Die visuellen Verbesserungen, die in unterstützten Titeln auf der PlayStation 4 Pro möglich sind, scheinen durchaus breit gefächert zu sein und reichen von höheren Auflösungen bis hin zu Verbesserungen der Grafik. Call of Duty: Infinite Warfare war für uns sehr aufschlussreich - das eine Spiel, das auf der EGX 2016 auf der neuen Hardware präsentiert wurde. Auf einer Reihe bewachter PS4 Pros konnten wir es mit einer Multiplayer-Version auf der normalen PS4 vergleichen. Eine seltene Chance, im Vorfeld der Veröffentlichung der Konsole am 10. November eine Vorstellung von den möglichen Verbesserungen unterstützter Spiele zu erhalten.

Mein Kollege John Linneman und ich waren uns einig, dass die grundlegende Grafik auf PS4 und PS4 Pro im Moment recht nah beieinander sind. Lediglich die Auflösung machte einen Unterschied. Obwohl auf beiden Konsolen unterschiedliche Maps gespielt wurden (auf der Pro lieg eine nette Science-Fiction-Version der Terminal-Karte aus Modern Warfare 2), war auf Sonys neuer Maschine bisher nichts von verbesserter Szenerie oder Effekten zu sehen, wenn sie das Spiel aufeinem 4K Bildschirm ausgibt. Der Fokus liegt klar auf der erhöhten Auflösung.

Was wir sahen, war hüben wie drüben dasselbe Spiel, auf PS4 Pro wurde mit höherer Pixelzahl aber ein bedeutend saubereres Bild erzeugt. Der gezeigte Build legte nahe, dass Sonys Schachbrett-Skalierer zum Einsatz kam. Wie schon in Horizon: Zero Dawn und anderen Titeln auf der PlayStation Experience gesehen, werden hier ein 2x 1080p in einem Zwei-Mal-zwei-Schachbrettformat gerendert, um täuschend nah an das angestrebte 4K Ideal heranzukommen. Manchmal führt das in Bewegung zu einem leichten Tüpfel-Effekt an hochkontrastigen Kanten, aber das ist nur schwer zu erkennen, sofern man nicht aus der Nähe auf den Bildschirm blickt.

Das hat zwei Effekte auf die Bildqualität von Infinite Warfare, je nachdem ob die Kamera statisch ist oder sich der Spieler bewegt. Bei schnellem Gameplay erzeugt das Schachbrett-Rendering zusammen mit dem Temporal Anti-Aliasing außergewöhnlich scharfe Kanten - und diese AA-Methode hilft, einige der Artefakte zu verbergen. Der Nachteil ist, dass sie in einigen Kameraschwenks auch ganz leicht sichtbare Banding-Artefakte nach sich zieht. Insgesamt stellt die Klarheit des Bildes aber einen Unterschied wie Tag und Nacht zur Standard-PS4-Version des Spiels dar. Und wenn man normal weit vom 4K-Display weg sitzt, sind die Schachbrett-Artefakte nur sehr schwer auszumachen.

John und Tom sprechen über ihr 4K-Erlebnis mit der PlayStation 4 Pro auf der EGX. Außerdem gibt's einige Eindrücke von anderen Spielen, die auf der Messe zu sehen waren.

Das statische Bild ist sogar noch aufschlussreicher. Überraschenderweise gibt uns ein Schnappschuss von Infinite Warfare mit der Spielkamera immer noch ein perfektes Verhältnis von 1:1 der Treppchenstufen einer Kante zu den Pixeln der auf dem Event verwendeten 4K-Displays. Das bedeutet, sobald wir aufhören die Kamera zu bewegen, löst das Spiel in einem Detailgrad auf, der von wahrem, nativem 3840x2160 kaum zu unterscheiden ist. Klar, angesichts des hohen Tempos, das Call of Duty geht, scheint das trivial, aber es ist ein interessantes Anzeichen für die Funktionsweise der Technik und der Vorteile des PS4-Pro-Ansatzes.

