Die beste Offensive nützt euch wenig, wenn ihr hinten mehr Tore kassiert, als ihr vorn schießt. Oder anders: Ohne eine effektive Verteidigung seid ihr in FIFA 18 ganz schnell aufgeschmissen. Die Zeiten, in denen ihr wild auf Tasten hämmern könntet, sind allerdings lange vorbei. Wollt ihr eine stabile Abwehr errichten, braucht es Spielverständnis, die passenden Spieler und jede Menge Übung - schließlich ist noch kein (Fußball-)Meister vom Himmel gefallen.

In diesem Guide gehen wir auf die Defensivarbeit in EAs Rasenschach-Spiel ein. Wir erklären den Unterschied zwischen Tactical Defending und klassischer Verteidigung, geben euch Hinweise zur Steuerung und einen allgemeinen Überblick darüber, wie ihr richtig verteidigt.

Tactical Defending oder klassische Verteidigung? Online, offline und weitere Unterschiede

Beginnen wir mit einer grundlegenden Entscheidung, vor die euch auch FIFA 18 stellen wird - vorausgesetzt, ihr wollt online spielen. In ausnahmslos jedem Online-Modus ist nämlich das sogenannte Tactical Defending Pflicht: Ein mit FIFA 12 eingeführtes Defensivsystem, das seither neben der klassischen Verteidigung zur Verfügung steht. Ihr müsst euch also für eines entscheiden. Doch worin unterscheiden sich die Varianten?

Während die klassische Verteidigung über vielerlei Automatismen verfügt und euch viele Mikroaufgaben abnimmt, ihr sozusagen auf Knopfdruck verteidigen könnt, erfordert das Tactical Defending weitaus mehr manuelle, von euch getroffene Aktionen. In der Konsequenz ist das neue System zwar weitaus komplexer zu erlernen; habt ihr bislang ausschließlich klassisch verteidigt, solltet ihr einige Übungsspiele für die Umstellung einplanen. Habt ihr das neue Defensivmodell aber erst einmal verinnerlich, erlaubt es euch viel zielgerichtetere Aktionen und führt letztlich dazu, dass ihr besser verteidigen könnt.

Doch es gibt zahlreiche weitere Unterschiede beim taktischen Verteidigen:

  • Trikotzupfer und Rempler
    Diese Aktionen sind bei der klassischen Variante nicht möglich.
  • Ihr müsst aktiver auf eure Gegenspieler draufgehen
    Anders als beim klassischen Modell müsst ihr sehr viel stärker auf den Raum achten. Haben eure Verteidiger den Abstand zum Gegner vorher beinahe automatisch verringert und ihn zugestellt (wobei sie durchaus mal Fehler machen), müsst ihr das nun selbst erledigen. Das ist zwar anspruchsvoller, ermöglicht euch aber präzisere Aktionen.
  • Dribblings sind bei aktivem Tactical Defending schwieriger
    Durch die starken Automatismen der klassischen Verteidigung fällt es geübten Spielern vergleichsweise leicht, Verteidiger gezielt ins Leere laufen zu lassen. Steht ihnen allerdings ein Kontrahent gegenüber, der die taktische Verteidigung beherrscht, geht das längst nicht mehr so leicht.
  • Im Online-Modus ist das Tactical Defensing Pflicht
    Wie bereits gesagt: Wollt ihr FIFA 18 online zocken, müsst ihr dieses Verteidigungssystem auswählen. Allein deshalb raten wir euch dazu, umzusteigen - auch wenn die Umgewöhnung anstrengend sein kann. Habt ihr das neue Modell aber erst verinnerlicht, könnt ihr präziser verteidigen als je zuvor.
FIFA18_Verteidigung
Eine Grätsche sollte immer wohlüberlegt sein.

Ball abnehmen in FIFA 18: Das müsst ihr beachten

Wollt ihr in Ballbesitz gelangen, habt ihr viele Möglichkeiten. Eine der "einfachsten" besteht darin, in einen Passweg der gegnerischen Mannschaft zu laufen, sodass der Ball bei euch landet. Auf diese Weise könnt ihr Zweikämpfe meiden und erwischt eure Gegner auf dem kalten Fuß. Mit etwas Glück entstehen dadurch sogar gute Kontermöglichkeiten.

Diese Variante ist allerdings eher als Ergänzung einer effektiven Verteidigungsarbeit zu sehen. Wichtiger ist, dass ihr sicher in Zweikämpfen seid. Wollt ihr euch an den ballführenden Spieler heften, müsst ihr lediglich die X- bzw. A-Taste gedrückt halten. Euer ausgewählter Spieler verfolgt daraufhin den ballführenden Gegenspieler.

