Final Fantasy Brave Exvius Fan Festival 2017

Jede Menge Spaß im Verlies!

Es wird sicherlich einige geben, die Final Fantasy Brave Exvius nicht auf ihrem Schirm haben.

Grund 1: weil es ein Free-to-play-Spiel ist. Und die sind ja bekanntlich nur darauf aus, jedem ahnungslosen Gelegenheitszocker freudig Bares aus der Tasche zu ziehen. Fehlt indes das nötige Kleingeld, kommt man kaum bis gar nicht weiter. Oder eben nur sehr langsam. Bei den meisten Vertretern dieser Schiene stimme ich ohne Einwände zu. Also weg mit dem Zeug, radikal vom Handy, dem iPad beziehungsweise dem Tablet tilgen.

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Hironobu Sakaguchi, Schöpfer der Final-Fantasy-Reihe, flimmerte in einem kleinen Einspieler über die Leinwand. Auf japanisch mit französischen Untertiteln. Dank unseres Übersetzers konnte ich zumindest verstehen, dass er sich darüber freut, dass

Grund 2: Weil es ein Mobile-Spiel ist. Längerfristig sowieso alle öde respektive sehr simpel gestrickt. Ohne jetzt Clash of Clans, Candy Crush, Joe Danger oder wie sie alle heißen beleidigen zu wollen - auch hier gebe ich bei der Mehrheit der verfügbaren Titel eifrig nickend mein Einverständnis.

Und nicht zu vergessen, Grund 3: weil es ein Spiel im Retro-Design à la Secret of Mana oder Zelda: A Link to the Past ist. In der heutigen Zeit und dank unglaublicher Möglichkeiten in puncto Grafik muss man sich so etwas doch wirklich nicht mehr antun. Oder?

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Fina ist einer der sieben Hauptcharaktere, hier in ihrer 'dunklen' Magierform.

Falsch, falsch und, nun ja, Geschmackssache! Final Fantasy Brave Exvius mag zwar den Tiefen der Free-to-Play- und Mobile-Gewässer entsprungen sein und kleidet sich überdies in die Sprite-Gewänder der 16-Bit-Ära, nichtsdestotrotz ist es ein Kleinod besonderer Machart. Eines, bei dem sich die Entwickler Woche für Woche mit einfallsreichen Events, Schlachtzügen und so genannten "Mog König"-Sammelaktionen ins Zeug legen. Und kaum ist ein Verlies gesäubert, ein Waldstück von Sahagins, Mandragoras und Quahlen befreit, wartet mit dem nächsten Inhalts-Update ein weiterer Geschichtsstrang darauf, die Abenteuer der Helden fortzuführen. Oder es erscheint ein neuer Oberbösewicht im Prüfungsbereich, dem man nur mit viel Strategie und Können seine Schätze entreißt.

Ich könnte vermutlich ewig über dieses mobile Schmuckstück schwadronieren, das mich dank seiner Komplexität seit Februar mehrere Stunden täglich beschäftigt. Aber dann würde ich das eigentliche Thema des Artikels außer Acht lassen - das Final Fantasy Brave Exvius Fan Festival in Paris. Anlässlich des einjährigen Bestehens der globalen Version veranstalten Entwickler gumi (globale Version), Alim (japanische Version) und Publisher Square Enix bis Ende des Jahres weltweit spezielle Fan-Events in ausgewählten Städten. Angefangen in Paris über Taipei in Taiwan sowie New York bis hin zu Busan im Süden von Korea und schlussendlich Los Angeles. Und sollte sich der Ablauf der noch stattfindenden Festivals ähnlich gestalten wie jenes in Paris, ist eines definitiv garantiert - ein hoher Spaßfaktor für die glücklichen Teilnehmer!

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Das Erkennungszeichen von Final Fantasy - der Moogle. Abgesehen von den Chocobos, versteht sich!

Gelegen in den düsteren, kellerartigen Räumlichkeiten des Palais de Toyko, einem Museum und Ausstellungsgebäude für moderne Kunst, drängten sich rund 350 FFBE-Fans zu einer kleinen Bühne, den Blick gebannt auf ihr Handy. Square-Enix-getreu durfte sich das Publikum zunächst von Musikstücken des Spieles berieseln lassen, die von einer Violinistin und ihren Bandkollegen imposant inszeniert dargeboten wurden, bevor Kei Hirono, seines Zeichens Produzent der JP-Version, und Hiroki Fujimoto, Produzent der globalen Version, das zweieinhalbstündige Fan-Festival eröffneten. Nebst einer kurzen Frage-und-Antwort-Runde mit den Entwicklern, einigen spärlich gesäten Neuankündigungen - beispielsweise dem baldig erscheinenden Nier-Automata-Event und der "neuen" Ariana-Grande-Einheit -, dem Einheitenwettbewerb sowie einer Lotterie mittels Handy lag das Hauptaugenmerk aber ganz klar auf den Spielerherausforderungen.

