Nun versucht sich also auch Bioware daran, dem Destiny-Gedanken kooperativer Heldentaten unter fremden Firmamenten das perfekte Spiel auf den Leib zu zimmern. Die Gameplay-Enthüllung von Anthem in durchaus sagenhafter Spiel-Grafik machte Lust auf mehr, auch wenn man inhaltlich die Versatzstücke bereits zur Genüge kannte.

EAs Patrick Soderlund kündigte Anthem aber als gewaltige, lebendige, sich stets verändernde Open-World, was den Rahmen dessen sprengt, was Destiny aktuell zu leisten im Stande ist.

Die Spieler in ihren Exosuits, die allesamt unterschiedliche Rollen erfüllen - Namen wie "Colossus" und "Ranger" lassen ahnen, wohin die Reise geht - verfügen über Jetpacks, um die offenkundig gewaltige Welt zu durchqueren. Dabei geht es nicht nur in die Lüfte, sondern durchaus auch mal unter Wasser.

"Freelancer" werden die Spieler hier genannt, und sie verdingen sich auf einem Dschungelplaneten mit riesigen Maschinenwesen. Sci-Fi-Fans müssen hier die Augen einfach übergehen, auch wenn man nicht alles zum ersten Mal sieht.

Schon jetzt gefiel der fließende Übergang zwischen den einzelnen Bereichen und die Action scheint Bioware immer besser im Griff zu haben. Anthem wirkte bei Weitem nicht so hüftsteif wie Mass Effect Andromeda und grafisch hat man sich den einen oder anderen Trick des ebenfalls auf Frostbite laufenden Star Wars: Battlefront abgeschaut. Mit Sicherheit eines der hübschesten Spiele der Messe, wenngleich Horizon: Zero Dawns Auftritt Anfang dieses Jahres Anthem ein wenig den Knalleffekt genommen haben dürfte.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie viele PvE-Sci-Fi-Erlebnisse mit Blick auf EXP-Jagden und der Hatz nach benannten Waffen - die Freude einer Spielerin im Video über einen Schießprügel namens "Jarra's Wrath" klang doch arg nach der Loot-Verliebtheit von Activisions galaktischem Überlebenskampf - aber diese Welt wirkte einfach einladend. Ich bin gespannt.

Dazu (Un-)Wettereffekte, die sich gewaschen hatten, absolut organisch und dabei durch und durch fremd wirkende Umgebungen, das Versprechen von 4K und HDR auf Xbox One X - es machte schon Lust auf mehr, auch wenn außer "2018" über den voraussichtlichen Erscheinungstermin nichts zu hören war.

Von Exklusivität war derweil nichts zu hören. Geht also davon aus, dass alle Plattformen Anthem bekommen werden.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Deputy Editor - Eurogamer.de

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.