Moonshake's Castlevania - Soundtrack auf Vinyl - Review

Komponist: Various Artists

Label: Moonshake Records

Stil: Das Beste, was Chips in 8- und 16-Bit leisten können.

Erhältlich über: ebay, Discogs

Das Spiel: Vier Legenden. Wenn ihr sie nicht kennt: SPIELT DIESE SPIELE!!!

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Editionen: Man sollte ja meinen, dass ein Bootleg da nicht so viel zu bieten hat, aber von wegen. Ihr habt schwarzes Vinyl, aber das werdet ihr nicht bekommen. Außer ihr gehört zum engsten Freundeskreis, die eine der fünf Testpressungen mit handgemaltem Cover abgestaubt haben. Die schwarze Vinyl mit dem normalen Cover gingen als weitere Testpressungen nur als Bonus an alle, die alle Versionen der Moonshake-Pokemon-Platten kauften. Dann gibt es eine gar nicht so seltene Fehlpressung in klarem Vinyl mit rotem Splatter, bei der beide Seiten Seite B sind. Normales Cover mit Stempel "Error Press". Es können nicht so viele sein, einige gingen auch an die Pokemon-Käufer. Die normal seltene Edition ist dann Clear with Red Splatter mit der richtigen Pressung, das wären dann handnummerierte 300 Stück. Weiß mit Rot-Rosa-Splatter gibt es schließlich 600 Mal. Alle sind Bootlegs, also vergesst Discogs hier. Außer ihr wollt die Trackliste sehen, die findet ihr nämlich nicht auf der Rückseite, die den Punk-Charme der Vorderseite fortsetzt. Diese bedient sich Moonshake-üblich bei berühmten Plattencovern, hier The Clashs London Calling. Billige Pappe passt da eigentlich ganz gut in das Konzept.

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Angehört

Seite A: Wie startet man eine Compilation zu einer der Serien schlechthin? Mit dem Anfang und zwar dem NES-Sound, der sich in unser aller Gehirne gebrannt hat. Aber welchen Track soll man nur nehmen? Nun, ganz einfach: Alle! Das geht sogar bei 45rpm, da Castlevania keine Viertelstunde Musik hat. 14 Tracks folgen Schlag auf Schlag, jeder ein Megahit aus einer einfacheren Welt und nicht mitgerissen zu werden, ist bei Stalker, Wicked Child oder Vampire Killer praktisch unmöglich. Zum Ende hin folgen noch drei Tracks aus Castlevania 3 und ausgerechnet diese hier folgen zu lassen ist ein wundervoller Kontrast, der zeigt, wie weit die Soundtechnik und Ausreizung eines Chips auf einer Konsole gehen kann. Das Intro und zwei der frühen Stages sind zwar kaum mehr als ein Dran-Denken an diesen großen Titel, aber immerhin.

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Seite B: Ist der Sound zu Castlevania oder der aus Simon's Quest besser? Eine unmöglich zu beantwortenden Frage, denn obwohl der erste Teil eine höhere Hit-Dichte mitbringt, hat die Fortsetzung - die als Spiel etwas zu eigen war - ein paar der besten Kompositionen überhaupt zu bieten, die im Laufe der Jahre immer wieder aufgegriffen werden sollten. Eine unmögliche Entscheidung, die ihr hier zum Glück nicht treffen müsst. Auch Teil 2 ist (fast) vollständig vertreten, mit all seinen großen Klassikern. Etwas mehr Platz musste bleiben, um wenigstens ein paar Tracks aber noch von dem einen Spiel unterzubringen, das sie alle in der Musik ausstechen sollte: Castlevania IV ist vielleicht das Beste, was es auf 16-Bit an Musik gibt und auch wenn es nur ein paar kurze Samples - Konami-Logo! - und drei Tracks sind, allein der erste Stage im Garten des Schlosses ist so umwerfend, dass ihr euch einfach... dass... OMG, ist der Score von Castlevania IV schlicht komplett endgeil!!1 'Nuff said.

Gehört und genossen auf...

Dies ist die "Eurogamer-Referenz-Anlage": Plattenspieler - Thorens TD 203 (Test); Phono-Verstärker - Pro-Ject Phono Box DS2 USB; Stereo-Verstärker - Teufel Kombo 62 CD-Receiver; Boxen - Nubert nu Vero 30 (Test); Kopfhörer: Beyerdynamic Amiron (Test) + A20 (Test)

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Das wäre noch zu sagen...

Eine Platte wie: What a horrible Night to have a Curse. (Was fast unsichtbar auf den Innenring der Platte gepresst wurde)

Eine Art Fazit: Für Klang und Vollständigkeit geht ihr zu den Mondo-Platten, die jedem der vier Spiele eine eigene widmeten, aber als Compilation hat der Moonshake-Bootleg seinen Charme und auch eine Menge Qualität. Das Punk-Cover - London Calling - ist perfekt getroffen, die 45er-Platte klingt durchaus solide und ist sehr gut gefüllt. Klar, Teil drei und vier kommen zu kurz, aber als Gesamterlebnis funktioniert es. Definitiv was für jede gute Castlevania-Sammlung.

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Über den Autor:

Martin Woger

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Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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