Netter Kirby-Hüpfer mit chaotischem, aber unterhaltsamem Multiplayer-Modus. Zu einfach und zu kurz, aber sehr kurzweilig.

Ich gebe zu, nach dem Durchspielen von Kirby Star Allies war ich einfach wahnsinnig erleichtert. Weil ich Kirby nämlich als Figur mag und mir in den vergangenen Jahren mehr und mehr Sorgen gemacht habe, dass er zu einer sinnlosen Minispiel-Figur degradiert wird. Mit Kirby Star Allies hat Nintendo endlich gezeigt, dass das nicht der Plan ist. Wir haben es hier wieder mit einem klassischen Kirby-Platformer zu tun, in dem die rosa Knutschkugel die Fähigkeiten ihrer Gegner übernehmen kann. Und nicht nur das, sie kann diesmal auch noch Freunde rekrutieren und deren Fähigkeiten mit den eigenen kombinieren - Kirby Star Allies ist somit mehr Kirby als es irgendein Kirby-Spiel in jüngster Vergangenheit war. Und das fühlt sich einfach gut an.

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Teamwork ist alles. Kirby trägt diesen Regenschirm beispielsweise nicht umsonst. (Kirby Star Allies - Test)

Das fängt schon damit an, dass sich Kirby steuert wie ihr es gewohnt seid. Ihr könnt Gegner einsaugen, ihre Fähigkeiten absorbieren oder euch aufblasen und durch die Luft fliegen. Ihr könnt Gegner ausspucken oder sie herunterschlucken. Das alles in ganz wunderbarer Kirby-Comic-Grafik auf der Switch, auf dem Fernseher oder im Handheld-Modus. Beides sieht knuffig aus, beides funktioniert ganz wunderbar. Ich habe den Handheld-Modus etwas mehr genossen als die Darstellung auf dem Fernseher, was aber ganz einfach daran liegt, dass sich Kirby Star Allies hervorragend nebenbei spielt. Neben irgendwas. Beim Essen, beim Genuss eines mittelmäßigen Tatorts oder wenn Anne Will mal wieder die falschen Gäste eingeladen hat. Was aber wirklich neu an Kirby Star Allies ist, ist die X-Taste. Die lässt euch nämlich Herzen werfen und mit diesen Herzen macht ihr Gegner zu Freunden. Die folgen euch ab sofort und jeder von ihnen hat spezielle Fähigkeiten. Der eine kann kleine Wellen aus Wasser verursachen, der nächste spuckt Feuer, ein anderer hat ein Schwert, ein vierter hat ein Jojo, mit dem er Gegner angreifen kann.

Das Tolle ist, dass sich diese Fähigkeiten miteinander kombinieren lassen. Nehmen wir mal an, ihr habt ein Schwert und einer eurer Kumpel kann Feuer spucken. Ein Druck auf dem Analog-Stick oder dem Digi-Pad nach oben genügt und die beiden Figuren vereinen ihre Fähigkeiten - künftig habt ihr also ein Feuerschwert. Letzteres ist wiederum nicht nur nützlich gegen Gegner, sondern kann auch eingesetzt werden, um an bestimmten Stellen die Lunten vom Bomben zu entzünden. Das Spiel setzt diese Möglichkeiten gezielt für Rätsel ein. Beispielsweise öffnen sich bestimmte Türen nur, wenn ihr sie unter Strom setzt. Die entsprechende Fähigkeit ist leicht zu bekommen, wenn das Stromkabel aber unter einem Wasserfall durchläuft, tut ihr gut daran, letzteren zuvor zu vereisen. Diese kleinen Rätselelemente sind allerdings stets nur Türöffner für bestimmte Boni und nie wirklich nötig, um den Level selbst zu schaffen.

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Die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten der Gegnerfähigkeiten sind wie ein Feuerwerk. Wortwörtlich. (Kirby Star Allies - Test)

Mit den Boni hatte ich bei Kirby Star Allies allerdings meinen Spaß, denn erstmals seit langem hat Nintendo wieder etwas integriert, das mir seit Super Mario World gefehlt hat: komplette versteckte Level, die mir nur dann zur Verfügung stellen, wenn ich eine geheime Stelle im Level finde. Zugegeben, die fraglichen Stellen sind bei Kirby Star Allies sehr viel leichter zu finden als sie es bei Super Mario World teilweise waren, aber immerhin - es gibt sie wieder, diese komplett versteckten Spielabschnitte. Dort könnt ihr nicht nur Puzzle-Teile sammeln - ein typisches Collectible, das keine größeren Auswirkungen auf das Gameplay hat -, ihr besiegt dort teilweise auch Zwischenbosse, die ihr dann eurer Party hinzufügen könnt. Einige von diesen Kompagnons haben äußerst nützliche Fähigkeiten, werfen beispielsweise auf Knopfdruck Items über den Bildschirm, die euch heilen.

