Es ist ein wenig her, dass wir Fuß auf Summerset - oder im Deutschen nicht weniger hübsch Sommersend - setzen durfte. 1994, im ersten Elder Scrolls: Arena, um genau zu sein. 24 Jahre, kaum zu glauben. Aber, ganz Tamriel findet nach und nach seinen Weg in Elder Scrolls: Online und so sind jetzt die Inseln der Hochelfen dran. Da diese eine ziemlich von sich eingenommene Rasse sind und eigentlich am liebsten niemanden außer sich dort sehen wollen ... Erwartet nicht, dass euch jeder dort mit offenen Armen begrüßt.

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Elder Scrolls Online Summerset Test - Irgendwie sah das damals hier anders aus...

Macht aber nichts, denn nicht nur erwartet euch das bisher größte TESO-Gebiet, man sieht auch deutlich, dass sich die Technik in dem Jahr seit Morrowind weiterentwickelt hat. Elder Scrolls: Online war nie hässlich, aber inzwischen ist es so hübsch, dass man sich das auch rein für den Schauwert geben kann. Dafür müsst ihr, solltet ihr mit Summerset erst jetzt einsteigen, nicht in einem der anderen Gebiete starten und dann später hierherkommen, egal was für einen Helden ihr euch bastelt. Ein Tutorial, ein paar freundliche Worte und schon dürft ihr den Inhalt bereisen, der auf der gekauften Packung draufstand. Dazu kommt auch, dass es mir relativ egal erschien, dass ich weitestgehend vergessen hatte, was der inhaltliche Stand des Meta-Games eigentlich war. Während der Stunden mit Summerset erfuhr ich genug, um auch dann in die Geschichte zu finden, wenn ich vorher nichts über das Spiel gewusst hätte und mich dann im Anschluss mit den anderen Ecken Tamriels zu beschäftigen.

Diese werdet ihr mit gewisser Wahrscheinlichkeit eh bereisen, denn die große Neuerung ist dieses Jahr keine ganze Klasse, sondern "nur" ein neuer Fertigkeitenbaum. Der Psijik-Orden ist eine alte Geheimkaste, die sich nun, da schlimme Dinge in Tamriel passieren, nicht nur aus ihrem Versteck traute, sondern sogar neue Mitglieder akzeptiert. Hochexklusiv natürlich, nur Leute, die das Add-on kaufen sind zugelassen. Bevor das aber passiert, müsst ihr innerhalb dieser durchaus solide erzählten Questlinie eine Menge Zeitrisse schließen, die über den ganzen Kontinent verteilt sind. Oder zumindest die Teile, die schon in Elder Scrolls Online erschlossen sind. Das ist für Alteingesessene mitunter nicht ganz so spannend, wobei es auch hier ganz nett ist, mal wieder einen Grund zu haben, Ecken zu besuchen, die man seit über einem Jahr nicht mehr sah. Für Neueinsteiger dagegen ist es natürlich ideal, um die Welt "geführt" kennenzulernen.

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Elder Scrolls Online Summerset Test - Ein Spielkamerad für erfahrenere Kämpfer.

Hier werden sie dann vielleicht überrascht sein, wie weit teilweise alte Questlinien von der Qualität in Summerset weg sind. Nicht nur grafisch hat sich etwas getan, es gibt auch viel mehr Missionen, in denen es nicht reicht, schnell mal was zu töten, sondern die einen zwingen zu reden und so. Dass das deutlich unterhaltsamer sein kann, liegt an einem Schwung netter Ideen - ihr wolltet doch auch schon immer wissen, was eine Seekrecke so denkt - und sehr solide und sogar wirklich und ehrlich unterhaltsam geschriebenen Dialogen. Egal ob es die höfischen Intrigen der Hauptquest sind oder Interaktionen mit dem Salz der Inselerde, wenn dies die Ausgangslage des Schreibens für Fallout 76 ist, einem Szenario mit noch mehr künstlerischen Freiheiten, dann nähert man sich langsam, aber sicher der aktuellen Oberliga an. Sicher, hier und da wird auch mal ge-fetcht, aber die Mischung stimmt auf Summerset.

Auch die Fertigkeiten der Psijik dürften niemanden enttäuschen. Ihr habt für jede Spielweise ein paar sehr nützliche Dinge, die zwar das Spiel nicht grundlegend - oder auch nur im Ansatz - verändern, aber doch frisch genug halten. Sehr schick ist auch der finale Move, der eure Werte drei Sekunden in die Vergangenheit zurücksetzt, alle Energiewerte inklusive, so als würdet nur ihr drei Sekunden zurückhüpfen und der Rest der Welt sich weiterdrehen. Lediglich Spieler, die sich mehr für das immer neue Optimieren der Spielmechaniken interessieren und nicht für Quests, stehen diesmal etwas ärmer da. Aber auch sie sollten genug Beschäftigungen finden.

Solo haltet ihr euch an die göttliche Strafverfolgung, eine Art Steckbrief der Lokalregierung, die euch zu ein paar ordentlich gemachten Bossen führt, die keine Selbstläufer sind. In der Gruppe geht es dann im Highlevel-Game gegen Weltbosse und für sehr ambitionierte Zwölfer-Gruppen nach Wolkenruh. Dort soll es richtig hoch her gehen, aber ich selbst war leider noch nicht da. Und ausgehend von den Legenden, die ich hörte, hat mein Held da auch noch nicht viel verloren. Oder vielmehr: Er hätte sofort verloren.

Stattdessen kann er sich nun mit einem neuen Crafting herumschlagen und Schmuck selbst herstellen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass das jemals mein Wunsch war und es lässt sich auch gut ignorieren, aber wenn ihr darauf aus seid, läuft es nicht anders als jedes andere Crafting. Sammelt Dinge, zerlegt selbige Dinge und baut neue Dinge daraus. Jetzt halt auch Schmuck.

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Elder Scrolls Online Summerset Test - Wenn so ein Gebiet nicht sagt 'Neulinge willkommen', dann weiß ich auch nicht weiter.

Im Gegensatz zu Morrowind, das ein paar Dinge in TESO aufwirbelte, beschränkt sich Summerset darauf, die Welt zu verfeinern und erweitern und euch mit unterhaltsamen Aufgaben und Quests bei Laune zu halten. Damit kann ich mehr als gut leben, zumal das Gebiet eine Ecke von Tamriel ist, die man schon laaange nicht mehr besuchte. Alles wurde etwas größer, hübscher und vor allem abwechslungsreicher entworfen, eben weil ihr auch mal etwas öfter reden und weniger zuschlagen müsst, um an die Erfahrungspunkte zu kommen. Die Hochelfen enttäuschen nicht und der Konflikt zwischen Tradition und Erneuerung ihres Reiches ist sowohl für Alteingesessene wie auch Neulinge gut zu erfassen. Damit ist Summerset auch als Einstiegspunkt in die Welt von Elder Scrolls gut geeignet, zumal ihr ja auch gleich mit den neuen Inhalten loslegen dürft.

Summerset ist nicht die Erweiterung, die TESO großartig reformiert. Aber sie setzt den Weg vom etwas holprigen Start zu einem der mittlerweile unterhaltsamsten MMO-Vergnügen am Markt gelungen fort.

Entwickler/Publisher: ZeniMax / Bethesda - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One - Preis: ca. 40 Euro Euro - enthält die Basisversion von Elder Scrolls Online und ist für sich als Paket spielbar - Morrowind war nur für Vorbesteller mit enthalten und muss sonst extra gekauft werden - Erscheint am: erhältlich - Sprache: Deutsch/Englisch- Mikrotransaktionen: ja - Getestete Version: Xbox One

PC-Spiele testen wir auf Lenovo Legion PCs und Laptops, die uns seitens von Lenovo zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wurden. Hier erfahrt ihr mehr über Gaming-Laptops 2018 im Allgemeinen und hier geht es zur Website von Lenovo Legion Gaming.

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Martin Woger

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Chief Editor - Eurogamer.de

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