Nun habt ihr mehrere Option. Die ruppigste: eine Grätsche. Diese führt ihr mit Viereck/X aus. Drückt ihr die Taste im richtigen Augenblick erneut, könnt ihr direkt eine weitere Grätsche ausführen. Dafür braucht es allerdings gutes Timing, das ihr nur mit der entsprechenden Übung erhaltet. Ihr solltet aber nur mit dem ausgestreckten Bein auf euren Gegner lospreschen, wenn ihr euch auch wirklich sicher seid, den Ball zu erhalten. Alternativ könnt ihr mit einer Grätsche in einen Passweg rutschen und damit verhindern, dass die Pille beim anvisierten Gegenspieler ankommt. Da ihr bei Grätschen in Zweikämpfen aber schnell Gefahr lauft, eine gelbe oder gar rote Karte zu bekommen, solltet ihr stets genau abwägen, ob solch eine Aktion wirklich die richtige wäre.

Sicherer ist ein Tackling, das ihr mit Kreis/B ausführt. Drückt ihr die Taste im richtigen Augenblick (wofür ihr euren Gegenspieler genau beobachten müsst), sind die Chancen groß, dass ihr eurem Gegenüber die Pille vom Fuß mopst.

Drückt ihr Kreis/B, während ihr mit X/A einem Gegenspieler hinterherlauft, könnt ihr an dessen Trikot zerren und ihn dadurch womöglich entscheidend verlangsamen. Doch Vorsicht: Schiedsrichter sehen solch eine Aktion überhaupt nicht gern, übertreibt es also nicht. Im Strafraum solltet ihr davon möglichst ganz absehen, um keinen unnötigen Elfmeter zu riskieren.

Mit R1 bzw. RB Mitspieler als Unterstützung rufen

Da ihr allein oft schlechte Chancen gegen einen anstürmenden Gegenspieler habt, könnt ihr mit R1/RB einen Mitspieler als Unterstützung rufen. Dieser nimmt daraufhin automatisch den ballführenden Gegner in die Zange. Dadurch könnt ihr den Kontrahenten entweder doppeln, oder aber ihr nutzt die Gelegenheit, um euch selbst so zu positionieren, dass ihr seine potentiellen Passwege abschneidet. Mit L2/LT könnt ihr eure Gegenspieler zudem abdrängen. Das funktioniert auch im Sprint.

Ein Problem gibt es beim Rufen eines unterstützenden Mitspielers jedoch: Im Vergleich zu vorherigen FIFA-Teilen verhalten sich eure Kollegen im neuen Ableger deutlich passiver und gehen längst nicht mehr so konsequent zur Sache, wie es früher einmal der Fall war.

FIFA18_Tactical_Defending
Eure Mitspieler verhalten sich in FIFA 18 eher passiv. Ihr müsst also selbst auf eure Gegenspieler zugehen, um ihnen nicht zu viel Raum zu lassen.

Bessere Verteidigung und Tricks für die Abwehr: Was hat sich in FIFA 18 geändert?

Auch wenn die Änderungen von einem FIFA-Teil zum nächsten oft sehr überschaubar sind, so nehmen die Entwickler natürlich trotzdem ein ums andere Mal kleinere Änderungen vor. In FIFA 18 betrifft das auf dem Platz etwa die sehr abgeschwächte Funktion der R1-/RB-Taste.

Beauftragt ihr damit einen computergesteuerten Mitspieler, den ballführenden Gegenspieler anzugreifen, so verhält er sich dabei nun viel passiver, als es bei früheren Spielen der Fall war. In der Konsequenz müsst ihr selbst deshalb deutlich aktiver spielen. Doch was genau heißt das konkret?

  • Ihr müsst mit euren Spielern aktiver zurück in die eigene Hälfte laufen, um dort Überzahlsituationen zu schaffen.
  • Behaltet nicht nur den ballführenden Spieler, sondern auch dessen Mitspieler im Blick. Was könnte seine nächste Aktion sein, wohin könnte er den Ball abspielen? Versucht, sein Verhalten zu antizipieren.
  • Wählt aktiv euren jeweiligen Verteidiger an und geht selbst auf den ballführenden Gegenspieler zu.
  • Geht früher in Zweikämpfe (wenn ihr es euch erlauben könnt und dadurch keine freien Räume entstehen). Eure Mitspieler tendieren andernfalls dazu, sich weiter und weiter zurückfallen zu lassen, ohne jemals ein Tackling o.ä. zu versuchen.
  • Nutzt die aktive Manndeckung. Steht der ballführende Gegenspieler nahe genug an einem eurer computergesteuerten Kollegen, wird euer Mitspieler automatisch ein Tackling ausführen. Da die KI aber, wie gesagt, eher passiv agiert, kommt es häufig dazu, dass eure Verteidiger zu weit vom Gegner entfernt stehen, damit die aktive Manndeckung greift. Wählt den entsprechenden Defensivmann in solch einer Situation an und geht manuell näher an den Gegenspieler heran.

Ihr seht: Mit FIFA 18 hat EA die Stellschrauben tendenziell wieder ein wenig angezogen. Bislang zuverlässige Automatismen greifen nun (zumindest in der Defensive) etwas weniger, sodass ihr selbst aktiver spielen müsst.

Hier findet ihr weitere Tipps zum Spiel:

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