Skylanders Imaginators und Battlecast - Doppelt hält besser!

Do-it-yourself Monstermacher und Kartenkämpfe.

Nintendos Amiibo sehen zwar schick aus, haben aber eher selten mal einen praktischen Nutzen im Spiel. Disney hat das "Toys-to-life"-Geschäft komplett an den Nagel gehängt, wahrscheinlich weil der Geldspeicher in Entenhausen voll ist. LEGO Dimensions nimmt durch die Beteiligung des dänischen Klötzchengießers eine Sonderstellung ein und erreicht zusätzlich die stattliche Fanbase der LEGO-Liebhaber als Kunden. Bleiben noch die Skylanders, die in schöner Regelmäßigkeit neue Figuren in den Markt der Taschengeldbezieher pumpen. Die Begründer des Genres haben in London ihr jährliches Update vorgestellt und sind gleich mit zwei Titeln am Start: mit Skylanders Imaginators und dem Kartenkampfspiel Skylanders Battlecast.

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Von wegen 'Hearthstone Light': Die Kartenkampfvariante Skylanders Battlecast bietet taktische Tiefe.

Zuerst zu dem "großen" Skylanders: Imaginators, das am 13. Oktober dieses Jahres für alle noch nennenswerten Konsolen erscheinen wird. Nach dem Activison-Prinzip des Spielemachens arbeiten immer mehrere Studios an einem Franchise. Das soll Zeitprobleme und halbfertige Produkte verhindern, was bei der bislang technisch einwandfreien Skylanders-Serie auch hinhaut. Diesmal dürfen mit Toys for Bob wieder die Urväter der Actionfiguren-in-ein-Videospiel-Integrierer ran, während Vicarious Visions wahrscheinlich schon an dem nächsten Gimmick tüftelt. Apropos Gimmick: Nach Giganten, Swappern, Autos, U-Booten und Flugzeugen wird jetzt geheimwerkelt.

Im unvermeidlichen Starter-Pack befindet sich ein sogenannter Creation Crystal, eine Leerhülle für selbst erstellte Skylanders. Aus einer üppigen Sammlung an Köpfen. Rümpfen, Gliedern, Kleidung, Waffen, Kräften und Fähigkeiten lassen sich eigene Kreationen, die Imaginators, zusammenbauen und abspeichern. Natürlich immer nur eine Kreation pro Kristall, man muss ja auch an den Umsatz denken. Nachschub gibt es dann für einen Zehner. Die Erstellung macht aber Laune und das Ergebnis sind oftmals aberwitzige Monsterkombinationen. Da kann man schon mal eine ganze Weile nur im Skylanders-Editor verbringen.

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Der Pinguinkrieger Master King Pen ist einer der über 30 neuen Sensei-Skylanders, die euren Eigenkreation zu neuen Waffen und Fähigkeiten verhelfen.

So ganz ohne neue Figuren im Regal geht es dann aber auch nicht. Mit den Sensei werden über 30 Skylanders erscheinen, darunter auch elf ehemalige Bösewichte, wie beispielsweise die Golden Queen, die die Rolle des Lehrmeisters für die frisch geborenen Eigenkreationen übernehmen. Diese schalten im Spiel neue Waffen und Fähigkeiten für die Imaginators frei, eröffnen verschlossene Spielareale und erhöhen die Levelgrenze ihrer Schützlinge. Aber nur, wenn Imaginator und Sensei auch der gleichen Kampfklasse angehören. Stimmen diese überein, zum Beispiel Zauberer, Ritter, Kämpfer, dann kann der Skyland-Lehrling sogar Sky-Chi, den ultimativen Klassen-Supermove, erlernen. Das dauert allerdings.