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Hier gilt es, diesen Draht elektrisiert zu bekommen. Erst dann wird der Weg zu den Items rechts oben frei. Wie ihr das macht: euer Problem. (Kirby Star Allies - Test)

Das Schönste überhaupt. Ein zweiter, ein dritter und ein vierter Spieler kann jederzeit einen dieser Kollegen übernehmen, ganz arcadig, ein einfacher Knopfdruck genügt. Auf der Switch klappt dieses Konzept natürlich umso besser, so ein Joy-Con-Controller ist schnell gegriffen und eine Partie Kirby Star Allies genauso schnell gestartet wie beendet. Neben dem Story-Modus hält das Spiel noch ein paar Mini-Games parat, bei dem ihr euch beispielsweise darin messen könnt, so schnell wie möglich durch bestimmte Level-Abschnitte zu rennen, aber ganz ehrlich: Das ist höchstens für ein paar Minuten auf einer Party lustig. Die Stärke von Kirby Star Allies liegt in seinem Story-Modus. Ihr müsst allerdings gewillt sein, den wirklich auszukosten. Ihr müsst das Chaos genießen, das entsteht, wenn ihr zu viert über den Bildschirm rauscht, teilweise schon gar nicht mehr richtig seht, wer gerade wo ist. Ihr müsst hinnehmen, dass Kirby Star Allies kein wirkliches Skill-Spiel ist. Es will euren Spaß-Nerv kitzeln, das Kind in euch. Ihr rauscht zu viert über den Bildschirm, alles explodiert und ihr wisst noch nicht mal darum - das ist Kirby Star Allies.

Das heißt aber auch: Wenn ihr das Spiel einfach nur durchspielen wollt, ist es recht schnell zu Ende. Ich habe bei meinem ersten Durchlauf jedes Rätsel gelöst, das mir so begegnet ist, dabei sicher ein paar übersehen, aber ich habe insgesamt etwa sechs bis sieben Stunden gebraucht bis ich die Credits sah. Das Spiel war dabei wirklich verflucht einfach. Am Ende hatte ich etwa 70 Leben gesammelt. Wenn ich doch mal gestorben bin, geschah das meistens in den netten Geschicklichkeitstests, die das Spiel bereithält. Manchmal verwandeln sich Kirby und seine drei Freunde nämlich in einen Zug, ein wüst herumfliegendes Raumschiff oder eine Abrissbirne und dann zählt nur euer Geschick, ansonsten werdet ihr möglicherweise ganz schnell zerquetscht. Passiert das einmal, habt ihr das aber kapiert und macht den gleichen Fehler kein zweites Mal. Kirby Star Allies ist keine Herausforderung, sondern das digital gewordene Gegenteil dessen.

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Klar: Auch in Kirby Star Allies tauchen bekannte Gegner wieder auf. (Kirby Star Allies - Test)

Noch mehr erleichtern könnt ihr euch das Spiel, indem ihr Amiibos verwendet. Einfach ins Menü gehen, die entsprechende Option auswählen und die Dinger draufhalten: Ihr bekommt dann nicht nur Items, die euer Leben wieder aufladen, sondern auch gleich noch ein paar Gratis-Puzzleteile obendrauf. Ich weiß nicht, ob das mit allen funktioniert - die drei Amiibos in meinem Besitz haben jedenfalls ganze Arbeit geleistet. Einsetzen könnt ihr sie einmal pro Level. Irgendwie ist das aber schön, denn es lässt euch weiter Freude mit Kirby haben. Den gleichen Eindruck vermittelt der Sound, der in Teilen aus neu gemixten Game-Boy-Tunes besteht. Wenn da keine nostalgischen Gefühle aufkommen ...

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Mit Kirby Star Allies könnt ihr jede Menge Spaß haben. Vor allem in der Gruppe. Seid ihr allein, habt ihr relativ schnell alles von diesem Spiel gesehen und allein dafür lohnt sich die Investition von 60 Euro eher nicht. Wenn ihr aber ein paar Freunde habt, von denen ihr wisst, dass sie sich bei passender Gelegenheit nur allzu gerne mit euch die bunte Kirby-Welt um die Ohren hauen: Dann ist dieses Spiel für euch richtig. Es verkörpert alles, was Kirby-Spiele eigentlich ausmacht: Das Übernehmen gegnerischer Fähigkeiten, die immer neue Kombination dieser Fähigkeiten zu eurem strategischen Vorteil. Mit diesen Fähigkeiten zu experimentieren, das macht Spaß. Euer Ziel sollte es zudem nicht sein, die Endsequenz zu sehen, was viel zu einfach ist, sondern alle Puzzleteile zu finden. Was immer noch nicht zu einfach ist. Trotzdem, wenn ihr euch dafür begeistern könnt, ist Kirby Star Allies ein wirklich fabelhaftes Spiel. Unbeschwert und niedlich. Eigentlich wie Kirby sein muss.

Entwickler/Publisher: HAL Laboratory/Nintendo - Erscheint für:Switch - Preis: etwa 60 Euro - Erscheint am: 16. März 2018 - Getestete Version: Switch - Sprache: deutsch - Mikrotransaktionen: Nein

Kirby Markus Grundmann Netter Kirby-Hüpfer mit chaotischem, aber unterhaltsamem Multiplayer-Modus. Zu einfach und zu kurz, aber sehr kurzweilig. 2018-03-15T09:05:00+01:00 3 5

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Redakteur

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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