In insgesamt drei "Gruppenkämpfen" wurden die Besucher dazu aufgefordert, anhand ihres Erfolges Geschenke für alle globalen Recken zu erstreiten. Ergo Beschwörungstickets, Treue-Moogles und Verbesserungen. Beim FFBE-Quiz, einer Michael-Schanze-artigen 1-2-oder-3-Kopie, bei der die Spieler sich je Antwortoption in eine der drei Schlangen einreihen mussten, blieben bereits nach der ersten Frage rund 90 Prozent der Teilnehmer auf der Strecke. Ich gestehe, mich hat es trotz anfänglicher Selbstsicherheit auch gleich erwischt. Aber ganz ehrlich: Wer bitte weiß schon die Antworten auf Fragen der Marke "Wie viele Ecken hat ein Sternenquarz?", "Wie viele Einwohner beherbergt die Residenzstadt Grandshelt?" und "Wie viele Male wurde der Dungeon 'Erdschrein' insgesamt beendet?".

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Die vierköpfige Band ließ es auf der Bühne richtig krachen. Inklusive einer headbangenden Violinistin.

Gruppenaktivität Nummer zwei war als spaßiger und wortwörtlich knalliger Wettkampf zu verstehen. Ein Auserwählter durfte mit seinem Einheiten-Team auf einer Erkundungskarte gegen das Team von Kei Hirono antreten. Mit einem Ballon zwischen den Beinen. Der im Sekundentakt größer wurde. Und zwar rasend schnell. Den Sieg verbuchte zwar knapp die Entwicklerseite, die ersehnten Preise gab es dennoch für jeden. Das dritte und letzte Kampf-Event, der angepriesene und heiß erwartete Schlachtzug gegen den Gigantaur, für den jeder Teilnehmer zu Beginn des Festivals eine entsprechende Münze erhielt, fiel leider aufgrund technischer Probleme aus. Bei über 350 Teilnehmern, die alle gleichzeitig ins schon wackelige WLAN preschten, kein Wunder. Als Entschädigung wurde seitens der Produzenten trotzdem so getan, als hätten wir alle gemeinsam den Riesenkaktus in die Flucht geschlagen. Resultat: sämtliche erstreitbaren Belohnungen ergattert, alle Besucher, meine Wenigkeit inklusive, glücklich.

Einige Tage nach dem Festival durften wir Hiroki Fujimoto, Produzent der globalen Version, noch mit einigen Fragen löchern, die uns auf der Seele brannten.

Eurogamer: Was sehen Ihre Langzeitpläne für FFBE aus? Und wohin hat sich das Spiel, sagen wir einmal, im Jahre 2020 entwickelt?

Hiroki Fujimoto: Es versteht sich von selbst, dass wir FFBE weiterhin unterstützen. Ich stelle mir vor, dass die Geschichte vielleicht bis Season 4 vorangekommen ist. Das Spielsystem selbst hat mehrere Upgrades erfahren und irgendeine Art von neuen Mehrspielerelementen gibt es ebenfalls!

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320 von 350 Spielern sind bereits nach der ersten Frage des Quiz ausgeschieden. Die Antwort war übrigens 13!

Eurogamer: Für Hardcore-Gamer sind Free-to-play-Spiele nichts Halbes und nichts Ganzes. Glauben Sie, dass FFBE helfen kann, dieses Vorurteil zu überwinden?

Hiroki Fujimoto: Wir glauben, dass FFBE ein Level von Vollständigkeit und Feinschliff bietet, das man in anderen Spielen so nicht erleben kann. Sei es hinsichtlich des dramatischen Geschichtenerzählens, das die Final-Fantasy-Serie definiert, sowie in puncto Schlachten, Erkundungen und dem damit verbundenen Wachstum der Charaktere. Ich denke, dass das ein großer Faktor ist, warum die Spieler weiterhin FFBE spielen.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist, dass FFBE sehr viele Final-Fantasy-Charaktere beinhaltet und so den Spielern, die zuvor Teile der Final-Fantasy-Reihe gespielt haben, die Möglichkeit bietet, ein weiteres Abenteuer mit ihren Lieblingshelden zu bestreiten.

Eurogamer: In Star Citizen hat sich ein Spieler für 25.000 Dollar ein Schiff gekauft - wohlgemerkt auf dem Schwarzmarkt. Was war der höchste Betrag, den ein Spieler auf einen Schlag in FFBE ausgegeben hat?

Hiroki Fujimoto: In FFBE erlauben wir keine monetären Transaktionen außerhalb des Spiels. Wir behandeln sämtliche Fälle individuell, sobald sie bestätigt wurden. Also gebt bitte nicht euer Geld für solche Dinge aus!

Eurogamer: Laut Ihrer Aussage auf dem Fan-Festival in Paris müssen GL-Spieler auf eine Dragon-Quest-Kooperation verzichten. Könnten Sie die Gründe dafür nennen?

