Call of Duty XP 2016 - Das Dschungelcamp des Shooter-Daseins

Zombie-Modus in echt im Abenteuerspielplatz für fast Erwachsene

"USA! USA! USA!" erschallen die Rufe in der vollbesetzten Arena The Forum in Inglewood, Kalifornien. Anfeuerungsrufe für das nordamerikanische Team EnVyUs, das nach acht gewonnenen Begegnungen in den letzten Tagen unangefochten in das Finale der WCL, der Call of Duty World League Championship 2016, einzieht. Die Gegner sind zur großen Überraschung der Zuschauer nicht die Landsleute des vorab favorisierten Teams OpTic Gaming, sondern das englische Team Splyce. Damit stand tatsächlich erstmalig eine europäische Mannschaft in einem CoD-Endspiel um die Weltmeisterschaft. Aber der große Kulturschock blieb den Amerikanern dann doch noch erspart, als EnVyUs ihre Kontrahenten deutlich in die Schranken wiesen. Dabei sah es eigentlich erst richtig gut aus für die Underdogs von Splyce.

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Um 800.000 Dollar reicher: Das Team EnVyUs, die Gewinner der Call of Duty World League Championship 2016.

Gespielt wurde "Call of Duty: Black Ops III" auf PlayStation 4-Konsolen des Sponsors Sony. Und im ersten Match, das im Modus Hardpoint ausgetragen wurde, holten die Splycer in wenigen Minuten einen Rückstand von über 100 Punkten auf und errangen noch den Sieg. Der Jubel der anwesenden britischen Fans war dann doch verfrüht, denn die nächsten drei Modi Search & Destroy, Uplink und Capture the Flag, lagen den Amerikanern deutlich besser und das Endergebnis lautete nach einer knappen Stunde Bruttospielzeit 3:1 für EnVyUs, Der Lohn für den Durchmarsch: Der Titel des amtierenden Weltmeisters und ein stattlicher Scheck über 800.000 Dollar.

Auch die Zweitplatzierten gingen nicht leer aus und konnten sich über ein Trostpflaster in Höhe von einer Viertelmillion Dollar freuen. Insgesamt wurden zwei Millionen Dollar an Preisgeldern verteilt, soviel wie noch nie zuvor bei einem CoD-Turnier. Das sind sicherlich noch keine Dimensionen, wie sie Dota 2-Spieler erleben, die bei einem Turnier wie The International auch mal mit knapp zweistelligen Millionenbeträgen nach Hause fahren. Aber es zeigt, dass es Activison ernst meint mit der hauseigenen eSports-Liga. Da wird in den nächsten Jahren wohl noch wesentlich mehr drin sein, denn mit dem frisch angekündigten Mehrspieler-Modus des kommenden Call of Duty: Infinite Warfare steht bereits der Nachfolger für die Championships 2017 parat. Dazu werden wir euch in den nächsten Tagen einen ausführlichen Einblick liefern. Nur soviel: Es wird wieder gehüpft, aber nicht mehr so hoch.

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Die Spieler von Splyce wirken noch ein wenig niedergeschlagen. Die Viertelmillion Preisgeld für den Zweitplatzierten sollte aber bald für heitere Mienen sorgen.

Wer von den Besuchern keine Lust hatte, sich bei den Vorrundenspielen in dem auf Eisschrank-Niveau heruntergekühlten Innenraum der Arena aufzuhalten, hatte reichlich Alternativen zum Zeitvertreib. Immerhin fanden die Meisterschaften nicht wie in den Vorjahren in einem Zelt auf dem Dach eines Parkhauses statt, sondern wurden im Rahmen der Call of Duty Experience abgehalten. Ein Fan-Fest der Superlative, das nach einer fünfjährigen Pause jetzt zum zweiten Mal veranstaltet wurde. Wer nicht nur zuschauen, sondern selber spielen wollte, konnte an Hunderten von Konsolen den Mehrspielermodus von Call of Duty: Infinite Warfare und Call of Duty: Modern Warfare Remastered, den Zombie-Modus Zombies in Spaceland oder Salvation, den letzten DLC des langsam scheidenden Call of Duty: Black Ops III, ausprobieren. Schade: Die Kampagne von "Infinite Warfare" war nicht anspielbar.

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Dank professionellen Kommentatoren und gelungenem Spectator-Mode ließen sich die rasanten Matches auf Großleinwänden bestens verfolgen.

