Gaming-Laptops. Für die einen die totale Mobilität, für andere die totale Dekadenz. Manche sagen, dass sie sinnlose und überteuerte Spielzeuge sind, andere lieben sie und würden nie wieder zum Desktop zurückgehen. Was davon stimmt? Nun, alles natürlich. Die große Frage ist, was davon für euch stimmt und dieser Artikel soll euch helfen, das zu beantworten. Dazu ist es wichtig zu wissen, was man mit dem Gaming-Laptop vorhat und dann, worauf man bei der Masse an verfügbaren Modellen achten muss.

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Kann ein Gaming-Laptop einen Gaming-Desktop-PC ersetzen?

Ja, natürlich. Das sogar sehr bequem, aber es gibt ein paar Dinge, die euch sofort klar sein müssen: Wenn es am Ende um die schiere Top-End-Leistung geht, dann wird ein großer, wassergekühlter Desktop immer mehr leisten können als ein Gaming-Laptop. Auch muss euch klar sein, dass ein Gaming-Laptop entschieden teurer ist als ein vergleichbar ausgestatteter Heimcomputer. Bei einem stationären Rechner bekommt ihr folglich mehr Leistung für deutlich weniger Geld. Das klingt hoffentlich einleuchtend, denn schließlich müssen alle Komponenten viel kleiner und kompakter verbaut sein, was das Design wesentlich aufwändiger macht. Der dritte Punkt zugunsten des Gaming-Desktop ist die Aufrüstbarkeit: In einem Tower lassen sich leicht alle Komponenten austauschen und erneuern, ein Laptop ist seinen kompletten Lebenszyklus hindurch in aller Regel weitestgehend definiert. Ihr könnt oft eine größere Festplatte oder mehr Speicher verbauen, aber das ist es meist auch schon.

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Desktop ...

Das klingt jetzt natürlich erst einmal nicht so toll, aber der Gaming-Laptop hat auch gewaltige Vorteile. Der offensichtlichste ist natürlich die Mobilität. Während es ein logistischer Aufwand sein kann, einen Tower, Monitor und Peripherie einzupacken und auch nur ein Zimmer weiter zu tragen, klappt ihr einen Laptop zusammen und selbst schwere 5-Kilo-Modelle lassen sich einfach transportieren. Dann spart ihr am Desktop oft Platz, denn schließlich braucht ihr, wenn ihr es puristisch angeht, nur den Platz für den Laptop selbst. Wenn ihr aber mehr Raum habt, dann könnt ihr den Laptop praktisch zu einem Desktop aufrüsten, zumindest, was die Peripherie angeht. Weitere Monitore lassen sich anschließen, Maus und Keyboard sowieso und mit den neuesten USB-C-Anschlüssen lässt sich selbst bei Grafikkarten was machen. Das ist aber ein ganz eigenes Thema, das eine neue Dimension eröffnet, wofür der Begriff Gaming-Laptop eigentlich steht. Aber auch so seid ihr nicht mehr so sehr auf das limitiert, was ab Werk im Laptop steckt.

Da manchmal die Frage nach einer Dockingstation aufkommt: Das Konzept ist bei Gaming-Laptops leider nicht sehr verbreitet, aber es muss ja auch nicht gleich die große Landebasis sein, wenn es nur darum geht die komplette Peripherie über einen Port ein- und auszustecken. Lenovo bietet zum Beispiel einen USB-C-Hub (Amazon.de) an, der per USB-C Netzwerk, USB und HDMI in einer kleinen Box vereint, sodass Monitor und Eingabegeräte schnell mit dem Laptop verbunden sind. Voraussetzung dafür ist natürlich ein USB-C-Port, wie ihr ihn an vielen modernen Gaming-Laptops findet, so zum Beispiel selbst schon bei recht preiswerten Einsteigergeräten wie dem Lenovo Legion Y530.

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... oder Laptop, das ist hier die Frage.