Hiroki Fujimoto: Wenn wir Kooperationen für die globale Version in Betracht ziehen, spielt der Faktor, inwieweit der Kooperationspartner weltweit anerkannt ist oder auch nicht, eine große Rolle. Für die japanische Version haben wir eine Zusammenarbeit mit Dragon Quest Super Light, das nur in einigen wenigen Gebieten außerhalb von Japan verfügbar ist. Dementsprechend haben wir derzeit keine Pläne, eine Zusammenarbeit auf die globale Version auszuweiten. Es gibt allerdings die Chance, dass andere Charaktere, die dieselben Werte und Fähigkeiten der DQ-Charaktere aufweisen, irgendwann in Zukunft auftauchen!

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Circe, die eigens kreierte Einheit des Spielers Neostalk, konnte auf dem Fan-Festival in Paris die Mehrheit der 350 Teilnehmer begeistern und darf sich als Preis eine 5*-Einheit aussuchen.

Eurogamer: Bleiben wir bei den Kooperationen: Vor einigen Monaten, genauer gesagt im Februar, konnten die Spieler am Secret-of-Mana-Event teilnehmen und mit etwas Glück Primm, Popoi und Randi in ihrem Team willkommen heißen. Wie steht es mit weiteren Spielen der 16-Bit-Ära? Beispielsweise Secret of Evermore oder Terranigma?

Hiroki Fujimoto: Ja, wir schauen immer auf solche Titel. Aber, wie schon zuvor erwähnt bei der DQ-Zusammenarbeit, hängt die Entscheidung davon ab, wie bekannt ein Titel weltweit ist. Somit ist das Ganze etwas knifflig. Im Moment gibt es keinen anderen Titel, von dem wir dir erzählen können.

Eurogamer: Als großer Final-Fantasy-VII-Fan habe ich mir das Ziel gesetzt, so lange FFBE zu spielen, bis Aeris Teil meines Teams ist. Mal abgesehen vom Glücksfaktor, wie stehen meine Chancen, dieses Ziel irgendwann einmal zu erreichen? Und küren Sie Aeris zur nächsten Überheilerin oder bleibt sie ihrer Geschichte treu und stirbt ganz schnell?

Hiroki Fujimoto: Aeris ist sehr beliebt und ich denke, dass sie irgendwann in FFBE erscheinen wird. Allerdings kann ich nicht genau sagen, wann das sein wird oder welche Fähigkeiten sie mit sich bringt. Ich glaube aber nicht, dass Aeris in FFBE so einfach stirbt, sondern sie vielmehr eine großartige Bereicherung fürs Team wird!

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gumi, Alim und Square Enix hatten gleich doppelt Grund zur Freude: Die globale Version feierte nicht nur ihr einjähriges Bestehen, FFBE hat den Meilenstein von 25 Millionen Downloads weltweit und 18 Millionen GL- und JP-Spielern erreicht.

Eurogamer: Sehen Sie Sephiroth aus FFVII eher als Spielercharakter oder Prüfungsboss? Und falls Sie ihn als spielbare Einheit veröffentlichen, welchem Element würde er sich selbst zuordnen - Licht oder Dunkelheit?

Hiroki Fujimoto: Ich muss leider dieselbe Antwort geben wie zuvor. Ich denke, dass Sephiroth irgendwann im Spiel erscheinen wird, kann aber nicht genau sagen, zu welchem Zeitpunkt und welche Fähigkeiten er besitzt. Achtet auf zukünftige Updates!

Eurogamer: Welche Einheit sollte jeder Spieler Ihrer Meinung nach besitzen?

Hiroki Fujimoto: Meine persönliche Empfehlung wäre Ariana Grande. Wie bei dem Fan-Festival angekündigt, wird ein neuer Ariana-Grande-Charakter erscheinen. Jeder, der zu dem Zeitpunkt das Spiel spielt, kann sie bekommen. Also probieren Sie sie in Ihrer Party aus. Sie besitzt sehr starke Fähigkeiten und sieht zudem cool aus.

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Als besonderes Geschenk bekam jeder Teilnehmer des Fan-Festivals in Paris eine maximierte Kunsthandwerkerin_Lid spendiert.

Eurogamer: Die japanischen Spieler durften sich im Mai über die neuen Schlachtzüge für insgesamt zehn statt der aktuellen sechs Einheiten freuen. Planen Sie, die Lücke zwischen den Veröffentlichungen für die globalen und Japan-Versionen zu schließen, oder müssen globale Spieler erneut acht Monate darauf warten?

Hiroki Fujimoto: Ich denke nicht, dass es acht Monate dauern wird. Wir arbeiten sogar zurzeit bereits daran, also halten Sie die Augen für weitere Ankündigungen offen!

Eurogamer: Letzte Frage: Da Sie den ganzen Tag an FFBE arbeiten, welches andere Mobilspiel spielen Sie in Ihrer Freizeit?

Hiroki Fujimoto: Mobius Final Fantasy, das es ebenfalls als globale Version gibt. Ansonsten spiele ich eigentlich auf der Konsole. Ich habe kürzlich Final Fantasy XV und Nier beendet.

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Über den Autor:

Tanja Menne

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