DLCs gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Das Spektrum reicht dabei von lächerlich bis "wow!", es ist alles dabei. Kurze und lange Erweiterungen, substanzielle Ergänzungen, die für zahlreiche Spielstunden gut sind, bis runter zu einzelnen virtuellen Gegenständen. Bei einigen Spielen ufert es aus, bei anderen finden die Entwickler exakt das richtige Maß. CD Projekt Red zum Beispiel bei The Witcher 3, für das die Macher mit Hearts of Stone und Blood and Wine zwei tolle Zusatzinhalte ablieferten.

In die gleiche Kerbe schlägt Donkey Kong Adventure für Mario + Rabbids, meinen Überraschungstitel des vergangen Jahres und für mich Grund genug, eine Switch zu besitzen. Ubisoft liefert hier eine umfangreiche Erweiterung ab. Eine, die zum Einen mehr vom Gleichen bietet, zum Anderen das Geschehen durch dezente Neuerungen ausreichend auflockert, um nicht zu vertraut zu wirken.

Es ist erstaunlich, wie gut Donkey Kong Adventure zum Hauptspiel passt. Nichts von der Qualität geht verloren, der abgedrehte und bekloppte Humor trifft den Nagel auf den Kopf und das Spieltempo bleibt bestehen. Heißt für euch, dass ihr den bewährten Mix aus Rätseln und Kämpfen absolviert, während ihr durch die Spielwelt reist. Hier eine Herausforderung, dort gibt es Blöcke zu verschieben, das kennt ihr aus dem Hauptspiel. Bei den Rätseln gibt es wenig Neues.

Zwischen den Kämpfen gibt es immer wieder Rätsel zu lösen. (Mario + Rabbids Kingdom Battle: Donkey Kong Adventure - Test)

Dafür findet ihr umso mehr Neuerungen in den Kämpfen. Das betrifft unter anderem die zur Verfügung stehenden Charaktere. Konntet ihr im Hauptspiel noch zwischen insgesamt acht Protagonisten wählen, die ihr im Spielverlauf freigeschaltet habt, spielt ihr hier die ganze Zeit über die drei gleichen Figuren. Aus Kingdom Battle schafft es Rabbid Peach - die beste Entscheidung, die die Entwickler treffen konnten - in die Erweiterung. Die beiden Neuzugänge Donkey Kong und Rabbid Cranky ergänzen sie.

Die Geschichte verschlägt euch per Waschmaschine aka Zeitmaschine in die Welt von Donkey Kong und er sowie Rabbid Cranky mischen den Spielablauf mit ihren Fähigkeiten und Persönlichkeiten auf. Dass Donkey Kong gerne Dinge durch die Gegend wirft, kommt hier ebenso zur Geltung wie Tatsache, dass er sich an Lianen entlang schwingt. Dazu nutzt er neue Plattformen, die auf den Maps verteilt sind, und überwindet so größere Strecken. Gegner oder leichte Hindernisse wirft er durch die Umgebung oder auf Feinde, um ihnen Schaden zuzufügen.

Weiterhin ist es möglich, die eigenen Teamkameraden durch die Luft zu schleudern. Im Fall von Rabbid Cranky macht das Sinn, denn er vollführt dann im Flug einen Angriff auf die in einem bestimmten Bereich unter ihm stehenden Gegner. Donkey Kong ist ein guter Angreifer, der sich schnell fortbewegt und ordentlich Schaden austeilt. Vor allem dann, wenn er mit seinen Trommeln mehrere Feinde zu sich gelockt hat und dann mit seinen Fäusten für Flächenschaden auf den Boden vor sich einschlägt.

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Vorsicht beim Bad in der Sonne. (Mario + Rabbids Kingdom Battle: Donkey Kong Adventure - Test)

Rabbid Cranky verfügt seinerseits über einen Gehstock, den er zur Schrotflinte umfunktioniert, wenn es nötig ist. Er ist ein wenig wie Yoda. Es steckt mehr in ihm, als ihr auf den ersten Blick vermutet. Mit der Schrotflinte, die er zugleich als Granatwerfer einsetzt, sorgt er für großen Flächenschaden. Ideal, wenn sich mehrere Gegner in seiner Nähe befinden. Und wenn der Feind ihn zu überwältigen droht, versetzt er sie eine Runde lang in Tiefschlaf.

Die drei Stars von Donkey Kong Adventure harmonieren wunderbar miteinander. Verglichen mit manchen Kämpfen aus dem Hauptspiel ist es hier nicht nötig, die richtige Charakterkombination zu finden, sondern die geeignete Vorgehensweise. Einige Auseinandersetzungen sind darauf ausgelegt, dass ihr zwingend von den neuen Fähigkeiten Gebrauch macht, um schnell voranzukommen oder mehreren Feinden Schaden zuzufügen, ihre Aufmerksamkeit auf euch zu lenken.

Neue Geschütze bringen auch eure Widersacher aufs Spielfeld. Die Beschwörer rufen neue Rabbids herbei - Überraschung -, die Sammler laufen in einer Runde von einem Ende der Map zum anderen. Gleichzeitig gibt es neue Aufgaben zu erfüllen. Ihr zerstört Lager mit Bananen, die den Zwischen- und Bossgegnern starke Kräfte verleihen, schnappt euch die Waschmaschinenteile aller Sammler auf dem Schlachtfeld oder sorgt dafür, dass die Kontrahenten nicht ihre Zielzonen erreichen.

Hier seht ihr zwei von Donkey Kongs Fähigkeiten. Besonders effektiv bei mehreren Gegnern. (Mario + Rabbids Kingdom Battle: Donkey Kong Adventure - Test)

Für einige dieser Aufgaben braucht ihr die passende Strategie, damit ihr es rechtzeitig schafft. Und dann, wenn ihr die maximale Belohnung für die Kämpfe haben möchtet. Diese richtet sich erneut danach, wie viele Runden ihr benötigt und ob einer eurer Protagonisten zu Boden geht oder nicht. Ein Lob haben sich Ubisofts Designer für die Gestaltung der Spielwelt verdient. Sie ist wundervoll designt und steckt voller Anspielungen, Easter Eggs und Witze. Eine Welt, deren Geheimnisse man gerne lüftet.

Habt ihr Mario + Rabbids: Kingdom Battle gespielt und für gut befunden, habe ich lediglich einen Rat für euch. Startet eure Switch, ruft den eShop auf und kauft euch Donkey Kong Adventure. Für die 15 Euro erhaltet ihr eine charmante, liebevoll umgesetzte und witzige Erweiterung. Sammelt ihr alles, erfüllt alle Herausforderungen und möchtet alles perfekt absolvieren, sind bis zu zehn Spielstunden drin. Donkey Kong Adventure wirkt wie ein Werk von Entwicklern, die ihr Handwerk verstehen und den DLC nicht als schnell dahin geschludertes Anhängsel betrachtet haben, um mehr Geld zu verdienen. Hier steckt Liebe drin, die ihr an jeder Ecke spürt. Und wann kommt jetzt Mario + Rabbids 2?

Entwickler/Publisher: Ubisoft - Erscheint für: Switch - Preis: 14,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: Switch - Sprache: Deutsch - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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