Also ja, wenn ihr nicht jeden Monat neue Teile in ein Gehäuse schrauben möchtet, um so die aktuelle Speerspitze des technisch überhaupt Machbaren auszuloten und bereit seid, den in der Regel höheren Preis für die Vorteile des Laptops zu bezahlen, dann braucht ihr nicht mehr unbedingt einen eigenen Desktop-Rechner. All euer Gaming kann dann durchaus auf einem Laptop passieren und das auch in hoher Qualität. Wenn ihr denn auf ein paar Dinge achtet.

Welcher Gaming-Laptop ist für mich der richtige?

Die alles entscheidende Frage angesichts von zig Modellen. Zuerst natürlich der, den ihr euch leisten könnt und wollt, denn angefangen von 700 Euro bis zu 7000 gibt es da eine gewisse Bandbreite. Diese Frage müsst ihr aber selbst beantworten, aber im Rahmen von etwa 999 bis 2000 Euro habt ihr alle Möglichkeiten offen. Diese wären erst einmal die generelle Größe und damit verbunden oft auch die Leistung.

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Mit 800 bis 1500 Euro die Einstiegsklasse: der formschicke und leise Lenovo Legion Y530.

Die Größe ist entscheidend für die Mobilität - logisch, wer möchte bei täglichen Bahnfahrten schon mehr als nötig mit sich herumschleppen, nur um ein wenig Call of Duty zu spielen? Damit sind große 17-18 Zoll Geräte mit 4 bis 5 Kilo Gewicht vor allem für diejenigen, die den Laptop als Desktop-Ersatz sehen und nur gelegentlich bewegen. Wer dagegen öfter mal mit der Bahn unterwegs ist und sein Gepäck minimieren und seinen Spielspaß maximieren möchte, schaut sich besser nach Geräten in der 15-Zoll-Klasse um, die mit 2 bis 3 Kilo Gewicht deutlich portabler daherkommen. Diese Gewichtsreduktion drückt sich natürlich nicht nur im Display aus. Kleiner und leichter heißt häufig auch weniger Grafikkarte, weniger Kühlmöglichkeiten, weniger Akkuleistung - wobei letztere sich mit der geringeren Leistungsfähigkeit und dem kleineren Screen wieder ausgleicht.

Um zu verdeutlichen, was das konkret bedeutet, müssen zum Einsteigermodell Y530 noch der Lenovo Legion Y920 der alten Produktreihe, aber mit der stärksten Grafikkarte im Feld am oberen Ende und der Y730 im mittleren Bereich herhalten:

Komponente Lenovo Legion Y530 - ab ca. 800 Euro (Amazon.de) Lenovo Legion Y720 - ca. 1600 Euro (Amazon.de) Lenovo Legion Y920 - ca. 2400 Euro (Amazon.de)
CPU ab Intel Core i5-8300H ab Intel Core i7-8750H Intel Core i7-7700HQ
Betriebssystem Windows 10 Home 64 Windows 10 Home 64 Windows 10 Home 64
Bildschirm 15,6" IPS AntiGlare LED Backlight 1920x1080, 144 Hz 17" IPS AntiGlare LED Backlight 1920x1080, 144 Hz, G-Sync optional 17" IPS AntiGlare LED Backlight 1920x1080 G-Sync
Speicher ab 8.0GB PC4-19200 DDR4 16.0GB DDR4 16.0GB PC4-19200 DDR4
Festplatte bis zu 512 GB SSD PCIe, bis zu 2TB HDD (Intel Optane Ready) bis zu 512 GB SSD PCIe, bis zu 2TB HDD 2x256GB SSD Raid 0 + 1TB 5400
Grafikkarte ab NVIDIA GeForce GTX 1050 4GB GDDR5 NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti 4GB GDDR5 NVIDIA GeForce GTX 1070 8GB GDDR5
Keyboard Hintergrundbeleuchtung Rubberdome Tastatur mit Corsair® iCUE-RGB-Hintergrundbeleuchtung RGB Hintergrundbeleuchtung Mechanisch

Wie ihr seht bekommt ihr für das Mehr an Gewicht - und Geld beim Einkauf - einen soliden Leistungssprung bei geringerer Portabilität. Also, seid ihr der Pendler-Nomade mit Gaming-Ambitionen oder der Heim-Wanderer, der lediglich seine 5 Kilo Gaming-Power auch mal auf die Couch oder ins Schlafzimmer bewegen möchte?

