Komponist: Jeremy Soule, Mark Lampert

Label: Spacelab 9

Stil: Nordic Walking Simulator

Erhältlich über: Discogs

Das Spiel: Legende in Schnee.

skyrgame

Editionen: Es gibt eine Ausgabe, aber die ist leider ein kleiner Exot. Sie erschien exklusiv zum Record Store Day im Herbst 2017 und nur in den USA. Die Auflage ist mit 1.500 zum Glück nicht zu klein gewesen und es sollte für ein Weilchen nicht nötig sein, Phantasiepreise zahlen zu müssen, wenn überhaupt - das ist schließlich mittlerweile der dritte Release zum Spiel, neben der Spacelab-9-Box und der kommenden iam8Bit-Version. Passend zum mäßigen Ruf vieler RSD-Releases fühlt sich die Pappe des sonst ganz hübschen Covers ein wenig billig an, das Motiv mit weitem Land und viel Schnee ist sehr passend, wie sich später beim Lauschen zeigt. Das Vinyl ist hinreißend gelungen. Milchige, weiß-grünliche Transparenz mit weißem Splatter sieht wie Schnee aus. Oder zumindest soll es das wohl, aber so oder so, sehr hübsch.

Vor allem bei RSD-Veröffentlichungen kommt es ja immer wieder mal vor, dass der Sound neben der überhastet gepressten Spur läuft, aber da gibt es hier nicht viel zu beklagen. Kaum Surface Noise, Bässe vielleicht ein wenig dünn, aber das könnte auch Intention sein, aber sonst sehr saubere Pressung.

Angehört

Braucht hier jemand eine Platte, die er auflegen kann, wenn er seine Schwarze-Auge-Party auf ein Reise-Adventure im hohen Norden schickt? Super, hier ist diese Platte. Es geht nicht um einzelne, dramatisch Tracks oder Gassenhauer wie die Intro-Musik. Jede Seite hat 20 Minuten am Stück und die bestehen aus ein paar sich endlos ziehenden Synth-Tönen, später auch mal eine vorsichtig gezupfte Akustik-Gitarre, die mal ein wenig nach vorn und dann wieder nach hinten wandert, während Vögel zwitschern, ein Bach plätschert, ein Wind durch die Wipfel geht, in der Ferne Donner grollt, Regen fällt und auch wieder aufhört. Das ist rein musikalisch eine Einschlaf-Schallplatte und ich musste wirklich aufpassen, dass ich nicht sehr entspannt wegdöse. Auf eine gute, angenehme Art, aber trotzdem. Wach würde ich dann wohl zum Ende der ersten Seite hin werden, wenn kurz ein paar Zitter-Klänge fast schon im Stile von Dead Can Dance einschalten, eines der wenigen definierenden Ereignisse auf dieser Seite und auch das Finale zum Meeresrauschen. Vielleicht ein Weckruf, dass es gleich Zeit ist, auf die andere Seite zu wenden.

Diese startet, wie die Erste endete, also minimal aktiver mit der Zitter, dann weht weiter Wind, Töne wabern endlos, wartet nicht auf Überraschungen. Lediglich ganz zum Schluss läuft es dann über Minuten aus und dann werdet ihr doch noch beunruhigt aufwachen. Die Töne sind verschwunden, der Sturm heult immer intensiver und schließlich… verebbt er und die Platte ist zu Ende.

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Es passt irgendwie. Es ist der Aspekt des Spiels, den viele erst nach Stunden so richtig zu schätzen lernen. Einfach loswandern und das als Abenteuer in sich selbst begreifen. Die wilde Landschaft von Skyrim hat viele schöne, ruhige Momente, die friedlich genossen werden, ohne dass Schwerter klirren oder dramatische Orchester aufspielen. Das ist die Platte zu diesen Momenten.

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Gehört und genossen auf...

Dies ist die "Eurogamer-Referenz-Anlage": Plattenspieler - Thorens TD 203 (Test); Phono-Verstärker - Pro-Ject Phono Box DS2 USB; Stereo-Verstärker - Teufel Kombo 62 CD-Receiver; Boxen - Nubert nuLine 34; Kopfhörer: Beyerdynamic Amiron (Test) + A20 (Test)

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Das wäre noch zu sagen...

Eine Platte wie: Ein Traum von tiefen, verschneiten Wäldern.

Eine Art Fazit: Qualitativ gibt es trotz der RSD-Herkunft nicht viel zu beklagen. Gut, ein bisschen billig, die Pappe, aber dafür ist das Vinyl selbst umso schicker. Was den Inhalt angeht, ist er fantastisch, wenn ihr keine falschen Vorstellungen habt. Es geht, wie der Titel sagt, um die Atmosphäre in Skyrim. Wälder, Berge, Wind, es betont die Natur und lässt Dinge wie Drachen und Städte außen vor. Hart gesagt könnt ihr auch eine Natur-Entspannungs-CD in der Drogerie kaufen, das hier ist nur minimal anders oder dramatischer. Wie gesagt, es passt. Für gewisse Aspekte des Spiels.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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