Technik-Analyse: Lohnt sich bei Zelda: Breath of the Wild der Umstieg von der Wii U auf die Switch? - Digital Foundry

Update: Die Switch gewinnt in GPU-fokussierten Stresstests.

Update (09.03.2017): Wie versprochen haben wir einige weitere Tage damit verbracht, die Performance von The Legend of Zelda: Breath of the Wild sowohl auf der Switch als auch auf der Wii U zu analysieren. Es ist zwar nach wie vor schwierig zu rechtfertigen, so viel Geld nur für einen Titel in eine neue Konsole zu stecken, aber es ist auch klar, dass die Switch bei Aspekten des Spiels, die die GPU wirklich auslasten, deutliche Performance-Vorteile hat - ganz egal, ob ihr die Konsole nun im TV- oder im Handheld-Modus nutzt.

Wir haben mehrere Punkte im Spiel identifiziert, an denen die Grafik-Hardware wahrscheinlich ausgelastet wird. Dazu zählen große Explosionen, während Link sich im Kampf befindet, und ein Gebiet das Titels, von dem sich viele wünschten, dass wir es uns anschauen: Kakariko Village. Ersteres lässt die Wii U-Hardware deutlich einbrechen, wenn sie ausgelastet ist, auf der Switch zeigen sich hier nur kleinere Auswirkungen auf die Framerate. Aber es ist kein wirklich großes Problem für das Gameplay, da die Performance-Drops kurz sind.

Interessant ist allerdings, dass die Handheld-Performance in diesen Momenten etwas schlechter ausfällt als beim Spielen im TV-Modus. Das ist tatsächlich das umgekehrte Ergebnis im Vergleich zum Eröffnungsbereich der offenen Welt, in dem die gedockte Switch in bestimmten Bereichen deutlich mehr stottert - vermutlich dann, wenn neue Terrain-Daten geladen werden.

Diesmal konzentrieren wir uns auf GPU-Stresspunkte und nicht auf CPU-basierte Probleme, auf die wir beim Durchqueren der Welt stießen. Eine Lücke öffnet sich und die Switch kann punkten.

Es ist aber der Stresstest in Kakariko Village, der Switch und Wii U wirklich voneinander trennt. Hier kann Nintendos Last-Gen-Plattform konstant auf 20 FPS fallen, während die gedockte Switch viel näher und mit weniger störenden Abweichungen am 30-FPS-Ziel dran bleibt. Da ist in beiden Modi der Switch der Fall und der größte Punkt, der die beiden Versionen in puncto Performance unterscheidet. Kämpfe in Dörfern sind dem Vernehmen nach selten bis nicht vorhanden, die Framerate-Drops sollten sich also nicht allzu störend auf das Gameplay auswirken.

Letzten Endes ist es schwierig, die Performance von Zelda genau zu analysieren. Die Welt ist groß und die Bedingungen verändern sich ständig. Drops auf 20 FPS können abschreckend sein, aber unserer Erfahrung nach stören sie das tatsächliche Gameplay kaum. Klar ist aber, dass es drei Performance-Stufen gibt. Auf der Wii U spielt es sich noch immer gut, aber sie liegt an letzter Stelle. Darauf folgt die gedockte Switch, aber im Handheld-Modus spielt es sich nach wie vor am flüssigsten.

Originalmeldung (06.03.2017): The Legend of Zelda: Breath of the Wild ist ein Cross-Gen-Titel für Nintendo, der gleichzeitig für die Wii U und die neue Switch erscheint. Als eines der besten Spiele aller Zeiten bezeichnet, ist es ein Must-Play-Titel, aber die Frage ist: Lohnt sich das Upgrade von der Wii U, um ein besseres Zelda-Erlebnis auf der Switch zu haben? Oder könnt ihr mit dem Switch-Kauf noch warten, wohl wissend, dass die Wii-U-Version ein vergleichbares Erlebnis bietet?