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Lenovos neue Mittelklasse in 17 Zoll: der Legion Y730.

Es gibt auch noch extremere Beispiele: Runter geht es bis etwa 1,5 Kilo, wobei ihr hier schon mit deutlichen Einbußen rechnen müsst. Bei dem Gewicht lässt sich nicht mehr viel Akku unterbringen und die Grafikkarten sind eher Low-end. Aber wenn euch das genügt und ihr euch auf den Netzanschluss in der Bahn verlassen könnt, dann könnte das was für euch sein. Am anderen Ende des Spektrums habt ihr über 5 Kilo schwere 18-Zoll Modelle mit zwei großen Grafikkarten und allem, was sonst auch nur ausgewachsene Desktops bieten. Zu einem Preis natürlich. Ab 4000 Euro beginnt High-end für starke Träger.

Auf welche Komponenten sollte ich bei einem Gaming-Laptop achten?

Wie bei jedem anderen PC-Kauf gibt es ein paar wichtige Dinge, auf die ihr achten solltet:

Display: Auch wenn 4K-Gaming gerade voll in Mode ist oder zumindest Besitzer sehr teurer Grafikkarten euch das einreden möchten - in einem Gaming-Laptop ist das derzeit keine sinnvolle Option. Auch wenn viele Anbieter schon das eine oder andere 4K-Display in Laptops stecken, ist am Ende nicht mal WQHD wirklich relevant. Die Grafikkarten eines "normalen" Gaming-Laptops, selbst solche mit einer Nvidia GTX 1070, ist zu schwach, um das zu befeuern. 1080p-Auflösung ist bei 17 Zoll und vor allem 15 Zoll zum Spielen sinnvoll, da mehr Auflösungsdetails oft untergehen würden und vor allem die Framerate drastisch senken. Mit 1080p könnt ihr die native Auflösung direkt nutzen, was immer besser ist als diese von einem 4K-Display herunterzuskalieren. 1080p mag bei TVs und Desktops mittlerweile ein böses Wort sein, bei einem Gaming-Laptop ist es das, was aktuell den meisten Sinn ergibt.

Dann ist es wichtig, dass ihr ein IPS-Panel habt. Diese sind zwar nach wie vor ein kleines bisschen langsamer in den Reaktionszeiten als die TN-Panels, aber die Vorteile in Sachen Darstellungsqualität, Helligkeit und vor allem stabilen Betrachtungswinkeln sind dramatisch. Was dagegen kein Thema mehr zu sein scheint ist OLED. Einige wenige Laptops haben noch diese Technik, aber da mit Samsung der größte Hersteller solcher Panels aus der eigentlich vielversprechenden Technologie ausstieg, dürften IPS-LCDs noch für eine ganze Weile das Maß der Dinge sein.

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VR ist sicher schick - und dieser Y920 auch 'ready' - aber ein gutes Display ist trotzdem entscheidend.

Der dritte Punkt lautet, immer darauf zu achten, dass der Bildschirm entspiegelt ist. Das kann AntiGlare, NonGlare oder einfach Entspiegelung heißen, aber auch wenn man es nicht glauben sollte, manchmal sind Laptops - gerade preiswertere - aus welchen Gründen auch immer nicht entspiegelt. Und da reicht dann schon ein wenig Sonnenschein oder auch nur eine ungünstig gestellte Lampe, um euch die Spielsession zu verderben.

