gamescom angeschaut: Titanfall 2

Jetzt auch mit Geschichte. Und Emotionen.

Was ist das eigentlich?

Teil zwei. Und das ist eine gute Sache, weil Teil eins super war. Ein Mech-Shooter mit einer Hingabe zu schnellen Bewegungen, sei es an Wänden oder eingezwängt in riesige Roboter. War der Vorgänger noch angelegt als reine Multiplayer-Angelegenheit im zerstörerischen Gegeneinander, möchte Entwickler Respawn diesmal auch all jenen einen Gefallen tun, die Online-Zeugs nicht mögen. Titanfall 2 verfügt über einen klassischen Einzelspielermodus mit Geschichte, Titan und allem, was man mit Blick aufs Solospielen erwarten darf.

Warum sollte mich das interessieren?

Erstens, weil bei Respawn viele der Leute den Tag verleben, die ihre Fingerabdrücke auf Call of Duty und besonders Teil 4, Modern Warfare, hinterließen. Was zweitens bedeutet, dass sie wissen, wie eine Shooter-Kampagne aussehen sollte. Nach zehn Minuten Spielszenen kann man fast ausschließen, dass sie irgendwas davon verlernt haben. Hier wirkt nichts mit der Brechstange drangetackert, sondern beherzt, durchdacht und zum Teil wunderbar emotional aufgeladen.

Klingt der Name des Hauptcharakters - Jack Cooper - noch wie aus der Retorte, sind seine Künste des Wandlaufens auf Anhieb eine schmissige, das Spiel bereichernde Sache. Auf einem Planeten abgestützt, fegt er durch Schluchten wie ein Derwisch, läuft an Felswänden entlang, stößt sich ab zur anderen Seite, Doppelsprung, drüben und weiter. All das sieht schon beim Zusehen nach Spaß aus. Der alte Crysis-Trick - Anzugtarnung aktivieren und Gegner das Genick brechen - purzelt zwar eher aus der Mottenkiste, aber ist ja OK. In der nächsten Szene rutscht Cooper eine Leine nach unten und kickt dem im Weg stehenden Gegner ins Nirwana oder wirft Schockgranaten.

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Bis hierher cool, wenn auch nicht irre außergewöhnlich. Kommt der Titan ins Spiel, wird es mitunter rührselig. Respawn will die Mechs als Wesen mit eigenem Willen verstanden wissen, nicht nur versehen mit blechern-robotischer Stimme, weil man das so macht. Es gibt kleine Dialoge, in denen ihr Antworten auswählen könnt, und einen Moment, der mich ehrlich berührte.

Im späteren Spielverlauf steht man an einer Schlucht mit einer Plattform auf der anderen Seite. Der Mech redet von einer 86-prozentigen Chance, dass er Cooper sicher hinüberwerfen kann. Was mit den restlichen 14 Prozent ist, fragt Cooper. Mit einer warmherzigen Animationen greift sich der Riese seinen Kapitän. "Trust me", brummt er in einem Tonfall, dass man ihn nur umarmen möchte. Und wirft ihn rüber. Eine kleine Geste, die alles sagt, was es zu sagen gibt. Vor allem mehr über die Beziehung zwischen ihm und Cooper, als es seitenweise Text schaffen könnte. Denkt an Dog aus Half-Life 2 und ihr seid nah dran. Diese Art des Erzählens beherrschen nur die Besten.

Was kann noch schiefgehen?

Mir fällt ehrlich gesagt nichts ein. Abgesehen davon, dass etwas über zwei Jahre Entwicklung für ein Spiel mit Erzählfokus und dem hoffentlich gewohnt mitreißenden Multiplayer-Modus zu knapp sein könnten. Ansonsten dürfte das wie Teil eins werden, nur größer und schöner. Was gibt es daran auszusetzen?

Erscheint wann?

Am 28. Oktober 2016 für PC, PS4 und Xbox One.

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Über den Autor:

Sebastian Thor

Sebastian Thor

Freier Redakteur - Eurogamer.de

Steht auf Bier und Bloodsport. Mag weiche Sofas und verliert sich gern in Gedanken an dies und das. Seit 2014 bei Eurogamer dabei, aktuell als freier Redakteur.

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