Fan-Remake zu Star Wars Battlefront 3 erhält Unterlassungsanordnung

Überraschung, Überraschung!

Dass Electronic Arts und Lucasfilm nicht schulterzuckend dabei zusehen würden, wie ein mit Star-Wars-Materialien ausgestattetes Fan-Projekt zum eingestellten Battlefront 3 erscheint, das ist nun keine Überraschung.

Trotzdem versuchte es das Studio Frontwire. Galaxy in Turmoil sollte ihr von der Unreal-Engine 4 befeuertes Spiel heißen und Schlachten der Ausmaße 32-gegen-32 entfesseln.

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Zuletzt freute sich der Entwickler sogar darüber, eine Distribution via Steam in trockenen Tüchern zu haben. Galaxy in Turmoil sollte kostenlos auf Valves Plattform erscheinen.

Dieses Vorhaben nimmt nun einen herben Schlag, da Lucasfilm wie erwartet einschritt und dem Studio schon am 22. Juni eine Unterlassungsanordnung zukommen ließ, wie Frontwire-Oberhaupt Tony Romanelli mitteilt.

Statt jedoch sofort sämtliche Stecker zu ziehen, brachte Romanelli zunächst ein telefonisches Meeting mit "zweien der höchsten Entscheidungsträger bei Lucasfilm" auf den Weg.

"In unserem Meeting hielten sich fröhliche und ernste Momente die Waage", sagt Romanelli. "Lucasfilm teilte mir mit, dass sie, obwohl sie der Idee, einen Star-Wars-Lizenzdeal mit Frontwire zu verhandeln, offen gegenüberstehen, genau dies aufgrund ihres Vertrages mit EA nicht tun könnten."

"Mir wurde gesagt, Lucasfilm hätte bereits mit EA über Galaxy in Turmoil gesprochen, aber EA äußerte kein Interesse daran, das Projekt fortzusetzen."

Aus EAs Sicht verständlich, schließlich hat man mit Star Wars: Battlefront noch einiges vor (2017 soll bereits eine Fortsetzung erscheinen), und man befürchtet, Frontwires Projekt könne dem im Wege stehen.

"Wir haben versucht, EA direkt für weitere Informationen zu erreichen, haben aber bisher keine Antwort erhalten."

Romanelli hegt keinen Groll gegen EA oder Lucasfilm, dass sie ihr geistiges Eigentum behüten. Er selbst täte dasselbe, um sein "goldenes Ei" zu beschützen.

Obwohl Romanelli der Auffassung ist, die Angelegenheit falle unter das Fair-Use-Gesetz, wird er sich schon allein aufgrund finanzieller Einschränkungen hüten, mit Lucasfilm in einen rechtlichen Streit zu treten. "In einer perfekten Welt werden sie erkennen, dass wir Teamplayer waren, und wir könnten in einer ferneren Zukunft die Chance erhalten, mit ihnen zu arbeiten."

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Was das nun für den Werdegang von Galaxy in Turmoil bedeutet?

Es wird nicht eingestellt, aber um jeglichen Star-Wars-Bezug bereinigt. "Bei den Gesprächen mit Lucasfilm hieß es, sie haben kein Problem mit einem Battlefront-inspirierten Spiel, das die Star-Wars-IP nicht selbst benutzt", so Romanelli.

Daraus wird nun also ein "eigenes Spiel in einem noch nicht zuvor gesehenen Universum". 64-Spieler-Schlachten stehen nach wie vor auf der Agenda, ebenso wie Boden- und Luftkämpfe, zerstörbare Schiffe und eine komplette Singleplayer-Kampagne. Galaxy in Turmoil erscheint wie geplant auf Steam, kostenlos und ohne Mikrotransaktionen.

Was die Finanzierung angeht, will man bald in Crowdfunding-Kreisen vorstellig werden, allerdings erst mit einer spielbaren Demo im Gepäck. Diese soll eine Solomission sowie mindestens zwei Mehrspielerkarten beinhalten.

Und still stehen die Uhren bei Frontwire nicht. "Letzte Nacht hatten wir ein kreatives Meeting. [...] wir sind alle extrem aufgeregt über die neue Richtung, in die GiT geht, und wir wissen, dass die Geschichte, dir wir bauen, euch umhauen wird."

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Über den Autor:

Sebastian Thor

Sebastian Thor

Freier Redakteur - Eurogamer.de

Steht auf Bier und Bloodsport. Mag weiche Sofas und verliert sich gern in Gedanken an dies und das. Seit 2014 bei Eurogamer dabei, aktuell als freier Redakteur.

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