Luxus ist dann G-Sync. Diese Nvidia-Technnologie ist mittlerweile auch im mobilen Bereich angekommen und stellt sicher, dass Bildberechnung durch die Grafikkarte und die Darstellung auf dem Display immer im perfekten Gleichschritt bleibt. Lenovos Legion Y920, aber auch die Notebooks der neuen, redesignten Y730er Serie bieten es optional an. G-Sync ist wirklich nett, denn ihr habt kein Tearing mehr und selbst bei niedrigeren Frameraten wirkt das Bild etwas flüssiger, als wenn diese Technik nicht an Bord wäre. Es ist nicht sehr verbreitet, aber wenn ihr es habt, dann schätzt euch glücklich.

Grafikkarte: Erst einmal muss natürlich eine dedizierte Grafikkarte drin sein, kein einfacher Onboard-Chip. Am weitesten verbreitet im mittleren bis oberen Segment sind die Nvidia-Modelle, aktuell wären das vor allem die Geforce 1060 und 1070. In der neuen Laptop-Generation setzt Lenovo vor allem auf den Preis-Leistungs-Champ GTX 1050Ti, dank der neuen Belüftungslösung leichter kühl, leise und energieeffizient betrieben werden kann. Ein nicht zu unterschätzender Bonus, der bei Auflösungen von 1080p nicht zu große Performance-Einbußen bedeutet. Besonders leichte oder auch preiswertete Gaming-Laptops können dann auch mal eine normale 1050 oder natürlich ältere Baureihen drin haben. Ist eine solche Karte an Bord - aber nicht onboard -, dann ist praktisch garantiert, dass sie auch ihren eigenen Speicher mitbringt. In der Regel sind das 6GB für die 1060 und 8GB für die 1070 und 4GB bei der 1050 Ti. Viel mehr müsst ihr hier nicht beachten. Es ist nicht möglich, die Karte auszutauschen, ihr müsst euch keine Gedanken über Anschlüsse an das Netzteil machen, es ist sehr viel einfacher hier. Wer viel Geld ausgeben kann, bekommt ab etwa 3000 Euro für den Laptop eine GTX 1080, was natürlich nett ist. Und noch netter wird es dann ab 5000 Euro, wenn zwei 1080er Karten im SLI-Verbund arbeiten. Hier sollte die nächste Steckdose nie weit sein und ein Extra-Täschchen für den Gehörschutz, den ihr auf einer Zugreise dann an Sitznachbarn verteilt, solltet ihr dann gleich mit einplanen.

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CPU: Hier werdet ihr vor allem auf Intels i7 und i5 stoßen. Der i7 gilt als das Maß der Dinge, da der neue i9 zwar superschnell und todschick ist, aber erst in Laptops ab der 4000-Euro-Grenze zu finden ist. Bei i7 gilt dann, dass die Nummer und die Gigahertz natürlich nicht unwichtig sind, aber vor allem das Kürzel HK dahinterstehen sollte: Das H steht bei Intel für Leistungsoptimierung bei der Grafik, das K bedeutet, dass der Chip nicht gesperrt ist und übertaktet werden kann - ja, das geht auch bei Laptops, wobei man hier natürlich schneller an Wärmegrenzen stoßen wird. Bei den i5-Prozessoren heißt es dann öfters mal HQ, wobei das H wieder für die Grafikoptimierung steht und das Q für Quad-Core, etwas, da nicht jeder i5 bietet. Sowohl HK wie HQ sind für Gaming geeignet, im Gegensatz zu Prozessoren mit dem Kürzel U oder gar Y. Diese Prozessor-Varianten sind sparsam mit dem Strom, dafür aber auch in der Leistung gedrosselt, was sie nicht zu idealen Gaming-Varianten macht.

