Noch bevor Electronic Arts mit seiner Pressekonferenz an den Start ging, gab es mal wieder einen von vielen Leaks in diesen Tagen. Ein neuer Trailer zu Titanfall 2 tauchte im Netz auf, allerdings in niedriger Qualität, weswegen der Publisher das Video vorab in hoher Qualität veröffentlichte.

Dieser neue Trailer bestätigte zugleich einen Singleplayer-Modus für Titanfall 2, der offline spielbar sein wird. In der Kampagne spielt ihr demnach einen Soldaten der Miliz, der ein Pilot werden möchte. Nachdem ihr hinter den feindlichen Linien strandet, müsst ihr mit einem Titan der Vanguard-Klasse eine Mission ausführen, die ihr eigentlich niemals ausführen solltet.

Abseits dessen verspricht man sechs neue Titanen mit einzigartigen Fähigkeiten, mehr Anpassungsoptionen und ein tiefgründiges Fortschrittssystem. Vor dem Release am 28. Oktober 2016 soll es einen "Technical Test" geben, nähere Details dazu liegen aber noch nicht vor.

Alles in allem hinterlässt Titanfall 2 in den gezeigten Videos den Eindruck einer soliden Fortsetzung, wie man sie erwartet. Es gibt weiterhin schnelles Gameplay mit Parkour-Elementen, viel Action zu Fuß und natürlich mit Titanen. Wenn euch der Vorgänger gefallen hat, dürfte auch Titanfall 2 sicher interessant für euch sein.

Überhaupt stand die Konferenz des Publishers überwiegend - und wie nicht anders zu erwarten - im Zeichen der Fortsetzungen. Eine davon ist zum Beispiel Madden NFL 17, für die man neben Gameplay-Optimierungen und -Verbesserungen auch ein neues Kommentatorenteam verspricht. Besonderen Fokus legt man auf den Wettbewerb zwischen den Spielern, plant einen neuen kompetitiven Modus, wöchentliche Wettbewerbe und will gewissermaßen jeden Spieler zum Star machen. Außerdem sind diverse Turniere in den Kategorien "Challenger", "Premier" und "EA Major" vorgesehen.

Im Zuge der NFL 17 Championship, zu der auch vier EA Majors gehören, spielt man eine Million Dollar Preisgeld aus. Alles in allem dürfte das aber vor allem für den amerikanischen, Football-verrückten Markt interessant sein.

Als nächstes stand Mass Effect: Andromeda auf dem Programm. Wer sich eine etwas ausführlichere Gameplay-Präsentation erhofft hatte, wurde leider enttäuscht. Stattdessen wiederholte man einerseits noch mal, dass alles neu sein wird: Planeten, Spezies und Technologien. In der Andromeda-Galaxie seid ihr die Aliens. Mit dabei sind neue Charaktere und laut BioWare mehr Freiheit. Weitere Infos sollen im Herbst folgen.

Nichtsdestotrotz gab es in einem neuen Video zu Mass Effect: Andromeda noch einige frische Impressionen zu sehen, die Lust auf mehr machen. Ihr seht einige Charaktere, Planeten und verschiedene Schauplätze, außerdem könnt ihr einen Blick auf euer neues Raumschiff werfen. Ein guter erster Eindruck, aber eine genauere Einschätzung ist nach wie vor schwer möglich.

Nicht fehlen darf selbstverständlich FIFA 17, dessen Wechsel zur Frostbite-Engine bereits vorab bestätigt wurde. Neu im Spiel ist ein Story-Modus namens "The Journey", zu dem ihr in der Vorschau zu FIFA 17 mehr erfahrt.

Überarbeitet werden außerdem verschiedene Gameplay-Aspekte, etwa im Hinblick auf die Standardsituationen, die Zweikämpfe, das Offensivspiel und die Intelligenz der KI-Mitspieler. Darüber hinaus findet ihr erstmals Premier-League-Trainer im Spiel, nämlich Pep Guardiola, Arsène Wenger, Jürgen Klopp und José Mourinho.

Anschließend war die Zeit für etwas Neues gekommen. Nach dem Erfolg von Unravel und der bereits bestätigten Fortsetzung hat der Publisher sein neues "EA Originals"-Programm vorgestellt. Damit will man kleine, unabhängige Studios unterstützen und ihnen dabei helfen, das Meiste aus ihrem Spiel zu machen. Dabei will man den jeweiligen Studios ein gewisses Maß an Planungssicherheit bieten und sie finanziell unterstützen, ebenso bekommen sie Hilfe bei Entwicklung, Vermarktung und Vertrieb.

