Ostern steht vor der Tür, ein außerordentlich langes Wochenende und damit habt ihr noch einmal ein par Tage die Chance - solltet ihr den PlayStation-Plus-Service abonniert haben -, euch die Spiele des März zu sichern, vor allem natürlich Bloodborne und Ratchet & Clank. Ab dem 3. April dann kommt ein Schwung neuer Spiele und den Anfang macht eine Filmumsetzung. Irgendwie, aber nicht so richtig.

Mad Max (PS4)

Mad Max erschien im Herbst 2015 zwar relativ nah am Release von Mad Max: Fury Road, war aber keine Filmumsetzung. Was ein wenig erstaunt, denn wenn ein Film sich mal für eine klare Umsetzung in sechs definierten Action-Leveln anbot, dann war es wohl dieser. Dialoge und Handlung sehr übersichtlich, die Stuntshow außergewöhnlich. Aber Warner entschied sich mit dem Avalanche-Studio - sonst bekannt für Just Cause - für ein apokalyptisches Open-World-Spiel. Viel Wüste, beeindruckende Trümmer der letzten Zivilisation und gewaltige Sandstürme, die ihr alle mit euren selbst getunten Fahrzeugen durchkreuzt, um endlose Horden an Endzeit-Banditen und Schlimmeren zu verprügeln.

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Das Spiel setzt dabei viel auf Sammeln, um euch und eure Fahrzeuge zu verbessern, damit ihr nach und nach die Festungen der einzelnen Abschnitte erobern und ihre Bosse besiegen könnt. Die Aufteilung ist dabei relativ klar. Draußen seid ihr fast ausschließlich motorisiert unterwegs, bekämpft zig andere Fahrzeuge und, wenn ihr gut genug bewaffnet seid, greift die Festungen und Außenposten direkt an, um ihre Bewohner schon mal zu dezimieren. Dann steigt ihr aus und könnt entweder etwas leiser über versteckte Ecken reinschleichen oder ihr klopft direkt an die Vordertür und geht in den dann gar nicht mal so simplen Kampf.

Die größte Sünde von Mad Max ist dabei zu viel Wiederholung. Bereits nach dem ersten Gebiet habt ihr nicht nur alles an Spielelementen gesehen, ihr habt es auch da schon mehrfach wiederholt. Die Festungen werden größer, aber neue Kniffe in der Verteidigung sind selten. Dazu kommt, dass der Nahkampf im Timing der lebenswichtigen Konter sehr gewöhnungsbedürftig ist und der Mix aus klassischen Brawler und alter Assassin's-Creed-Steuerung nicht ganz rund läuft. Das heißt aber in keiner Weise, dass man nicht für eine ganze Weile Spaß in den Badlands haben kann. Die Technik und das Artdesign der Welt sind durchaus beeindruckend, der Fahrzeugkampf mit Harpune gut gelöst und die Handlung ist solide, die NPCs verrückt und die Aufträge actionreich genug, um euch gut durch die Spielzeit zu bringen. Keiner der großen Klassiker der Genres Endzeit und Open-World, aber ein guter und sehenswerter Zeitvertreib allemal.

Zum Test von Mad Max

TrackMania Turbo (PS4, optional mit PSVR)

Während Mad Max mit seinen durchaus brutalen Kämpfen eher was für die Älteren in der Familie ist, dürfen bei TrackMania Turbo alle mitmachen. Oder zumindest vier, denn es gibt einen Vier-Spieler-Splitscreen-Modus in diesem reinen Action-Arcade-Racer, der sich nur am Rande mit Realismus aufhält. Farbenfroh, dass es für drei Spiele reicht, vier recht unterschiedliche Gebiete mit eigenen Streckenelementen, 200 fertige Pisten und ein Geschwindigkeitsgefühl, das es in sich hat.

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Aber Achtung, die Lernkurve ist nicht zu unterschätzen. Die Steuerung mag denkbar simpel sein, die Handhabung der Fahrzeuge ist es nicht. Wenn ihr es beherrscht, dann könnt ihr mit absurder Präzision durch enge Haarnadelkurven rauschen. Wenn nicht, dann kracht ihr schneller als euch irgendwie lieb ist in jede Bande, die ihr nur finden könnt. Diese erste Bronze-Medaille? Nicht jeder wird sie in der ersten Runde sehen. Das macht aber nichts, denn das schiere Fahren und Austesten, wie man erst die Kurven nehmen muss, und dann, wie man sie perfekt nimmt, motiviert ungemein.

