommt ihr hier sehr gute Hardware, bei er nur darauf achten müsst, dass da noch mal jemand Hand angelegt hat und alles in Ordnung brachte. Platte an der Rückseite, Kabel vom Strom zum PCI (oder Revision 1.03), ansonsten direkt zurück damit. Ansonsten müsst ihr Komponenten schieben, bis alles klingt, wie es soll. Und dann klingt es richtig klasse.

Ganz offensichtlich bezieht sich die Empfehlung auf die gefixte Version der Karte.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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