Einer dieser Titel ist Fe vom schwedischen Studio Zoink, das aus rund 20 Mitarbeitern besteht. Die Entwickler versprechen eine persönliche Geschichte über unsere Beziehung zur Natur und eine Story, die euch daran erinnern soll, dass alles in dieser Welt miteinander verbunden ist. Fe sticht vor allem durch seinen finster-fantasievollen Grafikstil hervor, ansonsten ist eine Einschätzung derzeit schwer möglich. Interessant wirkt es aber allemal.

Zum Thema Star Wars äußerte man sich wiederum nicht allzu umfangreich, doch wenn man bedenkt, dass die Spiele noch einiges an Zeit brauchen, dürfte das nicht verwunderlich sein. Einerseits bestätigte man, dass DICE und Motive gemeinsam am nächsten Battlefront-Teil arbeiten, der 2017 erscheinen soll. Bei der Entwicklung will man auf die Spieler hören und mehr von dem hinzufügen, was sie sich wünschen. Ebenfalls mit dabei sind Inhalte aus den neuen Filmen.

Viscerals Spiel, an dem auch Amy Hennig beteiligt ist, hat immer noch keinen Namen, soll aber eine brandneue Geschichte mit neuen Charakteren erzählen. Einen ganz kurzen Vorgeschmack auf Viscerals Star-Wars-Spiel gab es in einem neuen Video zu sehen, aber auch nicht wirklich viel. Die gezeigten Szenen mit imperialem Logo, einem Sternenzerstörer und TIE-Jägern geben jedoch zumindest einen Hinweis darauf, in welchem Zeitrahmen das Spiel spielt.

Noch weniger bekannt ist zu Respawns Titel. Er soll in einer "anderen Star-Wars-Ära" spielen, ist ein Third-Person-Actionspiel und im gezeigten Video waren Motion-Capture-Aufnahmen mit Lichtschwertern zu sehen. Insgesamt also sehr dünne Informationen dazu, neugierig macht der kurze Ausblick auf Viscerals Spiel mich als Star-Wars-Fan aber allemal.

Battlefield 1 soll unterdessen "kein gewöhnliches Spiel" werden. Einerseits verspricht DICE, dass die Umgebungszerstörung im Spiel "intuitiver und natürlicher" sein soll, ebenso gibt es dynamisches Wetter, das ständig wechseln kann. Ihr kämpft unter anderem am Tag bei Sonnenschein, dichtem Nebel oder Regen, was sowohl Einfluss auf die Sichtweite als auch auf die Geräusche hat.

Außerdem gibt es im Spiel "Behemoths", also besonders starke Einheiten, wozu die steuerbaren Luftschiffe, gepanzerte Züge und Schlachtschiffe zählen. Eine offene Beta findet später in diesem Sommer statt und frische Eindrücke gab es im neuen Trailer zu Battlefield 1 zu sehen. Rein optisch gibt es daran nichts zu meckern, aber spielerisch lässt sich anhand dessen wenig sagen.

Alles in allem war Electronic Arts' Pressekonferenz also geprägt von Fortsetzungen, aber das dürfte sicherlich niemanden von euch überraschen. Zu Mass Effect: Andromeda gab es immerhin ein paar neue Eindrücke und einen kurzen Vorgeschmack auf Viscerals Star-Wars-Spiel, aber ansonsten war alles überwiegend "business as usual". Positiv hervorheben kann man auf jeden Fall das EA-Originals-Programm, mit dem der Publisher kleinere Studios unterstützen möchte. Interessant an der Konferenz war zudem, dass im Vergleich zu den letzten Jahren Mobile-Spiele überhaupt keine Rolle spielten - außer das im Star-Wars-Video erwähnte Galaxy of Heroes. Und was macht eigentlich Criterion? Seit der Ankündigung ihres neuen Projekts auf der E3 2014 hat man wenig Neues dazu gehört. Mit einer baldigen Veröffentlichung dürfte also nicht zu rechnen sein. Insgesamt also eine Pressekonferenz, die ganz in Ordnung war.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.