Übertaktung: Vor ein paar Jahren bei Laptops noch eher ungewöhnlich, ist es mittlerweile ein Standardfeature, für dass die Hersteller eigene Software mitliefern. So könnt ihr mit dem Segen der Garantie an den Zahlen herumregeln und Akkulaufzeit gegen Rechenleistung abwägen. Bei Lenovo heißt das dann Nerve Center, wo ihr Boost-Optionen habt und an der Kühlung herumspielt, aber auch Makros und Netzwerkprioritäten festlegen könnt, um den Spielen ein wenig mehr der Bandbreite zuzuweisen.

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Die neue Kühllösung soll die 30er Serie der Legion Notebooks schlank, leise und kühl halten.

Speicher: DDR4 ist der Stand der Dinge aktuell, so wie generell. Davon solltet ihr auch ruhig eine solide Menge an Bord haben, mindestens 8GB und DDR4-2400 / PC4-19200 oder besser sollte es sein. Wie bei normalen PCs ist es wichtig, dass es bei Bestückungen mit mehreren Chips immer die gleichen Baureihen sind. Unterschiedliche Speicherbausteine sind in der Regel langsamer. Schaut, wie viele Slots in dem Laptop sind, das ist leider nicht immer ganz einfach herauszufinden. Verdächtig sind dabei "krumme" Bestückungen wie 12 GB, was meist auf einen 4GB und einen 8 GB Chip hinweist. Vor allem, weil es eigentlich nur 4, 8 und 16 GB Chips gibt. 16 GB sind aktuell noch nicht unbedingt nötig, 32 noch weniger. Aber 16 sind auch wieder nicht zu verachten, wenn ihr das Geld habt.

Festplatten: Am Desktop PC ist derzeit beim Gaming und eigentlich sonst auch schon eine schnelle SSD-Platte für das Betriebssystem und eine große, herkömmliche Platte für alle Massendaten. Das ist bei Gaming-Laptops nicht anders: Schaut ihr euch ein Einsteigermodell wie den Lenovo Legion Y520 an, dann findet ihr selbst im etwa 700 Euro teuren Gerät der letzten Generation schon eine 128er SSD und eine 1TB 5400er Platte. Bei teureren Modellen (wie dem neuen Legion Y530, ab 1200 Euro und Legion Y730 / 1600 Euro-Ausführung) gibt es dann eine 512GB SSD Platte, was genug Speicher auch für Spiele bedeutet und wenn es dann noch teurer wird (Legion Y920 / 2300 Euro) gibt es dann ein Raid 0 mit zwei 256er-SSD-Platten. Optional bietet die neue auf 30 endende Serie Wer es gern absurd mag, kann sich in der Klasse ab 4000 Euro aufwärts umgucken, dort gibt es dann Variationen wie zum Beispiel ein Raid 4 aus drei 512 GB SSD Platten. Absurd, sicher, aber natürlich auch sehr nett. Also, auch kleine Modelle haben die nötige SSD/HDD-Grundausstattung, mit mehr Geld kommt dann mehr Speicher und mehr Spaß an wilden Konstellationen.

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Netzwerk: Was sein muss, ist 2x2 802.11n und Dualband 2,4GHz / 5GHz-Unterstützung. Das bieten eigentlich fast alle Gaming-Laptop-WLANs. Mehr, wie zum Beispiel 802.11ac ist natürlich netter. Weit verbreitet sind bei dieser Norm die Chips von Killer, die genau das bieten und auch in kleineren Gaming-Laptops verbreitet sind. Selbst wenn ihr bei euch zuhause deren Obergrenze von 867 Mbps vielleicht noch nicht ausreizen könnt, ihr habt ein mobiles Gerät, das woanders zu Hochform auflaufen möchte. Sollte nicht klar sein, welcher WLAN-Chip in dem Gerät steckt und was er kann - was leider häufiger der Fall ist - dann zögert nicht, den Händler zu nerven, bis er nachguckt. Beim LAN-Anschluss ist 1Gbit/s natürlich Pflicht, weshalb es auch schwer werden dürfte, einen Laptop zu finden, der das nicht bietet.

