Eigentlich ein gut funktionierendes und nettes Rennspiel. Leider mangelt es an Mitspielern und die Solo-Kampagne motiviert nicht dauerhaft.

Wenn ein Entwickler sein neues Rennspiel als Mischung aus F-Zero und Splatoon bezeichnet, klingt das auf den ersten Blick nicht verkehrt. Beides sind gute Spiele. Die Frage ist: Wie verbinden sich diese beiden Erfahrungen zu einem neuen Spielerlebnis? Die Antwort ist simpel. Ihr rast mit Gleitern über die futuristisch angehauchten Rennstrecken auf verschiedenen Planeten und bemalt den Asphalt.

Und das nicht zum Spaß. Die Farbe bleibt dauerhaft auf dem Boden und sorgt dafür, dass ihr - wenn ihr über eure Farbe hinweg gleitet - Boost aufbaut und schneller über die Piste rauscht. Daher ist es ratsam, so viele gleichfarbige Segmente wie möglich aneinanderzureihen. Die Konkurrenz schläft nicht und bemalt ihrerseits die Strecken. Jeder hat die Möglichkeit, jeden Teil neu zu anzustreichen und so von seinen Gegnern zu stehlen.

Dabei spielen taktische Entscheidungen eine Rolle. Bemalt ihr die Strecke, seid ihr langsamer unterwegs. Und überlasst ihr den Gegnern das Anstreichen, profitieren diese später vom Boost. Teamplay steht daher im Forkus und je nach Fahrzeug habt ihr zum Beispiel mehr Farbe zur Verfügung. Das sorgt in der Theorie für taktisch geprägte Rennen, in denen sich einer um das Bepinseln des Kurses kümmert, während die anderen dies für sich ausnutzen.

Verleiht ihr der Strecke Farbe, verschafft euch das einen Boost.

Das größte Problem daran ist nicht spielerischer Natur. Vielmehr liegt es an den nicht vorhandenen Spielern. Und ausgehend von meinen Erlebnissen während der Suche nach Mitfahrern spielt das hier so gut wie niemand. Einmal fand ich einen einzigen Mitspieler, den Rest der Startplätze füllte das Spiel mit KI-Fahrern. Ob mittags, nachmittags oder abends, meine Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt. Noch erschreckender: Mit aktivierter Cross-Plattform-Suche fand ich auf der PlayStation 4 keine Mitspieler. Möglich, dass der Preis mit knapp 30 Euro zu hoch angesetzt ist.

Findet ihr online keine Teamkollegen oder Gegner, bleibt noch die Kampagne. Die insgesamt 20 Kapitel bieten verschiedene Missionen, in denen ihr im Grunde Rennen in verschiedenen Modi gegen die KI absolviert. Ihr fahrt um Positionen, die meisten Punkte, gegen die Zeit und so weiter. Währenddessen bemühen sich die Entwickler, den verfügbaren Fahrern mit Dialogen Persönlichkeiten und Hintergründe zu verpassen. Interessant ist das alles eher weniger, daher nutzte ich ab einem bestimmten Punkt regelmäßíg die Überspringen-Funktion, um das nächste Rennen zu fahren.

Jedes Team hat die Möglichkeit, jeden Teil der Strecke für sich anzupinseln.

Pro Mission gibt es jeweils verschiedene Herausforderungen. Da ihr gegen und mit der KI fahrt, artet das mehr als gelegentlich in Glücksspiel aus. Zumal die Teamkollegen zum Teil keine Rücksicht auf euch nehmen. Sie drängen euch in die Bande, überholen euch, wenn ihr Platz 1 als Zielsetzung habt, und ähnliche Späßchen. Alle Aufgabenstellungen mit einem Versuch zu erreichen, ist kein Zuckerschlecken. Insgesamt beschäftigt euch die Kampagne für ein paar Stunden. Ist das 30 Euro wert, wenn ihr keine Mitspieler findet? Eher nicht.

An der Performance des Spiels hat sich seit der Veröffentlichung was getan. Lief das Spiel anfangs noch in einem Bereich zwischen 60 und 30 FPS mit ein paar spürbaren Slowdowns, setzen die Entwickler nach einem Patch mittlerweile auf eine maximale Framerate von 30 FPS (getestet auf der normalen PS4). Aufheben lässt sich diese Beschränkung in den Optionen nicht. Anzumerken ist, dass diese Slowdowns nur vereinzelt vorkamen und keine großen Auswirkungen hatten. Das 30-FPS-Cap hilft dabei, sie zu vermeiden. Wer lieber 60 FPS hätte, kommt um diesen Kompromiss nicht herum.

Leider mangelt es online an Mitspielern.

Wenigstens sehen die Autos mit ihrer Mischung aus klassischem, amerikanischen Stil und SciFi-Elementen ganz ansehnlich aus, ebenso wie die Strecken. Ein weiteres Problem betrifft die merkwürdigen Reaktionen der Fahrzeuge bei Kollisionen. Ihr prallt unnatürlich von Hindernissen, den Streckenbegrenzungen oder anderen Fahrzeugen ab. In einem kurzen Korridor knallte ich infolge dessen mehrmals hintereinander von einer Seite gegen die andere und zurück und verlor viel Zeit, bevor ich den Gleiter erneut unter Kontrolle hatte. Da war das Rennen schon dahin.

Trailblazers ist beileibe kein schlechtes Spiel. Die Mischung aus F-Zero und Splatoon funktioniert grundsätzlich gut, die mangelnde Zahl an Mitspielern macht den Teamplay-Fokus jedoch zunichte. Ein Ersatz ist die KI in der Kampagne dafür nicht. Ebenso ist der Preis für den Inhalt, den das Spiel bietet, ein Stück zu hoch angesetzt. Das schreckt potenzielle Käufer ab und erklärt den Spielermangel. Am Ende fehlt Trailblazers trotz der Kombination aus Renn- und Farbenspiel das Besondere. Ich erlebte beim Spielen keine magischen Momente, durch die es mir in Erinnerung bleiben würde. Kurz: Idee gut, Umsetzung befriedigend, Spielerzahl ungenügend.

Entwickler/Publisher: Supergonk/Rising Star Games - Erscheint für:PC, PS4, Xbox One - Preis: 29,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: PS4 - Sprache: englische Sprachausgabe, deutsche Texte - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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