gamescom angeschaut: Prey

Genau mein Beuteschema.

Was ist das überhaupt?

Jedenfalls nicht Prey 2, das Human Head mal machen wollte. So viel ist klar. Tatsächlich weiß ich nicht einmal, warum Bethesda daran lag, den Namen überhaupt zu verwenden, denn das erste Prey war bei aller Liebe kein legendäres Spiel. Aber nun - der Name ist trotzdem schmissig. Das reicht eigentlich auch als Grund, ihn zu verwenden, auch wenn es thematisch und in Sachen Ablauf nicht weiter von Tommy's Früh-360er-Alienabenteuer weg sein könnte.

Warum sollte es mich interessieren?

Weil Arkane es macht und die Herrschaften in Sachen Art-Design und offenen, kreativen Spielabläufen neuerdings die Hausnummer sind. Das klang ja sicher schon bei meinem Ersteindruck zu Dishonored 2 durch.

Auf einer Raumstation im Orbit um den Mond finden Experimente statt, die "die Menschheit für immer verändern" sollen, so der Präsentator auf der Hands-off Demonstration. Man selbst spielt als Morgan Yu, der wahlweise auch eine Frau sein darf und eine Invasion schattenhafter, formwandelnder Aliens abwehren muss. Die Wetten laufen bereits, ob es sich dabei wirklich um Aliens handelt, oder ob sich in dem Twist herausstellt, dass die Kreaturen Ergebnis fehlgeleiteter wissenschaftlicher Vorstöße - also von Menschenhand geschaffen - sind.

In jedem Fall führt das zu einem stark nach hochklassigen Science-Fiction-Horror aussehenden und im Metroidvania ablaufenden Action-Adventure. Ich sage nicht "Shooter", weil unser Vorspieler genau das klarmacht, als er eine Waffe findet: Sie werden entweder selten sein oder sind nur spärlich mit Munition ausgestattet. Und dann sind da noch die Upgrades in Form so genannter "Neuromods", die man auf leckere Art mit einer Nadel durchs Auge direkt im vorderen Cortex installiert. Die sind menschlicher und außerirdischer Natur und verändert, welche Dinge Morgan zu leisten im Stande ist.

Die Aliens, die in ihrem Aussehen und Bewegungsmuster an das erinnern, was uns ursprünglich in dem damals ganz interessant wirkenden X-COM-Shooter gegenüberstehen sollte, können die Form jeglicher Gegenstände annehmen. Steht in einem Moment noch ein Bürostuhl im Weg, kann der sich im nächsten schon in einen irre durch die Gegend zuckenden Mördergeist verwandeln. Der Clou ist: Morgan kann per Neuromod diese Fähigkeit ebenfalls erlangen, was uns auch prompt demonstriert wird, als er in einen Kaffeebecher schlüpft, um durch den Schlitz im Sicherheitsglas eines Rezeptionsschalters zu kullern.

Prey Gamescom-Trailer.

Cool auch die Glue-Gun - die Klebstoffkanone -, die feuerspuckende Gasleitungen verschließt, Feinde bewegungslos macht und mit der man sogar eine eigene Treppe erschaffen kann, mit der man höhere Gegenden erreicht. Die Recycle Grenade saugt implosionsartig Umgebungsgegenstände in sich auf, räumt so Räume frei und produziert dabei noch Schrott, der als Crafting-Zutat dient. Die investiert man an Fabrication Stations in die Möglichkeit jeglichen Gegenstand zu produzieren, den es im Spiel gibt. Gewissermaßen ein futuristischer 3D-Drucker.

Dass man auch das komplette Äußere der Station Tallus im Raumanzug umherschwebend erkunden darf, ist für Sci-Fi-Fans wie mich mehr als nur ein schöner Bonus.

Was kann noch schiefgehen?

Was bei dieser Sorte Spiel immer schiefgehen kann: Umgebung langweilig, Geschichte vorhersehbar, Gunplay schwach, Fähigkeiten im Einsatz nicht interessant, Gegner nervig platziert oder gestaltet. Nachdem sich Bethesda aber mit viel Verve hinter dieses Spiel stellt und Arkane bereits bewiesen hat, dass sie ihr Handwerk beherrschen, darf man guter Dinge sein, dass dem nicht so ist.

Wann kommt es und wofür?

2017 für PS4, Xbox One und PC.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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