Skylanders Imaginators (Switch) - Test

Gut unterwegs.

Hier geht es um die Umsetzung von Skylanders Imaginators auf die Nintendo Switch. Wer mehr über das Spiel erfahren will, liest Martins ursprünglichen Test zu Skylanders Imaginators, der dem Titel ein wenig mehr von der Wurzel her auf den Zahn fühlt.

Es ist ein bisschen schade, dass es aktuell ein bisschen finster aussieht, was Skylanders angeht. Imaginators ist zwar gut, war aber bisher nicht gerade der berauschende Erfolg, den sich Activision wohl vorgestellt hat. Nur 66.000 Einheiten im Startmonat verkauft, Vicarious Visions öffentlichkeitswirksam als Zuarbeiter für das nächste Destiny vorgestellt - das roch vor drei Monaten noch ein wenig nach leisem Siechtum. Nun, jetzt hat Activision mittlerweile Klartext geredet und bekundet, die Reihe werde nicht aufgegeben, statt eines neuen Teils sollen in diesem Jahr zusätzliche Inhalte und Spielzeuge für Imaginators erscheinen. Immerhin und vielleicht ist im nächsten Jahr der Hunger nach neuem bunten Plastik auch wieder größer.

So oder so muss uns das für den Moment nicht interessieren, denn mit der Version für die Switch unterstreicht Vicarious Visions noch einmal, wie gut die Reihe immer mehr auf die Füße fand und sogar den einen oder anderen Erwachsenen an die Angel bekam. "Konsolen-Diablo light light" vor erinnerungswürdigen, poppigen Art-Designs, viel Animationsfilm-Charme und schnellem Ein- und Ausstieg für ein bis zwei Spieler. Das Ding schmolz trotz des immerwährenden Generalverdachts, wenn mit buntem Plastik Kinder geködert werden, auch eiskalte Herzen und wirkt durchgehend einladend.

All diese Werte bewahrte sich Imaginators, bei dem man erstmals seinen eigenen Skylander aus Tausenden Körperteilen, Accessoires und Voice-Schnipseln zusammenbastelt und auf dem mitgelieferten Kristall speichert, auch im Sprung auf die Switch. Optisch sieht es toll aus, wenngleich die Grafik deutlich weichgezeichneter wirkt, was für eine niedrigere, dafür aber hochgerechnete interne Auflösung spricht. Es ist ein bisschen, als würde man eine Toy-Story-DVD auf einem Röhrenfernseher schauen. Sieht immer noch detailliert und lebendig aus, und die Bildrate bleibt auch auf dem schmal dimensionierten Handheld noch sehr stabil, aber man bemerkt es doch.

Auf der positiven Seite ist zu vermerken, dass das Spiel durch die neu gewonnene Mobilität durchaus gewinnt. Skylanders erstmals immer und überall mit hin zu nehmen, wertet das Erlebnis auf. Der integrierte NFC-Chip bedeutet einen Verzicht auf zusätzliche Portal-Hardware - den Stick des linken Joy-Con mit einer Figur anstupsen und los geht's - und dass man seine Figuren nun speichern und über ein Menü anwählen darf, mag zunächst befremdlich wirken. Ein Toys-to-life-Spiel, bei dem man nach einmaliger Figurenregistrierung gar nicht mehr auf das Spielzeug zurückreifen muss, fühlt sich schließlich irgendwie seltsam an. Aber es maximiert den Unterwegsfaktor und stellt sicher, dass Kids etwaiges Reisegepäck nicht noch um einen Rucksack voller Figuren erweitern. Auch können Kinder untereinander dann von den Sammlungen von Freunden profitieren. Ein anderer, inhärenter Nachteil ist allerdings: Weil nicht länger eine Figur ständig auf dem Portal steht, wird in der Switch-Version der Charakterfortschritt leider nicht zurück auf das Spielzeug geschrieben.

Dem Spiel an sich schadet das wenig, ihr habt eure Figuren und Konsole bei Bedarf gewissermaßen ja eh ständig dabei. Wirklich schade finde ich nur, dass weder die Fallen aus Trap Team noch die Fahrzeuge aus Superchargers kompatibel mit der Switch-Version sind. Die Erklärung warum das so ist, blieb Activision schuldig. Aber auch so hat Imaginators für Skylanders Fans noch eine Menge zu bieten. Die farbenfrohen Welten, die neuen Senseis und natürlich der Spaß daran, seinen eigenen Skylander zu erstellen und mit immer neuen, schrägen Ausrüstungsgegenständen auszustatten, treibt einen ganz gut durch dieses seichte, aber immer um die nächste Ecke lockende, kinderfreundliche Action-Rollenspiel. Mein letztes Skylanders war eine Weile her, ich hatte nicht erwartet, dass es einen solchen Sog entwickeln könnte.

Am Ende ist das hier in Sachen Umfang sicher nicht die stärkste Version und der Gedanke, dass mein Spielfortschritt keine Spuren auf dem NFC-Chip der Figur hinterlässt, fühlt sich seltsam an, auch wenn er in der Praxis eigentlich ohne Konsequenz ist. Dafür ist der neue Formfaktor für das mittlerweile recht ausgereifte RPG-Klopper-Konzept (und vom Plastikspielzeug genervte Eltern) ein echter Gewinn. Für den gebührt zwar in erster Linie Nintendo Lob, aber auch Activision musste das Potenzial erst einmal erkennen ausschöpfen. Im Schritt Richtung Mobilität beweist Skylanders jedenfalls, dass noch viel Leben in der Marke steckt. Ob dieser sprunghafte, launische Markt das genau so empfindet, werden wir dann sehen.

Entwickler/Publisher: Vicarious Visions / Activision - Erscheint für: Switch, Wii U, PlayStation 4, PlayStation 3, Xbox One, Xbox 360 - Preis: 59,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: Switch - Sprache: Deutch - Mikrotransaktionen: Ja, Item-Drops

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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