Keyboard und Touchpad: Die mageren Jahre sind vorbei, in denen sich alle Gaming-Tastaturen für unterwegs billig anfühlten, es gibt mittlerweile mechanische Tastaturen bei Laptops! Lenovos Oberklasse ab 2000 Euro, Y920, bietet euch zum Beispiel diesen Luxus. Aber das ist noch nicht die Regel, vor allem unterhalb dieser Preisliga (aber auch generell), heißt es immer selbst Hand anzulegen. Probiert ein Keyboard aus. Und schaut euch auch das Layout an. Manchmal ist gerade die rechte Seite etwas vollgerümpelt und zum Beispiel die Cursor-Tasten ungünstig zwischen anderen Tasten versteckt platziert. Auch ist die Beleuchtung nicht optional, sondern muss vorhanden sein. Das wird auch bei den preiswertesten Gaming-Laptops der Fall sein, die teureren bieten dann noch viele RGB-Spielereien.

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Sound: "Ist vorhanden", lautet normalerweise die verbreitete Antwort von Laptops und es gibt auch kaum einen Laptop, der wirklich hochwertige Soundhardware verbaut hat, zumindest, was den internen Chip angeht. Beliebt sind in den höheren Preislagen der Einbau von Sabre DACs, aber am Ende seid ihr mit einem hochwertigen USB-Headset besser beraten, sofern ihr nicht mobile externen Soundkarten nutzen möchtet. Lautsprecher hat auch jeder Laptop, es ist gerade Mode mit dem Namen Harman hausieren zu gehen und warum nicht. Deren 2W-Minispeaker klingen wirklich etwas satter als das, was sonst verbaut wird. Etwas fülliger wird der Sound erst ab der 2500-Euro-Klasse, wenn in großen 17-Zoll-Geräten auch noch Platz für einen Mini-Subwoofer bleibt, aber eigentlich ist auch das mehr Notlösung als Konzept. Jede 200-Euro-Bluetooth-Rolle wird euch besseren Klang liefern.

Anschlüsse: Pflicht sind mindestens zwei USB 3.0-Anschlüsse, aber das ist auch das Minimum. Vier wären schon netter, vor allem, wenn ihr plant, den Gaming-Laptop auch als Desktop-Ersatz zu nutzen. Dann natürlich HDMI und ein zusätzlicher Display-Port ist auch nicht verkehrt. Dieser ist dann aber bei höherpreisigen Geräten zu finden. Multicard-Reader ist immer praktisch, getrennter Audio-Ein- und Ausgang muss sein, genauso wie ein LAN-Anschluss. Ein Thunderbolt / USB-C-Anschluss ist dann die Krönung und sollte bei jedem Gerät auch dringend an Bord sein - was auch meist der Fall ist, selbst der "kleine" Lenovo Legion Y530 hat einen. Dieser Port ist nicht nur generell praktisch, er gibt euch die Möglichkeit, eine externe Grafikkarte zu betreiben. HP bietet zum Beispiel eine Box für etwa 300 Euro an, in die ihr eine Grafikkarte eurer Wahl steckt. Die kann durchaus eine GTX 1080 sein, die dann auf eurem Schreibtisch steht. So verreist ihr dann mit einem schlanken und preiswerten Y520 der letzten Generation oder dem aktuellen Y530 und zuhause habt ihr dann die volle Grafikpower.

Also, überlegt euch, ob ein Gaming-Laptop für euch das Richtige ist, was ihr ausgeben könnt und dann schaut, dass diese Kern-Features drin sind. Dann steht mal mehr, mal weniger portablem Gaming-Spaß nichts mehr im Weg. Das oder ihr kauft eine Nintendo Switch und ein Lenovo Yoga.

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