Crytek beschuldigt die Star-Citizen-Entwickler von Cloud Imperium Games des Vertragsbruchs in Bezug auf die Verwendung der CryEngine und geht nun anwaltlich gegen das Studio vor.

Cloud Imperium Games betrachtet die Behauptungen als gegenstandslos, wie man sich Polygon gegenüber äußerte - man werde sich "heftig verteidigen."

Im Grunde geht es um Verstöße gegen den unterzeichneten Lizenzvertrag (General License Agreement oder "GLA") von 2012, also lange bevor das Spiel über 170 Millionen Dollar an Crowdfunding-Geldern eingefahren hatte.

Die Wurzel des Problems: Cloud Imperiums Auslagerung des Einzelspieleranteils Squadron 42. Dies geht aus der >Klageschrift hervor. Dies ist nun ein separates Spiel, was "ohne Erlaubnis" geschehen sei, so Crytek.

"Abschnitt 2.1.2 des GLA enthielt das Versprechen des Beklagten, die CryEngine für die Entwicklung nur eines Spiels zu benutzen", steht dort zu lesen. Crytek habe bei der Verhandlung des Lizenzabkommens klar gemacht, dass dieses nichts weiter als dieses eine Spiel betreffe.

Außerdem stößt sich Crytek an der Entfernung der CryEngine Logos aus sämtlichem Marketing Material Star Citizens. Im Gegenzug für das Abbilden der Logos sei eine Gebühr unterhalb des Marktpreises erhoben worden.

Cloud Imperium auf der anderen Seite hat die Logos entfernt, weil die Entwicklung letztes Jahr auf Amazons Lumberyard-Engine umgestellt wurde und die CryEngine im Studio seither keine Anwendung mehr fand. Dies betont CIG auch in der Stellungnahme, die Polygon vorliegt.

Daran wiederum stört Crytek, dass CIG versichert habe, ausschließlich CryEngine für die Entwicklung Star Citizens zu verwenden.

Crytek fordert Schadensersatz und eine einstweilige Verfügung, die CIG daran hindert "das urheberrechtlich geschützte Material zu besitzen oder nutzen".

Klingt, als flögen bald die Fetzen, was schade ist, denn mit der kommenden Alpha 3.0 nähert sich das Star Citizen einem wichtigen Meilenstein. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Deputy Editor - Eurogamer.de

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.