Wir möchten betonen, dass es sich hierbei um anfängliche Resultate handelt, um einen ersten, allgemeinen Überblick über die Unterschiede der verschiedenen Versionen bietet zu können, von denen jede mit dem Day-One-Patch auf Version 1.1 lief. Wir haben im Vorfeld nicht viele optische Unterschiede erwartet. Alles, was wir bislang von der Switch-Hardware gesehen haben, deutet an, dass sie kein Problem damit hat, ähnliche Erlebnisse wie in der Wii-U-Generation zu bieten - und mehr. Nintendo hat genau erklärt, wie die Unterschiede zwischen den beiden Plattformen aussehen.

Hier sind die relevanten Infos von Nintendo:

  • Beide laufen mit einer Framerate von 30 FPS.
  • Beide Versionen des Spiels bieten den gleichen Inhalt.
  • Auf dem Fernseher läuft die Switch-Version des Spiels in 900p, die Wii-U-Version in 720p.
  • Die Switch-Version nutzt qualitativ hochwertigere Umgebungsgeräusche. Das Resultat ist, dass Geräusche von Schritten, Wasser, Gras und so weiter realistischer klingen und das Open-Air-Feeling des Spiels verbessern sollen.
  • Die Handelsversion für die Wii U benötigt 3 GB zusätzlichen Speicherplatz auf der Konsole oder einer externen Festplatte.
  • Einige Icons, etwa Buttons auf dem Bildschirm, unterscheiden sich zwischen den beiden Versionen.
  • Limited und Master Edition gibt es nicht für die Wii U.

Zuvor hatte Zelda-Produzent Eiji Aonuma angegeben, dass die Switch-Version das „gleiche Erlebnis“ bietet wie die Wii-U-Fassung. Wir waren erpicht darauf, genau das auf die Probe zu stellen, besonders in Anbetracht der glanzlosen Performance, die wir letztes Jahr auf der E3 sahen.

So sieht Zelda im Vergleich auf der Switch und Wii U aus, basierend auf den Digital-Foundry-Testergebnissen des ersten Tages.

Wir haben bereits die Unterschiede in der Auflösung zwischen Wii U und Switch bestätigt und man kann außerdem sagen, dass sich die Spiele grafisch in so ziemlich jeder anderen Hinsicht gleichen. Draw Distance, Schatten-Auflösung, Modell-Qualität, Texturen, Effekte und selbst die dichte, voluminöse Beleuchtung, die wir im ersten Schrein sehen, sind exakt gleich. Im Kern müssen Wii-U-Besitzer also visuell betrachtet auf nichts verzichten. Abseits der Auflösung nutzt jede Version die gleichen Grafikeinstellungen.

Ein kleiner Unterschied ist erwähnenswert, und der betrifft das Texture-Filtering. Auf der Switch ist die bilineare Filter-Qualität leicht besser, was bedeutet, dass die Texturen nicht ganz so nah an eurem Bildschirm gefiltert werden. Wenn ihr genau hinschaut, entdeckt ihr Linien beim Mapping auf dem Boden - besonders bei komplexem Mauerwerk. Wii U und Switch nutzen offensichtliche Kaskaden, wodurch es einfach ist, den Punkt auszumachen, an dem der Filter einsetzt, wenn ihr euch nach vorne bewegt. Bei der Switch wirkt die Texturarbeit aber über eine größere Reichweite hinweg klarer, bevor die Qualität auf ähnliche Art und Weise nachlässt. In gewisser Weise ist die Wii U damit auf dem gleichen Niveau wie der Handheld-Modus der Switch, aber um ehrlich zu sein werdet ihr in Bewegung keinen echten Unterschied feststellen.

Die höhere Audioqualität auf der Switch hat in der Realität nur sehr geringe Auswirkungen. Ob das nun Wassergeräusche, Fußschritte oder sich wiegendes Gras betrifft, die Idee ist, dass die Switch vom doppelten Arbeitsspeicher profitiert, um eine reichhaltigere Klanglandschaft zu unterstützen. Als wir aber den ganzen Tag damit verbracht haben, beide Versionen unter Verwendung von Kopfhörern mit ohrumschließenden Muscheln zu testen, fiel es uns schwer, irgendwelche Unterschiede festzustellen. Bei denjenigen mit entsprechend hochqualitativen Bildschirmen oder Surround-Sound-Setups könnte sich die höhere Audioqualität der Switch vielleicht auszahlen, aber für die meisten Spieler wird der Sound der Wii-U-Version nicht wirklich dramatisch schlechter klingen.

