Mittelerde: Schatten des Krieges: Forthog Wohltätigkeits-DLC jetzt kostenlos

Warner entschuldigt die Verwirrung und spendet lieber direkt.

Warner Bros. Interactive hat sich für die Verwirrung, die die Preisgestaltung des Forthog-DLC zu Mittelerde: Schatten des Krieges erzeugt hat, entschuldigt. Der DLC war als Wohltätigkeitsaktion für die Familie von Monolith Executive Producer Michael Forgey angekündigt worden, der letztes Jahr einem Hirntumor erlegen war. Eine schöne Geste, allerdings machte sich schnell Unklarheit breit, wer an dem wie viel verdiente.

Um die auszuräumen, wird der DLC nun kostenlos zugänglich gemacht, Vorbesteller bekommen ihr Geld zurück und der Familie Forgey wird auf anderem Wege geholfen.

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Forthog ist an das Erscheinungsbild von Michael Forgey angelehnt und tötet gelegentlich mehr oder weniger aus dem Nichts kommend einen Orc, gegen den ihr gerade kämpft.

Forthog sollte eigentlich 3,99 Euro kosten, ein Großteil der Erlöse sollte an Forgeys Kind und Witwe gehen. Im Kleingedruckten war dann allerdings zu lesen, dass das nur die Einnahmen aus den meisten US-Bundesstaaten betreffe. Dass Europa zum Beispiel nicht erwähnt wurde, ließ vermuten, dass in diesen Breiten nichts von dem Geld an die Familie ging, eine scheinbare Bestätigung Warner Bros. in Tweet-Form schien das zu zementieren, was einige dazu veranlasste, anzunehmen, die Firma profitiere vom Tod eines Angestellten.

Eine spätere Stellungnahme bestand darauf, dass dies eben nicht der Fall sei, klärte aber nicht auf, wie das mit den Geschäftsbedingungen vereinbar sei, die den Promo-Materialen anhingen.

Nun also das neue Statement, das einiges geraderückt. Wie sich herausstellt, ist der Mangel an Transparenz zwar selbst herbeigeführt, erfolgte aber im Sinne einer nicht ganz trivialen Rechtslage, wenn es um das Werben um Spenden geht.

Wie Warner angibt, entschied man sich zwar, alle Profite an die Familie zu stiften, plante aber, die Aktion für größte Resonanz nur in den USA zu bewerben und auch dort Staaten auszuschließen, bei denen bestimmte Gesetze in Bezug auf Spendenwerbung dies verhinderten.

Das ist auch der Grund, dass die Territorien außerhalb der USA nicht in den Geschäftsbedingungen auftauchen.

"Das direkt zu beantworten, hätte uns dazu verpflichten können, diversen unterschiedlichen Gesetzen zu entsprechen oder sogar möglicherweise zur Verletzung bestimmter Marketing-Gesetze der insgesamt 241 Gebiete geführt", heißt es in der Erklärung.

Der Tweet, dass internationale Verkäufe nicht an die Familie gehen würden, sei ein Irrtum des Teams gewesen. "Um das absolut klarzustellen: Unsere Absicht war es immer, alle Profite des DLC, weltweit, an die Forgey-Familie abzutreten."

Der DLC ist nun nicht mehr zu kaufen, sondern wird als kostenloser Download angeboten. Die entsprechenden Promo-Videos wurden von Youtube entfernt, wer den DLC bereits kaufte, erhält seine 3,99 zurück. Warner Bros. wird nun direkt an die Forgey-Familie spenden.

"Wir erkennen nun, dass es nicht die beste Idee war, unsere Spende an die Verkäufe eines DLC zu binden, wenn wir die Familie finanziell unterstützen und Michael Forgey ein dauerhaftes Denkmal errichten wollen. Wir entschuldigen uns aufrichtig bei den Fans und der Familie für die entstandene Verwirrung."

Forthog an sich ist immer noch eine schöne Geste und wurde sicher nicht von heute auf morgen entwickelt. Das mit dem Denkmal klappt also vielleicht doch noch. Das sehen wir dann, wenn Mittelerde: Schatten des Krieges am 10. Oktober erscheint.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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