Wie sieht die Zukunft mit Künstlicher Intelligenz und menschenähnlichen Androiden aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich unter anderem das kommende Detroit: Become Human.

Um die Frage, wie das in der Realität ablaufen könnte, ging es vor kurzem während einer Expertenrunde im Science Center Berlin Ottobock mit Autor Andreas Brandhorst, der Digitalunternehmer, Investor und Redner Fabian Westerheide sowie Quantic Dreams COO und Co-CEO Guillaume de Fondaumière.

Im Spiel nehmen die Androiden, die als Haushaltshilfen, Detektive oder Kindermädchen arbeiten, im Jahr 2038 ihr Schicksal in die eigene Hand und wollen sich von den Menschen befreien.

"Künstliche Intelligenz umgibt uns bereits heute, wir bemerken sie nur selten", sagt Westerheide.

In Flugzeugen kommt sie zum Einsatz, bei Routenplanern oder in Form von Algorithmen bei Suchmaschinen und in sozialen Medien. Das sind keine Androiden, aber der Anfang dessen ist mit Drohnen, selbstfahrenden Autos oder vernetzten Haushaltsmaschinen gemacht.

"50 Prozent aller an Künstlicher Intelligenz arbeitenden Wissenschaftler, mit denen wir gesprochen haben, glauben, dass es um 2040 herum menschenähnliche Androiden gibt. Weshalb wir uns für das Jahr 2038 entschieden haben. Alles, was wir in Detroit zeigen, gibt es bereits", erklärt Guillaume de Fondaumière

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Brandhorst glaubt, dass die Entwicklung schnell voranschreitet. Wissenschaftler könnten bereits das Hirn einer Maus emulieren. Und wenn die Entwicklung der Rechenleistung so weitergeht, hält er es für wahrscheinlich, dass das 2040 auch mit einem menschlichen Gehirn möglich ist.

Westerheide warnt dabei vor Gefahren, wenn nicht die richtigen Grundlagen geschaffen werden: "Jetzt ist die Zeit zum Handeln. Sie übernehmen natürlich die Moralvorstellungen ihrer Entwickler", betont er und verweist darauf, dass heute schon amerikanische Ideen und Vorstellungen das Zusammenleben in sozialen Netzwerken bestimmen und und nicht deutsche oder europäische.

"Künstliche Intelligenz wird die Moral von amerikanischen weißen Männern haben", sagt er und glaubt, dass Minderheiten bei der Programmierung nicht gefragt sind. Genau das wäre jedoch wichtig, um die künftige Welt besser zu machen und gegen Vorurteile und Machtverhältnisse anzukämpfen.

Brandhorst zufolge ist Künstliche Intelligenz ein "Mittel zur Machtgewinnung" und müsse stärker kontrolliert werden, damit die Entwicklung keinem rein kommerziellen Interesse untergeordnet wird.

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Für Detroit wählte das Entwicklerteam Androiden, weil diese greifbarer sind als Programme, die im Hintergrund laufen. "Wir geben bewusst keine Antworten. Wir wollen Spieler entscheiden lassen", betont de Fondaumière. Sie sollen nachdenken und sich Probleme klarmachen.

Wie sehr das Quantic Dream gelingt, erfahrt ihr ab dem 25. Mai auf der PlayStation 4.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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