Alles in allem, basierend auf der Video- und Audioqualität, ist die Switch-Version diejenige, die ihr kaufen solltet. Sie liegt aber nur einen kleinen Schritt weit vorne, die Auflösung ist hier der wichtige Unterscheidungsfaktor. Die Verbesserungen fallen überraschend gering aus, wenn man die Unterschiede im Hinblick auf die mögliche Systemleistung zwischen der Wii U und der Switch im TV-Modus bedenkt. Aber es gibt gute Gründe für Nintendo, das Spiel auf beiden Systemen so identisch wie möglich aussehen zu lassen - Wii-U-Nutzer sollten sich nicht benachteiligt fühlen, während der Titel selbst offensichtlich die Qualität hat, um für ein glänzendes Debüt der Switch zu sorgen.

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Der erste Ausblick auf die Welt in Breath of the Wild eignet sich so gut wie jeder andere dafür, um zu zeigen, dass die offene Welt von Zelda unabhängig von der Plattform das gleiche visuelle Erlebnis bietet.
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Im Dock läuft die Switch-Version in nativen 900p, auf der Wii U sind es 720p. Wir haben alle Bilder auf 1080p hochskaliert, das Resultat ist ein etwas schärferes Bild auf der Switch, aber es ist kein Game-Changer.
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Standbilder reichen nicht aus, um den Unterschied in Sachen Auflösung sichtbar zu machen. In Bewegung ist Pixel-Crawl auf der Wii U ein deutlich größeres Problem. Um es dennoch deutlich zu sagen: Beide Versionen leiden zu einem gewissen Grad darunter, hauptsächlich weil Anti-Aliasing fehlt.
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Die Switch hat der Wii U einiges an RAM voraus, aber die Art Assets sind durch die Bank identisch. Auf der Switch gibt es etwas besseres Texture Filtering, die Wii-U-Fassung gleicht in der Hinsicht Breath of the Wild im Handheld-Modus von Nintendos neuer Konsole.
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Ihr sucht nach Unterscheiden bei den Details? Öhm, das hier ist das Beste, was wir diesbezüglich finden konnten. Scrollt auf Links Füße hinunter und von dort aus nach links und ihr seht einen Unterschied - ein paar Grasbüschel mehr, bizarrerweise auf der Wii U.
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Auch die Post-Process-Effekte sind identisch - wie die Bloom-Effekte hier.
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Ebenso die volumetrische Beleuchtung.
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Charaktermodelle - wie auch alle anderen Assets - sind hüben wie drüben identisch.

Dennoch, obwohl die visuelle Zusammensetzung sich im Grunde kaum unterscheidet, sollten wir von der neueren Hardware überlegene Performance erwarten können. Breath of the Wild ist seit über vier Jahren in der Entwicklung und seine systembasierte Open-World-Engine wurde zunächst für die Wii U entwickelt. Die Konversion auf Switch hat erst sehr viel später stattgefunden - dabei handelt es sich um eine komplett unterschiedliche Architektur, was durchaus eine Herausforderung bei der Entwicklung dargestellt haben dürfte.

Wir werden hier die gedockte Switch-Version mit der Wii U vergleichen, aber bevor wir das tun, lasst uns noch einmal klar betonen - wie wir bereits schrieben, läuft das Spiel in den 720p des Handheld-Modus deutlich flüssiger als wenn die Switch im Dock steckt. Diejenigen, die auf die beste Performance aus sind, spielen es so.

