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In Kürze wird Skyrim auf den Konsolen geupdatet. Man kann jetzt über die Praxis denken, was man will, ich selbst bin da etwas zwiegespalten. Einerseits ist es eine nette Art, ein Spiel noch mal zu erleben, anderseits hätte man die Entwicklungszeit ja auch in ein neues Spiel stecken können, zum Beispiel. Am Ende überwiegen dann wohl doch die Vorteile, denn was wir harten, alten und älteren Gamer dabei leicht vergessen ist, dass vielleicht nicht jeder vor fünf Jahren Skyrim gespielt hat. Sei es, weil er zu jung war und nur einen DS hatte, weil er damals einfach keine Zeit hatte, weshalb auch immer. Jetzt steht da eine schöne PS4, die Auswahl an RPGs ist übersichtlich, Witcher schon zwei Mal durchgespielt, da kommt so ein Skyrim doch gerade recht. Sagte ich mir so, als ich etwas missmutig das Spiel auf dem PC neu startete, um mal zu gucken, ob es mir dann noch was geben kann, wenn ich es denn Bälde für einen weiteren Test neu starten werde.

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Es kann. Ich hatte ganz vergessen, was für ein schönes Spiel Skyrim sein kann. Eigentlich ist es ein Walking-Simulator, wenn man denn möchte, und das ist die Art, auf die ich es demnächst zu genießen denke. Sicher, die Geschichten entlang des Weges sind nicht schlecht - von der sehr durchwachsenen Hauptlinie mal abgesehen - und das Kampfsystem ist antiquiert, aber nach ein paar satten Axt-Treffern durchaus für ein paar Scharmützel zufriedenstellend. Aber das sind nicht die Stärken, die mir sofort wieder auffielen und die mich dann doch einen ganzen Abend in Skyrim festhielten. Hier sind fünf Dinge, die das mit Leichtigkeit geschafft haben:

Platz 5: Inns

Oder auch: Kneipen. Herbergen. Absacker-Läden. Barden-Schuppen. Wegesrand-Abfüllstationen. Helden-Betankungsanlagen. Nennt es wie ihr wollt. Es fiel mir wahrscheinlich nur auf, weil mein alter Spielstand aus welchen Gründen auch immer - obwohl, eigentlich sehr passend - vor Jahren in einer solch wichtigen Orts-Infrastruktur endete und damit mein Wiedersehen hier nun begann. Aber es ließ mich gleich innehalten, eine Runde "Ragnar, der Rote" beim Barden einfordern und zuhören, als das örtliche Lokalkolorit über ihre Knieprobleme schwadronierte.

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Platz 4: Kälte

Es gibt gar nicht so viele Spiele, die wirklich kalt sind. Sicher, hier und da mal ein Winter-Level, mal in CoD eine Runde durch den Schnee stapfen oder fünf Minuten mit Nathan Drake frieren.

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Aber wenn man eine Stunde entlang der nördlichen Küste von Markarth über Einsamkeit zur Magier-Akademie läuft, es gerade Winter im Winterland ist und man fast schneeblind am Monitor wird, dann scheint die Temperatur im Raum mit zu sinken. Was übrigens ein sehr guter Grund ist, in diesem und vielen anderen Spielen zumindest von Zeit zu Zeit mal die Finger von der automatischen Ein-Klick-Reise zu lassen. Das Opodo des RPG kann viel von der Atmosphäre zerstören, die man sich einfach mal gönnen sollte.

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Platz 3: Dörfer

Das ist das, was einem Dragon Age so ein wenig fehlt, was aber ein Witcher oder eben ein Skyrim auszeichnet: Das gute, alte Fantasy-Landleben. Wenn man durch eine Welt wandert, dann ist es das, was die Textur einer zumindest gewissen Glaubwürdigkeit ausmacht. Und sie waren selten so abwechslungsreich und passend in die immer wieder mal atemberaubende Landschaft eingefügt wie hier. Die Orte, an denen ein Held alt werden kann, wenn alle Drachen erschlagen sind.

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Platz 2: Drachen

Apropos Drachen... Skyrim hat eine wundervolle Drachenpopulation! Manchmal ein wenig zu inflationär, das raubt ihnen ein wenig die Einzigartigkeit, die hier deutlich schneller nachlässt als in einem Dragon Age: Inquisition, wo jedes der Biester in seinem eigenen Ökosystem zu hausen schien.

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Sie sind auch nicht ganz so groß wie dort, aber in Skyrim haben sie ein sehr archaisches Wesen und Äußeres an sich, dass das locker wieder wettmacht. An der Akademie von einem großen Alten überrascht zu werden, der sich mit einem Donnern auf eines der Häuser niederlässt, um die Straßen mit den verzweifelt umherlaufenden Wachen mit Feuer einzudecken... So müssen Drachen sein.

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Platz 1: Städte

Ich liebe eine gute Fantasy-Stadt, da kann ich einfach nicht widerstehen und auch wenn Skyrim nicht die größten hat, es gibt einige der schönsten und vor allem abwechslungsreichsten Städte in einem Spiel.

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Von der östlichen Zwergen-Architektur in Markarth, über die aberwitzig geschwungene Felsbrücke von Einsamkeit bis hin zum sumpfigen Riften mit seinen Holzbrücken ist jede Stadt einzigartig in ihrem eigenen Charme, ihren eigenen Bewohnern deren und eigenen Knieproblemen. Okay, die sind nicht so eigen. Aber trotzdem. Jeder Pfeil im Knie ist einzigartig.

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Ich liebte und liebe es durch diese teilweise kitschigen, teilweise kreativen, aber immer schönen Entwürfe zu laufen, sie bei verschiedenen Tageszeiten und Wetterbedingungen zu sehen und das gehört zu den Dingen, die ich sicher alle paar Jahre immer wieder mal machen kann. Außerdem wird es nie langweilig, in Häuser einzubrechen und alles zu klauen, egal, ob es was wert ist oder auch nicht.

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Sicher, PC-Nutzer lässt das Update eh kalt. Mods rule! Und eine so dermaßen aktive Mod-Kultur hat wahrscheinlich kaum ein zweites Solo-RPG. Also, wenn ihr auf PC spielt, aber Skyrim noch nicht gespielt habt, dann gebt gefälligst die 15 Euro aus, ladet euch den Hi-Res-Texture-Pack gleich dazu, die epische Falskaar-Mod gleich mit und was euch sonst an Mods reizt. Habt ihr eine Konsole und Skyrim noch nicht besucht? Mal davon ausgehend, dass sie die Technik hinbekommen, steht euch ein sehr langer, kalter Winter mit warmen Inns, warmen Drachenfeuer und atemberaubenden Städten und Landschaften ins Haus.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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