Dota 2 - Soundtrack auf Vinyl - Review

Komponist: Valve Studio Orchestra

Label: Ipecac Recordings

Stil: Klassischer Fantasy-Soundtrack

Erhältlich über: Amazon, Discogs

, Label

Das Spiel: Lebensaufgabe, wenn ihr euch einmal auf den MOBA-Wahn einlasst

1

Die Editionen: Es gibt nur eine Ausgabe mit rot-transparentem 140g Vinyl in 33rpm und sie ist auch ganz gut zugepackt mit Material. Das Cover ist ein sehr schön gestaltetes Gatefold mit Aquarell-Artworks - kein Text außer der Trackliste hinten -, noch dazu stabil. Lediglich das Sleeve innen ist die billigste Papier-Variante überhaupt, ansonsten eine nette Aufmachung für das relativ kleine Geld, das sie aktuell noch kostet.

Angehört

Seite A: Donner, großer Chor, Streicher in voller Formation, hier ein paar arabisch klingende Einflüsse für den richtigen Touch, heroisches Aufspielen, volle Action. Viel größer kann man kaum starten. Dann etwas mehr Drama und Donner, eine bedrohlichere Stimmung, große Schlachten ziehen auf, Hollywood hat uns dafür trainiert, hier ist der Soundtrack dazu. Und was auch immer der Chor da vor sich hinschmettert, es erzählt von großen Dingen. Dann wieder mehr Heroik, mehr Hollywood-Tempo, die nahöstlichen Zusätze werden wieder dazugegeben, es ist ein Spannungsaufbau für den Kampf, der sich nun schon über alle Tracks hinwegzieht, ohne jedoch dabei den Bogen zu überspannen. Und dann: Was ist jetzt los: Elektronische Elemente, E-Gitarren, schnelle, harte Hans-Zimmer-Streicher. Eine Art Spät-90s oder Anfang 2000 Action-Soundtrack der mutigen Art, teilweise mit Erinnerungen an The Rock.

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Dann fährt es zurück und erinnert mehr an Star Trek, die Enterprise zieht an groß inszenierten fremden Welten vorbei und die Musik lädt ein, die Szenerie zu genießen. Klassisch und sehr effektiv, wenn auch sicher nicht innovativ. Das ist dann das Chaca-Cymbal-Massaker, das folgt. Kurz und verwirrend. Dann der vielleicht unspektakulärste Track der Seite: Eine Art Suite, aber eine bisher nicht verwendeter Elemente, was den Track ein wenig aus der Reihe fallen lässt. Etwas ruhigeres, Bläser-lastiges, modern abgemischtes Orchester-Stück ohne große Höhen oder Tiefen. Lame. Aber die Entschädigung folgt auf dem Fuße. Noch mal voller Donner, voller Choreinsatz, die Streicher zeigen sich von ihrer heldenanbetendsten Seite. Fantasy, wie man es sich vorstellt. Wenn die Vorstellungskraft nicht so groß ist.

Seite B: Als Start beginnt es eher wie eine Szene nach der Schlacht, aber der Eindruck täuscht. Es mag schon Verluste gegeben haben, doch nach einem kurzen In-sich-gehen donnert es. Es folgen Wechsel, als würde man versuchen, den gesamten Herrn der Ringe in zwei Minuten abzuhandeln. Was folgt, ist Retro für DOTA-Veteranen: Jeweils drei Tracks aus 2014, 2015 und 2016 erinnern an ihre großen Taten, ihre Siege und Niederlagen und bedenkt man die Spielzeit, auf die so mancher von ihnen kommt, werden sie jeden Einsatz des Chors mitsummen können. Könnt ihr das nicht, dann erhaltet ihr neun Tracks lang großes Drama, mal mit Chor, mal bedrohlich schnarrend, mal mit Bläsern und Donner. Ich will ehrlich sein: Ich mag Trailer-Musik, aber das hier ist schon recht generisch ohne allzu viel Ambitionen eine eigene Thematik jenseits von Fantasy-Gewummer aufzubauen. Vieles klingt wie etwas anderes, bekannteres, das ihr fast erkennt. Aber dann doch nicht. Ist nett, aber passiert eher nebenbei.

3

Eine Platte wie: Eine recht beliebige Trailer-Musik-CD.

Eine Art Fazit: Für die einen die Erinnerung an zig Stunden des Lebens, für die anderen generisches Fantasy-Gewummer. Erstere Gruppe darf sich über eine ganz hübsche, wenn auch klanglich nicht berauschende Ausgabe freuen. Gerade zum Ende der Seiten hin verstärkte sich der Surface Noise, und es ist wohl etwas zu dicht bespielt worden, um als audiophil durchzugehen. Trotzdem: Nett für den Fan, sicher auch in der Zusammenstellung der vergangenen Jahre auf der zweiten Seite. Entbehrlich, aber sicher kein Fehlkauf für jeden anderen.

Selbst anhören

Gehört und genossen auf...

Dies ist die "Eurogamer-Referenz-Anlage": Plattenspieler - Thorens TD 203 (Test); Phono-Verstärker - Pro-Ject Phono Box DS2 USB; Stereo-Verstärker - Teufel Kombo 62 CD-Receiver; Boxen - Nubert nu Vero 30 (Test); Kopfhörer: Beyerdynamic Amiron (Test) + A20 (Test)

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Tracks

A1 Dota 2 01:55
A2 Spoils of War 03:39
A3 Arcana 03:08
A4 Call to Arms 04:38
A5 Monkey King 00:42
A6 Shifting Snows 03:40
A7 Reborn 03:29
B1 Wailing Mountains 02:52
B2 Startup 2014 02:08
B3 Countdown 2014 02:40
B4 Battle 2014 00:45
B5 Main 2015 02:00
B6 Countdown 2015 02:09
B7 Battle 2015 01:16
B8 Main 2016 01:03
B9 Startup 2016 02:04
B10 Laning 2016 01:52
B11 First Blood 01:20

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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