Der Direktvergleich der Switch im Heimkonsolenmodus mit der Wii U wirft erstaunliche Performance-Daten auf. Die Grundlagen zuerst: Breath of the Wild zielt auf 30 FPS samt V-Sync, aber die gigantische Open World macht es schwer, diese Frequenz auch zu halten. Weil es sich um doppelt gebuffertes V-Sync handelt, schraubt das Spiel auf beiden Konsolen die Bildrate eine Stufe zurück, auf 20 Bilder pro Sekunde, sobald die 30 nicht mehr gehalten werden.

Bemerkenswerterweise, zumindest demzufolge, was wir im eröffnenden Spielbereich, dem großen Plateau, bemerkten, knickt das Spiel auf der Switch mit derselben Härte ein wie auf der Wii U, allerdings an anderen Stellen dieses Gebiets. Auch sind keine Ursachen für die Einbrüche ersichtlich. Die Renderlast ist vergleichsweise milde, im Vergleich zu den dichter bewachsenen Waldgebieten, was darauf hindeutet, dass es im Hintergrund einen Flaschenhals beim Streamen der Daten gibt. Eine Theorie wäre, dass die Welt für die unterschiedlichen Speicherarrangements der beiden Konsolen auch unterschiedlich partitioniert ist, was die Stolperer in Richtung 20 FPS an verschiedenen Stellen erklären würde.

Tom Morgan und Dave Bierton unterhalten sich darüber, wie sich The Legend of Zelda: Breath of the Wild im Handheld- und Konsolenmodus unterscheidet.

Mit anderen Worten: Beide stürzen auf 20 FPS ab, aber der Switch unterläuft das immer an einer bestimmten Stelle, während es bei der Wii U an anderen passiert. CPU-Limitationen sind ein offensichtlicher Schuldiger hier (wobei SoC-Bandbreitenfragen durchaus erklären könnten, warum die ungedockte Switch flüssiger läuft), aber es ist klar, dass wir das Spiel weiteren Tests unterziehen müssen, um herauszufinden, ob GPU-Stresspunkte weitere Unterschiede zwischen den Konsolen aufwerfen. Kakariko Village wird hierfür unsere erste Anlaufstelle sein, gleichzeitig zu einem Test der Alpha-Effekte.

Wie dem auch sei, im Hier und Jetzt, basierend auf diesen ersten Tests, ist das Spiel generell gleichwertig, ob man nun gedocked auf der Switch spielt oder auf der Wii U. In beiden Fällen ist es schade, dass Zelda nicht mit stabilen 30 FPS läuft. Beide Versionen brechen in vergleichbaren Umständen ein, aber an unterschiedlichen Orten.

Wir werden interessiert beobachten, ob sich weitere Unterschiede einschleichen, während wir uns tiefer ins Spiel hineinkämpfen, aber diese anfänglichen Tests zeigen, das die Wii U der Switch nur in Sachen Pixelzahl hinterherhinkt. Weitere visuelle Unterschiede sind minimal und die optische Zusammensetzung ist so gut wie identisch. Die Performance verlangt nach weiteren Tests, aber bisher sieht es nicht danach aus, als gäbe es gravierende Differenzen zwischen der Wii U und der gedockten Switch.

Deren Fähigkeit, auch entkoppelt vom HDTV und wo immer man will gespielt zu werden, ist mit Abstand der spürbarste Unterschied zwischen den beiden Versionen. Und er ist weit bedeutender als die Performance-Vorteile, die das Spiel im Handheld-Modus liefert. Dieses Spiel immer und überall erleben zu können, ist ein unwiderstehlicher Gedanke. Er ermöglicht den Usern, ihre Gaming-Sessions auch in einen sehr bewegten Alltag zu integrieren. Demnach sollten bei der Entscheidung für eine der beiden Versionen technische Beweggründe keine Haupterwägung sein. Die Frage nach einem Switch-Upgrade dreht sich eher darum, ob euch das gesamte Konzept der Maschine und die erhältlichen Titel reizen.

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Über den Autor:

Thomas Morgan

Thomas Morgan

Senior Staff Writer, Digital Foundry

32-bit era nostalgic and gadget enthusiast Tom has been writing for Eurogamer and Digital Foundry since 2011. His favourite games include Gitaroo Man, F-Zero GX and StarCraft 2.

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