Ubisoft hat eine große, glorreiche Historie an E3-Shows, voller glanzvoller Auftritte und herrlicher Peinlichkeiten. Was würde es dieses Jahr sein? Nun, ein Typ im Pandakostüm startete die Show... Aber dann wurde das doch alles noch was.

Wie sich die Konkurrenz geschlagen hat, was EA, Microsoft und Bethesda zeigten und was noch kommt, erfahrt ihr hier bei den E3 2018 Artikeln und Terminen.

Die Show: Wie gesagt, Typ im Pandakostüm. Was dann in den nächsten Minuten folgte, war Cirque de Soleil als Marschkapelle, die musizierend und akrobatisch wertvoll in das stilvolle Theater einzogen. Was wollten diese bunten Gestalten uns sagen? Nun, eigentlich nur, dass es ein neues Just Dance gibt. Wie jedes Jahr. Solide und spaßig abgehandelt, auf zu den echten Games - von denen nur wenige mehr verkaufen als Just Dance. Weil wäre das der Fall, dann hätten wir vielleicht nicht ganz so lange auf die folgenden Minuten von Beyond Good & Evil 2 warten müssen. Erst als wahrlich epischster CG-Trailer der Show, der teurer gewesen sein dürfte, als das erste Spiel insgesamt und dann mit ein klitzekleinwenig Gameplay. Zwischendurch killte man noch die Website von Hit Record, über die Leute Community Content für das Game einreichen dürfen. Mit dem Andrang hatte man wohl nicht gerechnet.

Rainbow Six zeigte dann seinen E-Sport-Kalender, bevor mit Trials Rising eine echte Neuankündigung kam. Wurde auch mal wieder Zeit für ein Trials und es sei willkommen, selbst wenn dieser Live-Auftritt in Kostümage zu den liebgewonnenen Fremdschämern von Ubi zählte. Direkt danach folgte mit Division 2 der Trailer, nach dem jeder sich schlecht fühlt und deshalb war es nur konsequent, dass Rares ehemaliger Hofkomponist Grant Kirkhope ein wenig Mario & Rabbids Musik live inszeniert. Sehr cooler Auftritt, nette Idee. Das ging in Piraten über und gute Güte, Skull & Bones mag am Ende kaum mehr sein als die spielerische Resteverwertung von Assassin's Creed 4, aber sah das fantastisch aus. Dann wurde es Zeit für Star-Power. Nein, nicht die von Eliah Wood, der als Produzent des VR-Thrillers Transference persönlich vorbeiguckte, sondern einen echten Star. Nicht nur, dass das etwas kindlichere Toys-to-Life-Raumabenteuer Starlink auf der Switch Star Fox mit Raumschiff als Bonus bietet, Shigeru Miyamoto persönlich feierte mit Ubisoft-Chef Guillemot mal wieder die lange Freundschaft beider Konzerne.

Nach diesem Highlight musste die Bühne mit For Honor und The Crew 2 kurz abkühlen - For Honor Starter Edition umsonst bis zum 18.6. runterladen nicht vergessen -, um bereit für das Finale zu sein. Natürlich, wir sind wieder zurück im jährlichen Assassin's-Creed-Zirkus. Diesmal noch weiter zurück, 430 vor Christus etwa, was Origins und seinen Namen etwas seltsam dastehen lässt, aber nun zum ersten Mal als ein großes Assassin's Creed mit einer Frau in der Hauptrolle. Nun, fast. Schließlich darf man in Assassin's Creed: Odyssey alternativ einen Mann wählen. Da fehlte dann doch ein wenig Mut. Aber es gibt nun Multiple-Choice-Gespräche und vielleicht sogar hier und da Konsequenzen. Aber wir reden hier von AC, das glaube ich erst, wenn ich es sehe. So oder so, aussehen tut es hinreißend, die Antike tut der Serie gut, das Setting in Griechenland scheint gut was herzugeben und so bedankt sich Guillemot noch einmal für eine gute Show und damit hat er nicht unrecht. Keine echten Patzer, alles lief, der Mann darf sich freuen.

Bestes Spiel: Das wäre wohl Beyond Good & Evil 2. Noch darf es sich ein paar Vorschusslorbeeren abholen, eben gerade, weil wir immer noch nicht viel sahen oder wissen. Aber das wenige sieht richtig gut aus, also genießt die Vorfreude.

Am langweiligsten aussehendes Spiel: Sorry, Frodo, Transference sieht mehr aus wie ein Interactive-Movie-Experiment aus den 90ern als wie etwas, das ich auch nur mit der Kneifzange anfassen möchte.

Alles dazwischen: Beyond Good & Evil war zu erwarten, Assassin's Creed bekannt und geleaked. Das Lineup war sehr anständig, wie es sich für einen Publisher der Größe gehört und ihr hattet ein paar größere Ergänzungen laufender Spiele, was für die Kleinen - Starlink -, was für die Ballerwütigen - Division - und was für die ganze Werbefilm-Familie - Just Dance. Leider war Trials der einzige wirklich überraschende Neuzugang, etwas wie damals Watch Dogs fehlte dieses Mal.

Coolste Technik: Skull & Bones. Wow, sieht das gut aus. Sollte das so auf einer Konsole, egal welcher, mit 30 Frames stabil laufen, dann wäre das eine Leistung. Aber selbst wenn da "nur" ein dicker PC stand, gute Güte ist das eine schöne Wasser-Schiff-Kombination. Vielleicht bisher Ubis Beste dieser Art und in dem Punkt haben die schon so einiges auf den Schirm gebracht.

Das will ich nicht!: Dass Starlink ein Kinderspiel wird, bei dem man die Raumschiffe als Spielzeuge kaufen muss. Der Raumkampf, die Planeten, all das ist sehr schick. Aber die Charaktere wirken wie aus der Animations-Retorte des Kinder-Spartenprogramms. Gar furchtbar. Und vor allem: Wenn sie schon Starfox in das Spiel packen... Warum? Die Kids kennen das nicht. Ist das ein Trost für Papi?

Innovationen: Hmm... Warte bis die Konkurrenz das Toys to Life Geschäft verlässt, weil nicht mal LEGO mehr was reißen konnte und dann schlage zu? Ist eine innovative Geschäftsstrategie für Starlink, gebe ich zu. Aber sonst, nein, nichts zu sehen.

Überraschung!: Shigeru Miyamoto ist auf der Bühne? Gute Güte, an manchen Tagen kriegt nicht mal Nintendo den Mann gebucht! JUHU! Selbst wenn es für ein B-Ware Space-Abenteuer für die Zielgruppe 8 bis 14 ist.

WTF!!!: Das war wohl der Auftritt zum Start. Die Just-Dance-Kapelle war schon... eigen. Und irgendwie total Ubisoft. Auf eine nette Art.

Das war die Ubisoft-Show der E3 2018: Jaaa... Es war ja alles da, wir haben einen Happen Beyond Good & Evil bekommen - und den vielleicht dicksten Live-Action-Trailer der Messe dazu als Bonus -, Assassin's Creed: Odyssey sieht klasse aus, wie eigentlich alles, von Division über The Crew 2 bis Skull & Bones. Aber durch den Assassin's Creed Leak - ob nun gewollt oder wirklich aus Versehen - fehlte halt der eine Wow-Moment, den halt nur eine große Enthüllung bringen kann. Trotzdem, gute Show, gutes Lineup, nur sollte Ubisoft halt in Zukunft besser auf seine Schlüsselanhänger achtgeben.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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