Sonys E3 2017 Show: Ihr hattet mich nach 20 Sekunden bei "Uncharted…"

No Bullshit, just Games.

Wie heißt es so schön drüben im englischsprachigen L.A.: "You had me at hello." 20 Sekunden Uncharted und ich wusste einfach, dass ich den ganzen Tag über meine geliebte Xbox und ihren fast perfekten Controller schwadronieren kann: Wenn er nicht in der Lage ist, Uncharted zu steuern, kann er niemals perfekt sein. Und das wird er nie sein. Weil Uncharted ist Sonys DNS und wie stark diese ist, das ließen sie einen mit einem absoluten Minimum an Show wissen. Einfach nur Games, Games, Games und nach 20 Sekunden von Uncharted: The Lost Legacy wusste man schon, was man spielen will. Und zwar sofort. Und das ist nicht mal ein "richtiges" Game, sondern ja "nur" ein kleiner Serien-Spin-off.

Wenn man es überhaupt eine Show nennen kann. Wo bei Xbox und Co. jeder mal auf die Bühne durfte, beschränkte man sich bei Sony auf ein Maximum an Trailern und vor allem sehr viele und teilweise recht ausführliche Gameplay-Eindrücke, was die mit einer Stunde Laufzeit eher kurze Veranstaltung zu einer intensiven Angelegenheit machte. Zwischen Detroit-Cyber-Vision und God-of-War-Axt-Action konnte man sich schon einem gewissen Maß an Szenario-Schleudertrauma ausgesetzt sehen, aber das war es, was diese eine Stunde auch so gut machte. Die Message war ganz klar: Die Hardware haben wir längst. Hier ist das, wofür wir sie gemacht haben.

Uncharted: The Lost Legacy hätte kein stärkerer Auftakt sein können, als es sich wieder konsequent als das bessere Indiana Jones präsentierte, gefolgt von Horizon: Zero Dawn - The Frozen Wilds, dessen Geschichte offenbar direkt weitergeht. Sicher, das ist nur ein DLC, aber einer für ein Spiel, das so stark ist, dass es sich für eine Sekunde nach einem neuen Spiel anfühlte. Auch wenn sie scheinbar davon ausgingen, dass mittlerweile jeder die Super-Rüstung gefunden hat, was ich mal als Kampfansage des Schwierigkeitsgrades an uns betrachte.

Und nein, ich bin so langsam nicht mehr über jedes Remake begeistert, vor allem, wenn es davon eigentlich ja schon ein HD-Remake gab. Aber für Shadow of the Colossus mache ich gerne eine Ausnahme, bin angemessen hingerissen und verkneife mir fast, dass ein "Colossus 2" doch auch ganz nett gewesen wäre. Fast, ich habe es ja gerade doch ausgesprochen. Egal, Shadow of the Colossus! Yay!

Große Monster gibt es ja auch anderweitig genug zu erlegen. Monster Hunter World ist nicht PS4-exklusiv, aber das schmälert den Spaß an den großen Bestien sicher nicht. God of War ist PS4-only und das war eine recht eigene Mischung, die es da als Mix zwischen Vater-Sohn-Beziehung und Axt-Metzel-Action zeigt. Fantastischer Look in einer offenen oder zumindest offeneren Welt, in der es an Gelegenheiten für Kombo-Kämpfe keinen Mangel geben sollte. Und dann war da noch der Zombie-Bär am Ende der recht interessanten Days-Gone-Demo, die zeigte, dass das Spiel mehr zu bieten hat als nur rennende Zombies. Die etwas depressiv wirkende Road-Movie-Story verwandelt sich in ein fast schon taktisches Stealth-Abenteuer an einzelnen Punkten, in denen ihr die untoten Horden dann zu eurem Vorteil einsetzen müsst. Leider erst nächsten Jahr, aber hey, gut Ding will Weile haben und dieses Spiel sieht jedes Mal besser aus.

Im Gegensatz zu Detroit. Die Handlung wirkt langsam interessanter - auch wenn es sich inzwischen wie ein Crossover mit der aktuellen Deus-Ex-Handlungslinie anfühlt -, die Grafik jedoch... Meh, für ein Full-Motion-Video-Adventure wohl ganz nett. Außerdem passt es gut als Übergang zum kleinen VR-Ansturm und ich weiß, ihr wollt kein Skyrim mehr, ich will auch Elder Scrolls 6, aber verdammt: Skyrim in VR. Vielleicht sollte ich mir auch mal so eine komische Brille anlachen, von der Kids heute so begeistert sind. Dann kann ich auch die anderen schönen Dinge wie Star Child oder Moss spielen.

Als Finale dann noch ein paar PS4-exklusive Kleinigkeiten für Destiny 2 - Ich freue mich riesig drauf! Auf Destiny 2, nicht diesen "Exklusiver Kleinkram, nur hier!!"-Blödsinn - und einen längeren Blick auf Spider-Man. Letzteres macht einen hervorragenden Eindruck, eine wilde Mischung aus Batman-Arkham-Nahkampf, Open-World-Schwingen und leicht cleverem Action-Adventure, das seine Cutscenes mit ein paar Quick-Times auflockert. Sehr guter Look, Spideys lockerer Charme sehr passend zumindest in diesen paar Minuten eingefangen, ein exklusiver Titel, mit dem sich jeder Publisher gerne schmückt.

Jetzt habe ich ausschließlich über die Spiele geredet, nicht über die Show, nicht über die Gastauftritte, nicht über die Hardware, aber das liegt halt daran, dass es nichts von diesen Dingen gab. Sony ging ganz einfach und simpel bei den Games in die Vollen, knallte sie in einer Stunde runter und musste sich danach für nichts schämen. Eine gute Auswahl an vielen wirklich exklusiven, hochwertigen Titeln - no "console launch excluisve" bullshit here... -, dazu ein klein wenig Ausblick über den eigenen großzügig dimensionierten Teller hinweg und ihr habt viele gute Gründe, vor euch eine PS4 stehen zu haben.

Und weil ich undankbar bin: Das Einzige, was fehlte, war der eine große neue Titel, von dem man noch nichts im Vorfeld wusste. Mit ein, zwei kleineren Ausnahmen waren alle Titel bekannt, es gab neue Einblicke und Details und Spider-Man war sicher kein schlechtes Finale - Mir fällt grad ein: Wo war eigentlich Gran Turismo... versteckt es sich vor Forza 7? Egal. -, aber es war halt nicht ganz der Bäm!-Moment, den nur eine komplette Neuankündigung eines neuen, großen und vor allem unbekannten Spiels auf so einer Show bringen kann.

Schwamm drüber, es gibt auch so mehr als genug zu spielen, wenn ihr eine PS4 habt.

Weitere E3-Themen, die ihr euch angucken solltet:

E3 2017: Alle Spiele, Highlights und News der Messe

E3 2017: Die besten Trailer, die ihr gesehen haben müsst

E3 2017: Termine und Livestreams der Pressekonferenzen

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (170)

Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (170)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading