Natürlich wussten wir, dass die E3 2018 uns Forza Horizon 4 bringen würde. Schließlich kommt jedes Jahr ein neues Forza. Und da letztes Jahr Turn 10 mit Forza Motorsport 7 auf Microsofts E3-Pressekonferenz auftrat, war diesmal wieder Playground Games an der Reihe. Doch damit ging ein bisschen Angst einher. Forza Horizon 3 war ein brillantes Spiel und ein gewaltiger Schritt nach vorne für die Reihe. Wären die Entwickler in der Lage, das gleiche Maß an technischer Brillanz und Innovationen ein weiteres Mal zu liefern? Nach der erstaunlichen Ankündigung und 20 Minuten Hands-on-Zeit stehen die Zeichen gut.

Ja, Forza Horizon 4 ist eine natürliche Evolution des Vorgängers, aber mit einer Reihe neuer visueller Features und Gameplay-Ideen. Aus einem technischen Blickwinkel betrachtet, ergeben sich neue Möglichkeiten, die einem das Wasser im Mund zusammen laufen lassen, denn es ist das erste Spiel der Reihe, das vom Start weg mit der Xbox One X im Hinterkopf designt wurde. Das zeigt sich vor allem in den angekündigten Framerate-Optionen. Playgrounds Ralph Fulton verkündete mit Stolz, dass die Xbox-One-X-Version des Spiels eine 60-FPS-Option bieten wird. Das hatten wir uns schon erhofft, als Forza Horizon 3 seinen Xbox-One-X-Patch erhielt, aber der Traum wird endlich wahr. Details liegen noch nicht vor, aber die Logik lässt vermuten, dass es die Form eines Performance-Modus mit niedrigerer Auflösung annimmt, während die normale 30-FPS-Option in nativen 4K läuft.

Leider waren die 60 FPS in der E3-Demo nicht verfügbar - wie in den vorherigen Spielen war sie auf 30 FPS begrenzt. Und das ist schade, denn die Aussicht auf diesen Modus reichte aus, dass sich unsere Eurogamer-Kollegen ernsthaft Gedanken darüber machen, nur wegen diesem Spiel in eine Xbox One X zu investieren. In Forza Horizon 3 waren die 60 FPS ein echter Game-Changer, obwohl dieses Elite-Spielerlebnis nur denjenigen mit relativ leistungsstarken PCs vorbehalten war. Aber selbst mit 30 FPS fühlte sich die Horizon-Reihe in Bewegung immer toll an und sah gut aus. Interessanterweise fühlt sich Forza Horizon 4 an, als würde es entschieden schneller auf meine Eingaben reagieren als frühere Spiele der Reihe. Vielleicht wurde der Input-Lag reduziert oder das Handling optimiert. Es ist nicht ganz klar, aber das Spiel reagiert unglaublich gut für einen 30-Hz-Titel und das resultiert in einem präziseren Handling.

Direkt von der E3: John Linnemans Gedanken und 4K-Aufnahmen zu der Forza-Horizon-4-Demo.

Wie zu erwarten unterstützt Forza Horizon 4 auf der Xbox One X natives 4K - auf dem kleineren Modell dürften es 1080p sein - und auch wenn es noch nicht gezeigt wurde, wird es auch HDR geben. Neben den Grundlagen ist das große neue Feature der Wechsel der Jahreszeiten, sowohl spielerisch wie auch visuell. Codemasters Evo-Engine zeigt das hinreißend in Onrush und es ist schön, hier ein ähnliches System zu sehen. In der Demo hier ist es eher simpel eingebunden: An bestimmten Punkten des Spiels springt die Jahreszeit einfach.

Der Anfang von Forza Horizon 3 ließ den Spieler verschiedene Fahrzeuge auf verschiedenen Terrainarten austesten und das im fließenden Wechsel. Horizon 4 setzt dies fort, aber diesmal wechseln auch die Jahreszeiten zusammen mit dem Fahrzeug. Es ist ein geschickter Weg, um dem Spieler dieses neue Feature zu zeigen und in der Demo überraschend nahtlos, was auf dynamische Wechsel im Spiel hindeutet. Sicher, die Kameraschnitte erlauben theoretisch in der Demo ein wenig Trickserei, aber es sind keine Ladezeiten erkennbar, die das Gameplay unterbrechen würden. Es ist ein beeindruckender technischer Kniff.

Die Demo beginnt im Herbst, wir rasen zwischen rotgetüpfelten Bäumen hindurch, der niedrig hängenden Sonne entgegen. Lange Schatten neigen sich über die Welt, während Specular Highlights auf der Straße den Tiefeneindruck der Szene verstärken. Playground kombiniert das mit einem fantastischen Motion-Blur und einem offenbar verbesserten Materialiensystem. Insgesamt sieht es einfach schöner aus. Wenn die Landschaft in den Winter übergeht, zieht ihr Reifenspuren hinter euch her, während ihr durch authentisch simulierten Schnee prescht. Sieht toll aus, auch wenn die indirekte Beleuchtung hier diesem Effekt die Schau stiehlt. Die Mischung aus realistisch gerendertem Schnee, wunderbar beleuchteten Partikeln und großartigen Reflexionen ergibt eine sensationelle Präsentation.

Im Frühling schließlich erinnert die Szenerie leicht an Horizon 3, samt dichtem Wald mit detailliertem Blattwerk, realistischer Pfützenbildung und Schlamm samt netter Regenpartikel. Zuletzt rasen wir durch den Sommer, der sich angemessen sonnig zeigt und damit gut die HDR-Kapazitäten des Spiels demonstrieren sollte. Alle vier Jahreszeiten sehen fantastisch aus und wir sind sehr daran interessiert, welchen Einfluss sie auf das Progressionssystem haben werden. Es ist unwahrscheinlich, dass die Jahreszeiten so schnell ineinander übergehen werden, wie in dieser Demo, aber gut zu wissen, dass die Engine dazu fähig ist (Anmerkung Alex: Mittlerweile ist bekannt, dass die Jahreszeiten im wöchentlichen Rhythmus changieren werden).

Forza Horizon 4 ist ein sehr interessantes Projekt - es mag nur das nächste Spiel in einem schon recht langen Franchise sein, aber es fühlt sich frisch an. Sobald ich mit dem Controller in der Hand und den Kopfhörern auf den Ohren durch diese Welt brauste, verschwand der Messetrubel um mich herum. Es ist eine perfekte Union aus Musik, Optik und Steuerung. Playground Games weiß einfach, was es tut. Wir kratzen gerade erst an der Oberfläche - das hier sind ja nur unsere ersten Eindrücke auf Basis einer eingeschränkten Demo, aber ich freue mich sehr darauf, mehr davon zu sehen. Auf der E3-Präsentation deuteten sich ja teilweise schon vereinzelte Dörfer an, aber wird es auch eine richtige Stadt geben? Einer, in der man dann vielleicht nach Art von Project Gotham Racing durch die Gegend düst? Die Demo verspricht ein blendend aussehendes Rennspiel, ich konnte nicht genug davon bekommen.

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Über den Autor:

John Linneman

John Linneman

Staff Writer, Digital Foundry

An American living in Germany, John has been gaming and collecting games since the late 80s. His keen eye for and obsession with high frame-rates have earned him the nickname "The Human FRAPS" in some circles. He’s also responsible for the creation of DF Retro.

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