Es hilft, dass viele der auf den ersten Blick komplett absurd verwinkelten Strecken kaum eine Minute lang sind, sodass ihr schnell neu starten und weiter üben könnt und auch nicht endlose Strecken auswendig lernen müsst. Wie gesagt, der Frustfaktor kann manchmal etwas höher sein, gerade wenn ihr irgendwann diese hart zu ergatternden Silber- und Gold-Abzeichen braucht, aber bis dahin habt ihr viele Strecken eh schon freigespielt, könnt den Editor nutzen, der auch für sich allein zufallsgenerierte Strecken erstellen kann, wenn ihr zu faul seid, oder ihr geht in den Multiplayer, in dem ein riesige Masse an Spieler der Bestzeit hinterher jagt. Noch mehr Ghosts auf der Piste als hier werdet ihr wohl selten zu sehen bekommen.

TrackMania Turbo fällt in diese wunderbare "leicht zu lernen, schwer zu meistern"-Kategorie, die sich für eine Couch-Party mit Freunden genauso sehr eignet wie eine verbissene nächtliche Jagd nach einer bestimmten Medaille.

Zum Test von TrackMania Turbo

Q*Bert Rebooted (PS4, PS3, PS Vita)

Der Universal-Titel diesen Monat zeigt eines der absurdesten Maskottchen der Spielehistorie, das Schnauzenmonster Q*bert. 1982 als einer der letzten Automaten des legendären Flipper-Produzenten Gottlieb gestartet, hatte das seltsame Wesen keine zu große Karriere. 92 eine Art Super-Nintendo-Nachfolger, 2004 ein irgendwie offizielles Flash-Game, an das sich keiner mehr erinnert, und 2014 dann rebooted. Neben der vollständigen "Remaster"-Version des Klassikers habt ihr den Rebooted-Modus, in dem ihr mehr verschiedene Formen von Pyramiden einfärbt, es gibt neue Gegner und ein paar Extras wie eine flüchtende Schatztruhe. Es ist ganz sicher einen Blick wert, egal ob ihr noch nie Q*Bert gespielt habt oder einfach noch mal nach Jahren einen Blick auf den Klassiker werfen wollt, alleine schon weil Q*Bert einmal gespielt zu haben so etwas wie historische Grundbildung ist. Und wer weiß, vielleicht findet ihr etwas von dem Spaß, den viele vor über 30 Jahren mit dem eigenwilligen Rüsseltier hatten. Nur für die PS3 gibt es dann noch Toy Home und In Space we Brawl.

99 Vidas (PS Vita)

Nachdem die PS3 diesen Monat nicht gerade mit Highlights gesegnet wurde, kommt die Vita besser weg? Nun, die Frage ist, was ihr von Retro-Pixel-Look, Brawlern wie Final Fight oder Streets of Rage haltet und wie ihr mit einer Masse an 80er- und 90er-Anspielungen aller Art klar kommt. Sollte das nach Spaß klingen, dann ist 99 Vidas eine sehr solide Angelegenheit. Vier Charaktere - später sogar bis zu elf - mit eigenen Fertigkeiten, ein gerade im richtigen Maß überdrehter Look, ein treibender Soundtrack, das spielt sich gut weg. Durchaus knackige Bosse, sechs Level, die nicht zu lange dauern - oft ein Brawler-Problem -, 99 Vidas ist kein verlorener Klassiker, aber großer Spaß für eine nicht zu lange Bahnfahrt.

PlayStation Plus

PlayStation Plus bringt euch eine ganze Reihe von Zusatzfeatures für die PlayStation: Neben den sechs Spielen jeden Monat, die ihr spielen könnt, solange ihr Abonnent seid - und euch erhalten bleiben, wenn ihr mal aussetzt und später erneut abonniert - ist der Service für die Nutzung von Onlinespielen nötig. Dazu gibt es immer wieder teilweise hohe Ermäßigungen im PlayStation Store, gelegentlich Beta-Zugänge zu neuen Spielen und mehr.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

Defender, Ringe, 1W6+4, NCC-1701, 8086, Ultima, Cid, SEGA, like tears in rain, B. Guardian, nicht Silmarillion, F. Mercury, PC-Player, Arena, id, Mage, LiveLink, Eurogamer, Chefredakteur...

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