Dafür gab es aber die Möglichkeit "Jackal Assault" auszuprobieren. Ein Weltraumschlacht-Minispiel für PlayStation VR, das es für Käufer der PS4-Version von Infinite Warfare kostenlos geben wird. Auf dem Pilotensitz eines Jackal, wie die wendigen Raumjäger im Spiel heißen, geht es in die Schlacht gegen die Aggressoren der Settlement Defense Front (SDF), die mit einer ganzen Flotte an Schlachtschiffen und Raumjägern auftauchen. Die Dogfights im Stil von "EVE: Valkyrie" machen schon mal richtig Laune. In einem irren Tempo hetze ich den Gegnern hinterher und versuche, mit der Bordkanone Treffer zu landen. Gar nicht so einfach, zumal sich Gegner immer wieder an mein Heck heften und die Einschläge mein Raumschiff ordentlich durchschütteln. Da hilft nur eine Fassrolle und erst einmal Fersengeld geben. Aus sicherer Entfernung kommen dann die Raketen des Jackal zum Einsatz. Bis zu drei feindliche Schiffe gleichzeitig lassen sich per Blickkontakt markieren und mit einem Knopfdruck werden die Geschosse abgefeuert. Wie viel Spieltiefe letztlich in der Weltraumballerei steckt, lässt sich nach der knappen Demo nicht sagen. Aber für die eine oder andere Stunde unterhaltsame Space-Action, scheint der Call of Duty VR-Ableger auf jeden Fall bestens geeignet.

Der Call-of-Duty-Themenpark hatte aber noch wesentlich mehr zu bieten, als nur vor einem Bildschirm zu sitzen und zu zocken. Beispielsweise beim Paintball echten Körpereinsatz zeigen. Zu diesem Zweck wurde eigens die Multiplayer-Map Nuketown originalgetreu auf dem Event-Gelände nachgebaut. Eine aus Sperrholz zusammengezimmerte Stadt mit Schaufensterpuppen als Einwohnerersatz, die in den 1950er Jahren dem Militär als Testaufbau diente, um die Zerstörungswirkung nuklearen Waffen zu untersuchen. Trotz sommerlicher Hitze habe ich Tarnanzug, Weste und den unerlässlichen Gesichtsschutz angezogen und mich auf den Kampfplatz begeben. Fazit: Unter der Maske ist es gar nicht so leicht etwas zu erkennen, die anderen treffen viel besser und die Kugeln zwiebeln ganz schön auf der Haut. War trotzdem gut.

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Gelungen: Die Multiplayer-Map Nuketown wurde auf dem Gelände der CoD XP nachgebaut und diente als Paintball-Schauplatz.

Lange Schlangen auch vor der Zipline, mit der die Besucher in einem ordentlichen Tempo quer über das Gelände rasen konnten und dem Laser Tag-Gebäude. Unter dem Motto "Zombies in Spaceland", wurden die Lichtpistolen-Duelle in der neonfarbenen Kulisse eines fiktiven Freizeitparks der 1980er Jahre ausgetragen. Und mit dem plötzlichen Auftauchen wirklich gruselig geschminkter Zombie-Darsteller aufgepeppt. Zum Abschluss gab es noch mal gehörig was auf die Ohren, als Snoop Dogg und Wiz Khalifa ihre Show vor vollem Haus abzogen.

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Zombies, überall Zombies. Die gruseligen Gestalten trieben sich besonders gerne in der Laser Tag-Halle rum und erschreckten in der Dunkelheit die Spieler.

Und das war sie dann, die Call of Duty XP 2016. Hat es sich gelohnt? Für Fans der Call of Duty-Serie mit Sicherheit. Die Kombination aus Anspielmöglichkeiten der kommenden Titel, Outdoor-Aktivitäten und professionell präsentiertem eSports-Spektakel kam an. So zumindest mein persönlicher Eindruck und das Ergebnis meiner bestimmt nicht repräsentativen Umfrage, die ich spontan auf dem Gelände durchgeführt habe.

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Über den Autor:

Ulrich Wimmeroth

Ulrich Wimmeroth

Freier Autor

Mag Rollenspiele und Ego-Shooter, sammelt Retro-Konsolen und nutzt seinen PC hauptsächlich zum Schreiben über Spiele. Und für Strategie natürlich. Und das seit Dekaden.

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