Es gibt noch ein weiteres Problem, das einer Erwähnung wert ist. Infinite Warfare zeigt keinerlei Glättung entlang von geometrischen Kanten in der Version, die wir spielten. Trotz der 4K-Pixelstruktur in diesen Momenten erkennt man Treppchenbildung, die nahelegt, dass das Spiel einzig auf temporales Anti-Aliasing setzt. Das Problem verschwindet natürlich beim ersten Anstupsen des Gamepad-Sticks, aber es ist interessant zu sehen, ob das finale Produkt mit einer handfesten Lösung hierfür erscheint.

Für Besitzer von 4K-Bildschirmen sind das insgesamt gute Neuigkeiten, aber die Verbesserungen abseits der Auflösung sind minimal - bis hin zu dem Punkt, an dem sogar das Niveau des anisotropen Filterings zwischen PS4 und PS4 Pro sehr ähnlich erscheint. Eine Situation, die verbessert werden könnte. Allerdings ist die Entscheidung, einfach nur die Auflösung hochzuziehen, eine einfache Demonstration der Unterstützung für das neue Gerät - ein Schritt, den wir wahrscheinlich bei vielen Spielen in nächster Zeit erleben werden. Und für jene ohne die Mittel, zusätzlich zur PS4 Pro einen 4K-Fernseher zu kaufen, steht immer noch ein großes Fragezeichen in Bezug darauf, wie Infinite Warfare auf Standard-1080p-Displays profitiert - ob durch eine weichere Bildrate oder ein sauberes Full-HD-Bild dank Super-Sampling.

Gespannt auf Infinite Warfares Performance, wie sie in der Kampagne auf dem Playstation-Meeting gezeigt wurde? Haben wir hier.

Was die Framerate der PS4 Pro im 4K-Modus angeht, ist eine Sache klar: Es ist überwiegend ein 60-FPS-Spiel, aber die Hänger, die wir auf der Standard-PS4 erleben, bleiben bestehen. Es gleicht einem Schlingern inmitten des üblichen Ausbruchs von Alpha-basierten Effekten, und während das genauere Analysen mit dem finalen Code erfordert, sind die Performance-Hänger auf der PS4 Pro auffälliger als auf der Original-PS4. Die Unterschiede in den Maps zwischen beiden Plattformen machen diesen Vergleich ein wenig unfair, aber vorläufig können wir mit Sicherheit sagen, dass Performance-Gewinne auf der höherwertigen Hardware nicht ohne Weiteres erkennbar sind. Jede Version hat derzeit ihre Probleme.

Es ist ein ähnliches Performance-Niveau wie beim Kampagnenausschnitt, der während der PS4-Pro-Enthüllung in diesem Monat gezeigt wurde. Ob das zum Erzwingen der kompetitiven Gleichheit zwischen Standard-PS4- und Pro-Spielern im Online-Bereich geschieht, ist nicht sicher. Allerdings ist der allgemeine Durchsatz im kompetitiven Spiel auf beiden Geräten stark. Wo die PS4 Pro dafür entworfen ist, die Bedürfnisse von 4K-Käufern zu befriedigen, sind sie ohne Frage begierig darauf, ihr neues Set-up leuchten zu sehen.

Abschließend: Was wir von Infinite Warfare auf der PS4 Pro gesehen haben, sieht vielversprechend aus. Das Spiel ist optisch sehr beeindruckend und es war gut, den Blick auf einen weiteren Titel werfen zu können, der Sonys neue Technologie zum Hochrechnen benutzt. Dem allgemeinen Eindruck nach ist die Pro in der Lage dazu, sich die Extra-Pixeldichte von 4K-Bildschirmen zunutze zu machen. Es mag kein präzises 3840x2160 mit makellosen Details sein, aber es ist ganz offensichtlich ein beachtliches Upgrade gegenüber dem Standard-1080p.

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Über den Autor:

Thomas Morgan

Thomas Morgan

Senior Staff Writer, Digital Foundry

32-bit era nostalgic and gadget enthusiast Tom has been writing for Eurogamer and Digital Foundry since 2011. His favourite games include Gitaroo Man, F-Zero GX and StarCraft 2.

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