Allzuviel von dem Spiel wurde leider nicht gezeigt. Die Probeszenen boten aber das gewohnt kunterbunte und kindgerechte Artdesign, viele niedliche Monster, unbrutale Action, Hüpfeinlagen, bekannte Figuren aus den Vorgängern und ein paar Puzzles. Ach ja, und Oberschurke Kaos ist natürlich wieder der Antagonist, der diesmal mit der mystischen Kraft der Mind Magic eine Armee an ganz besonders üblen Gesellen, die Doomlanders, erschafft. Und die kann man eben nur aufhalten, wenn man seinen Imaginator immer schön trainiert. Wie gewohnt sind alle alten Figuren kompatibel und per lokalem Koop-Modus können zwei Portalmeister gleichzeitig zum Monsterprügeln antreten.

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Welcher Kopf und welcher Körper, darf es denn sein? Bei der Zusammenstellung eures eigenen Imaginators sind kaum Grenzen gesetzt.

Wer jetzt auch unterwegs partout nicht auf Skylanders verzichten kann, darf sich ab sofort das Kartenkampfspiel Battlecast für iOS, Android und Kindle herunterladen. Das kostet nichts, macht aber richtig Spaß. Sozusagen ein Skyland-Hearthstone, bei dem sich in einer 3D-Arena je drei Monsterchen gegenüberstehen und versuchen, sich durch das Ausspielen von Karten die Lebensenergie zu rauben. Das gestaltet sich anfangs recht simpel: Jede Karte hat einen Kristallwert und jeder Spieler pro Runde eine bestimmte Anzahl Kristalle. Zieht man jetzt lieber mehrere Karten mit einem geringen Wert oder gleich eine mächtige Karte, die aber den Kristallvorrat komplett aufzehrt? Das ist dann halt die Gretchenfrage für Kartenstrategen.

Von der bunten Optik und dem schnell erlernten Spielprinzip sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Die Kartenkampf-Variante der Skylanders bekommt einen erheblichen taktischen Tiefgang, wenn die ersten Tutorial-Gegner das Zeitliche gesegnet haben. Und das Start-Deck aus Angriffs-, Verteidigungs-, Rüstungs- und Bonikarten reicht nicht aus, um sich durch die satten 60 Missionen, Bosskämpfe und speziellen Herausforderungen der Kampagne zu metzeln. Wer hoffnungslos unterlegen ist, kauft sich von im Spiel gewonnenen Münzen neue virtuelle Karten oder investiert Echtgeld. Das lässt sich übrigens auch in ganz realen Karten anlegen, die es in Packs zu acht oder 22 Karten im Laden zu kaufen gibt. Diese werden einfach eingescannt und stehen dann im Spiel zur Verfügung.

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Der Creation Crystal, auf dem ihr dann euren Do-it-yourself-Skylander abspeichern könnt.

Das Skylanders-Doppelpack gefällt beim ersten Anspielen. Die mobile Hearthstone-Variante bietet mehr Tiefgang, als die Comic-Optik vermuten lässt und bietet nicht nur eine Kampagne gegen Computergegner, sondern auch einen Online-Modus gegen menschliche Kartenhalter. Eine extrem spaßige Kartenkampfvariante, die sich eine ganze Weile auch ohne Kapitaleinsatz spielen lässt. Das die Battlecast-App an die 1 GB Speicher benötigt, sollte bei aktuellen Tablets und Smartphones kein unüberwindliches Hindernis sein. Der möglicherweise gesteigerte Akkuverbrauch eventuell schon. Aber das sehen wir dann. Skylanders Imaginators führt Sensei-Figuren und die Spieler-Selbstbestimmung ein und erlaubt die freie Gestaltung des eigenen Spielhelden. Dazu das bewährte Konzept aus jugendfreier Action, Rätsel und einer schick präsentierten Märchengeschichte. Passt.

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Über den Autor:

Ulrich Wimmeroth

Ulrich Wimmeroth

Freier Autor

Mag Rollenspiele und Ego-Shooter, sammelt Retro-Konsolen und nutzt seinen PC hauptsächlich zum Schreiben über Spiele. Und für Strategie natürlich. Und das seit Dekaden.

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