Traditionell hat Nintendo keine Bühnenshow, sondern zeigt seine Neuigkeiten im Stream. Dieses Jahr ist keine Ausnahme und so liefen die 45 Minuten an Big-N-News zügig durch. Mehr oder weniger...

Hier seht ihr, was die anderen Shows auf der E3 2018 zu zeigen hatten.

Die Show: Keine Show, aber natürlich ließen es sich Reggie Fils-Aimé und auch Shinya Takahashi nicht nehmen, ein paar warme Worte an die Nintendo-Enthusiasten zu richten. Ansonsten schien die Taktung zunächst extrem. Es beginnt mit Daemon X Machina. Stylische Mech-Action, woran anscheinend und unter anderem Leute aus der Armored-Core-Ecke mitmachten. Nur mit dem Unterschied, dass dieses Spiel hier absolut irre aussieht! Cooler wird Mech-Anime nicht. Weiter mit Mechs: Xenoblade Chronicles kriegt ein Add-on, die beiden Switch-Pokémon-Varianten Pikachu und Evoli einen eigenen Ball-Controller, Super Mario Party unterstützt zwei Switch-Screens auf clevere Weise, Fire Emblem: Three Houses kommt im Frühjahr 19 und dann das, was die Show kurz stoppen ließ.

Fortnite für die Switch startet schon heute. Ab sofort könnt ihr es herunterladen und angesichts des Erfolges des Spiels - wer braucht schon was anderes auf der Switch? - sollte es seine Abnehmer finden. Falls nicht, dann machen ein paar Indies, noch mal hektischer gezeigt, die Runde - Overcooked 2 und Hollow Knight zum Beispiel und dann gibt es eine Art Best-of-Switch-Trailer. Wer jetzt mit Metroid Prime 4 als Finale gerechnet hat: Pech gehabt. Super Smash Bros Ultimate hat diese Ehre und keine Frage, das ist ein Spiel, das dieses Platzes würdig ist. Die Präsentation jedoch war schon eher etwas für die Profis. Während es dem Normalspieler als Information gereicht hätte, dass es nun nicht nur hübscher aussieht als auf der Wii U - welch ein Wunder - und jeder Charakter aus jedem Smash Bros, und wenn es nur ein kurzer Gastauftritt war, in diesem versammelt sein wird, ging es weitaus tiefer in die Gameguts, als man unbedingt vordringen müsste.

Das plus Inkling in acht Variationen, was aussieht wie eine Runde Splatoon von der Seite betrachtet. Ein paar neue Echo-Figuren gibt es wohl auch, aber viel mehr ging sicher nicht. Allein so ist das Ganze für Entwickler der Balancing-Albtraum aus dem zehnten Kreis der Hölle. Aber hey, wenn es einer hinbekommen kann, dann diese Leute. Was sie dafür taten, erklärten sie sage und schreibe 20 Minuten bis ins kleinste Detail, sodass Gelegenheitsspieler und nicht an Smash Bros interessierte Spieler vielleicht eh schon vorher abschalten und gar nicht mehr mitbekamen, dass von einem Spiel nicht mal ein Screenshot gezeigt wurde: Metroid Prime 4. Na dann vielleicht nächstes Jahr... Dann vielleicht zusammen mit Bayonetta 3.

Bestes Spiel: Das ist wohl ziemlich klar Super Smash Bros Ultimate. So viele Kämpfer, die meisten davon nicht nur Spielfigur, sondern Legende für sich, chaotische Acht-Spieler-Spielmodi, Unterstützung für Gamecube-Pads. Es ist alles dabei und noch viel mehr.

Am langweiligsten aussehendes Spiel: Von dem bisschen, was gezeigt wurde? Nichts. Aber da ich mich für eins entscheiden muss: Pokémon auf der Switch. Konnte nie viel mit Pokémon anfangen. Was wohl eine dezente Mindermeinung sein dürfte.

Alles dazwischen: Erstaunlich wenig. Sicher, Fire Emblem wurde ein wenig gezeigt und dürfte im Look niemanden überraschen, auch der Release-Zeitraum war mehr oder weniger bekannt. Ein paar Indies, aber davon gibt es eh mehr als genug auf der Switch - was eine gute Sache ist -, ein Xenoblade-Add-on, das reißt es nicht, auch wenn Daemon X Machina schon einen schicken Trailer hatte. Sicher, Fortnite ist eine Hammer-News zusammen mit dem Release-Datum - heute halt - und Smash Bros ist eine Hausnummer. Aber wer es etwas mehr Core-Gamer haben wollte, der hatte Pech gehabt. Kein Metroid, kein Bayonetta, heute zeigte sich Nintendo fast ganz von der Familienspaßseite.

Coolste Technik: Ähhh... Ist nicht die Plattform oder der Publisher dafür. Nächstes Thema bitte. (Außer natürlich Daemon X Machina zeigte Spielgrafik, dann gibt es 11 von 10 Punkten für Stil.)

Das will ich nicht: Hm, Pokémon vielleicht nicht. Aber ich sollte es noch mal probieren, vielleicht klappt es ja diesmal. Also ja, will alles.

Innovationen: Es ist nicht alltäglich, dass der News applaudiert wird, dass man einen Controller von vor drei Generationen nun an sein neues High-Tech-Spielzeug klemmen kann. Ist auf eine eigene Art irgendwie innovativ. Nicht technisch, aber auf einem sehr seltsamen Retro-Fanboy-Level schon.

Überraschung!: Daemon X Machina war nicht die Eröffnung, mit der ich hier gerechnet hätte. Hat mich überrascht, hätte eigentlich mit Marios knubbeligen Zügen für den Auftakt gerechnet. Das oder eine von Nintendos üblichen Shiny-Happy-Peoples, die eine Switch angrinsen.

WTF!: Kein Metroid Prime 4. Kein Bayonetta 3. Seriously, what the fuck?!

Das war die Nintendo-Show der E3 2018: Ich will ganz ehrlich sein: Für jemanden wie mich, der alle Jahre mal wieder vielleicht Super Smash Bros spielt, war das jetzt nicht die große Show. Sicher, stilvoller Start, ich mag Mario Party und auf diese Konsole passt es wie die Faust aufs Auge. Mit Fire Emblem werde ich sicher auch viel Zeit verbringen und ja, wer Smash Brother ist, der kann sich den Dezember schon mal freiräumen. Aber zwei der ganz großen Hoffnungsträger nicht mal zu erwähnen, teasern oder irgendwas zu tun, das hat mich schon etwas geknickt. Naja, vielleicht lade ich heute Abend im Bett mal Fortnite runter...

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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