E3 2017: Metro 3 wäre einfach gewesen. Dank an A4 Games, dass sie Exodus entwickeln.

Man muss sich irgendwann doch aus dem Keller trauen, um voranzukommen. 

Eigentlich hatte ich ja gedacht, dass in Metro fürs erste alles gesagt war. Nicht inhaltlich, die Welt der Tunnel unter den Resten des frisch vor sich hin glühenden Moskaus hätte bestimmt noch die eine oder andere Geschichte parat gehabt. Es ist mehr der spielerische Aspekt, der sich ausgemehrt hatte. Immer durch die Gänge schleichen, da ein paar Mutanten-Ratten erledigen, da ein paar Banditen, Kommunisten oder Faschisten umgehen, gelegentliche kurze Trips an die Oberfläche, wo immer an der Gasmaske gedreht wird... Das war super für die beiden Folgen und wenn ihr sie noch nicht gespielt haben solltet, dann holt das doch bitte mal ganz dringend nach.

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Aber so gut die auch sind, noch ein drittes Mal das zumindest sehr Ähnliche zu durchleben, wäre unter der Würde der Reihe gewesen. Jetzt zu sehen, wie die gar nicht mehr so kleinen 4A Studios - hoffentlich haben sie genug von den Erfolg abbekommen, um sich etwas Luxus zu gönnen - die Welt einfach mal auf den Kopf stellt, zeugt von viel Mut - oder auch nicht, ich habe nie über das erste Buch hinaus gelesen. Vielleicht hält es sich ja auch einfach nur an die Vorlage. Statt euch unten an relativer Sicherheit zu erfreuen - ich meine jenseits von Mutanten und Faschisten, irgendwas ist ja immer - und draußen in konstanter Furcht vor übermächtigen Flugdämonen herumzuhuschen, scheint es nun genau anders herum. Ungefähr so, als würde... Keine Ahnung, als würde der Witcher in der Wildnis ein sicheres Leben führen dürfen und in den Städten würde ihm sofort jeder und alles an den Kragen wollen. Nicht sehr passend, ich weiß.

Der erste Blick auf die Welt zeigt jetzt keine freundliche Umgebung in den Ruinen der alten Welt, aber das scheint nichts gegen das, was da inzwischen aus den Tunneln herauskriecht. Der Zug scheint ein Zeichen, dass die Menschen angefangen haben die Oberfläche zurückzuholen oder sich dort zumindest in einem gewissen Rahmen bewegen können, der zuvor in keiner Weise möglich war. Ihr erinnert euch, es gab bestenfalls winzige Außenposten, die auf regelmäßiger Basis von allem überrannt wurden, was seine DNS nach der Bombe neu arrangiert fand. Jetzt werden wir nach draußen kommen, wir werden alle vier Jahreszeiten in dieser Welt sehen und erleben, was hinter den Ruinen der Stadt und der U-Bahn wartet - hoffentlich nicht neue U-Bahnen, St. Petersburg soll eines der am tiefsten vergrabenen U-Bahn-Systeme der Welt haben.

Auch das Versprechen der Mischung aus geradlinigen, durchdesignten Abschnitten und Teilen der Welt, die dann zwar nicht direkt offen, aber doch groß genug sind, klingt nach mehr. Die beiden Metros waren sehr Level- und Weg-gesteuert, es gab nie groß die Frage, wo es langgeht und die U-Bahn-Schächte passten ja auch dazu. Nun zumindest ein wenig mehr erkunden zu können und vielleicht über die seltsamen Dinge einer neuen Welt zu stolpern, es klingt praktisch ideal, für ein Metro, das immer noch eine Geschichte zu erzählen hat. Wenn diese sich dann neu und frisch und eben nicht "nur" wie ein simples Metro 3 anfühlt, dann haben wir das dem Mut der Entwickler zu verdanken, die sich nicht von der Sicherheit der Tunnel, die sie so gut kennen, haben verleiten lassen. Sondern, dass sie sich an die Oberfläche trauten und uns dorthin mitnehmen.

Ich wünschte, mehr Serien würden wissen, wann sie doch mal einen Exodus aus den ach so vertrauten Routinen brauchen. Ägypten? Exodus? Ihr versteht...? Ich weiß, war billig.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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