gamescom 2017: Ruiner angespielt

Der Ruin meiner Finger.

Der storybasierte Twin-Stick-Shooter mit der gefährlich verstört wirkenden Ästhetik machte mit seinen ersten Bewegtbildern einiges her. Nach gut einer Dreiviertelstunde Anspielen am Devolver-Stand - übrigens im Fachbesucherbereich der mit Abstand am liebevollsten eingerichtete - muss ich sagen: Das hat Potenzial und versprüht eine ordentliche Portion vom hypnotisierenden Superhot-Vibe. Ob es Zufall ist, dass Ruiner ebenso aus Polen kommt, wie der "Die-Zeit-läuft-nur-wenn-du-das-auch-tust-Shooter"? Tatsächlich lässt sich in Ruiner sogar eine Zeitspielerei freischalten, bei der man den Lauf der Dinge auf exakt dieselbe Weise beeinflusst, allerdings limitiert und nur so lange die extra für Specials wie diese angelegte Energieleiste hält.

Die Ästhetik mit ihrer räudig-verrohten Future-Finsternis kam allenthalben gut an, der Look des Helden, mit seinem Dot-Display als Maske hat etwas bedenklich Entmenschlichendes und allgemein gefiel mir der Fluss des Ganzen in den eröffnenden Sequenzen ziemlich gut. Allerdings war mir nicht immer klar, wohin ich als nächstes laufen sollte, endete deshalb hier und da in Sackgassen, verlief mich bisweilen kurz oder rannte irrtümlicherweise den Weg zurück, den ich gekommen war. Ein einfacher Zielpfeil würde helfen, der ist allerdings bislang wohl nicht vorgesehen.

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Etwas schlucken musste ich zugegebenermaßen, als ich das erste Mal den mühelos einen 16:9 Bildschirm dicht bestellenden Skilltree zu sehen bekam. Im schlimmsten Fall wird das hier ganz schön überladen, wenn man mit dem linken Bumper Dashes vollführt, mit dem linken Trigger Schilde oder andere Specials aktiviert und auf der gegenüberliegenden Controller-Schulter schlägt beziehungsweise mit einer der vielen, vielen Schusswaffen ballert. Schließlich kommen mittels der vorderen Tasten ja auch noch Spezialgadgets zum Einsatz, während man sich tunlichst durch wuselige Kleingruppen an ebenfalls schlagender und ballernder Feinde mördert.

Das könnte in höheren Schwierigeitsgraden ziemlich haarig werden und ist weit entfernt von der schnörkellosen Eleganz eines... nun ja... Superhot eben oder Hotline Miami. Selbst Housemarques Alienation mit seinem Lootwahn wirkt doch ziemlich schlank hiergegen. Wir werden sehen. Die Welt hat was und Spaß machte es zumindest zu Beginn in jedem Fall genug, dass ich vergaß auf die Uhr zu schauen und zu spät zu meinem nächsten gamescom-Termin kam. Ist mir auf dieser gamescom nur ein Mal passiert.

Ruiner erscheint bereits am 26. September auf PC, PS4 und Xbox One.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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