Schon seit Jahren hört man von Blizzard, dass man ein stärker PvP-orientiertes Add-on liefern will, um den berühmt-berüchtigten Krieg zwischen Horde und Allianz aus Classic-Zeiten wieder zu entfachen. Bereits zu Mists of Pandaria war eine solche Erweiterung geplant, allerdings hat man sich dann doch für die lange Story von Garrosh und die Legion entschieden (was wohl auch mit dem Film zusammenhing).

Nun ist es jedoch soweit: mit "Battle for Azeroth" (kurz BfA) geht das mittlerweile siebte Add-on für das MMO-Urgestein nächsten Dienstag (14. August) an den Start und entfesselt die Hunde des Krieges erneut. Auch wenn es den Anschein erweckt, in BfA stünden die PvP-Kämpfe im Vordergrund, bietet die PvE-Seite nicht weniger, als man es von vorangegangenen Add-ons gewohnt ist: es gibt neue Instanzen, Raids und Zonen. Sogar die alten Drei-Mann-Szenarien werden in Form von Insel-Expeditionen wiederbelebt.

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In Battle for Azeroth stehen alle Zeichen auf Krieg.

Mit BfA will Blizzard aber nicht nur den PvE'lern etwas bieten, sondern auch die vernachlässigte PvP-Sparte aufpolieren und zu ihren alten Classic-Glanzzeiten zurückführen. Das Stichwort ist "Open-World-PvP", das auf den meisten Servern - abzüglich ein paar ausgewiesener Ausnahmezonen - quasi nicht existent ist. Um beiden Spielweisen gerecht zu werden, rückt Blizzard den Krieg zwischen den Fraktionen sowohl im PvE als auch im PvP in den Vordergrund.

Damit ihr als Rückkehrer oder Neueinsteiger ins Add-on auch wisst, warum alle Zeichen auf Krieg stehen, haben wir die letzten Ereignisse noch mal zusammengefasst. Außerdem schauen wir uns die bereits im Spiel verfügbaren Verbesserungen am Open-World-PvP etwas genauer an. Bevor es losgeht, noch eine Spoiler-Warnung: Wir nennen nachfolgend einige Details des Pre-Patch-Events "Krieg der Dornen". Falls ihr Selbiges noch nicht gespielt habt, solltet ihr den ersten Teil überspringen.

Horde vs. Allianz - die Hintergründe des Kriegs

Die tiefere Geschichte von BfA und welche Schrecken sich im Hintergrund verbergen, sind bislang noch ein Geheimnis. Derzeit steht erst einmal der Krieg zwischen den beiden Fraktionen im Mittelpunkt. Der Hauptgrund dafür ist das neu entstandene Erz "Azerit", dass nach der Zerstörung von Sageras' Schwert und der Heilung von Azeroths Wunde in Silithus aufgetaucht ist. Der Anstoß zum neu aufflammenden Konflikt wurde in den Fraktions-Epilog-Cinematics von Legion gezeigt.

Epilog der Horde

Epilog der Allianz

Seit 18. Juli läuft auch das Pre-Patch-Event "Krieg der Dornen" für die bevorstehende Erweiterung. In der einführenden Questreihe geht es nicht gerade zimperlich zu, zeigt sich aber im Falle von Druiden auch nicht ganz stimmig. Um die Handlung kurz zu machen: Sylvanas Windläufer (derzeitige Anführerin der Horde) ist davon überzeugt, dass das Azerit ausschlaggebend für den Krieg zwischen Horde und Allianz ist, und will sich daher die Vorherrschaft sichern. Die Allianz bekommt davon Wind und will sich ihrerseits das neue Erz beschaffen.

Um die Allianz von Silithus und dem Azerit fernzuhalten, greift Sylvanas zu drastischen Mitteln: Sie startet eine Invasion auf Teldrassil (Heimat der Nachtelfen), da dies der Hauptzugangspunkt der Allianz zum Kontinent Kalimdor ist. Ohne den dortigen Hafen kann die Allianz das Azerit nicht in die östlichen Königreiche verschiffen. Allerdings wehrt sich die Allianz verbissen und bringt die Invasion zunächst an der Dunkelküste zum Erliegen. Um den Widerstand der Allianz zu brechen, entscheidet sich Sylvanas dazu, eine wichtige Persönlichkeit der Allianz zu töten: Malfurion Sturmgrimm.

An diesem Punkt ein kurzer Einschub: Für die meisten Horde-Spieler dürfte der Mordauftrag an Malfurion kein großes Problem darstellen. Als Druide hat diese geschichtliche Entwicklung aber einen komischen Beigeschmack, schließlich war Malfurion in der Klassenkampagne von Legion ein enger Verbündeter. Man hat zusammen Cenarius gerettet, die Artefaktwaffe ergründet und die Welt vor der brennenden Legion beschützt ... und dann kommt Tante Sylvanas und befiehlt, man soll den Quasi-Chef aller Druiden abmurksen, einem Befehl, dem man ohne Möglichkeit des Protests durchführen muss.

Nach dem Attentat auf Malfurion weicht Sylvanas - aus einem für viele Fans unverständlichen Grund - vom ursprünglichen Plan ab, Teldrassil zu besetzen. Stattdessen fackelt sie den Weltenbaum inklusive der dort beheimateten Nachtelfen kurzerhand ab (zu sehen im nachfolgenden Kurzfilm "Kriegsbringer Sylvanas"). Der schonungslose Genozid von Sylvanas hat in der Community für einigen Unmut gesorgt. Schließlich hat Blizzard aus dem beliebten Charakter mehr oder weniger einen Garrosh 2.0 gemacht, was wohl bald einen neuen Anführer für die Horde nötig machen dürfte ... mal wieder.

Derzeit läuft mit dem Szenairo "Gezeiten des Krieges" die dritte und letzte Phase des Pre-Events, in dem die Revanche der Allianz abgehandelt wird. Schauplatz der Rache ist Lordaeron und die Heimat der Verlassenen: Unterstadt. Übrigens zeigt der Aushänge-Cinematic von Battle for Azeroth diese Schlacht.

Auch ohne den Cinematic gesehen oder die Questreihe gespielt zu haben, dürfte klar sein, dass Unterstadt für die Horde verloren ist. Dieser Ausgang ist aber einzig der Rückkehr von Jaina Prachtmeer zu verdanken, die den bereits geschlagenen und auf dem Rückzug befindlichen Truppen der Allianz mit ihren magischen Künsten und einem gewaltigen, fliegenden Kriegsschiff in letzter Sekunde zur Unterstützung eilt.

Falls ihr euch fragt, woher Jaina das fliegende Schiff hat: Die Antwort wird im animierten Kurzfilm " Kriegsbringer: Jaina" geliefert. So oder so wird die Horde durch die "Gezeiten des Krieges" mehr oder weniger ganz auf den Kontinent Kalimdor zurückgedrängt und die Allianz ins östliche Königreich verbannt. Das ist natürlich nicht das Ende des Krieges, sondern erst der Anfang.

Was bringt die Zukunft?

Die bisherige Geschichtsentwicklung hat die Gemüter der Fangemeinde aufgeheizt - sogar Rentner Chris Metzen hat sich eingeschaltet, um die aufgebrachten Fans zu beruhigen. Offenbar weiß er mehr, denn laut ihm, "haben wir noch lange nicht alles gesehen". Wie sich die weitere Geschichte entwickeln wird und welche neuen Feinde aus den Schatten schleichen werden, dürfte bald genauer beleuchtet werden.

Fest steht schon mal, dass die beiden neuen Inseln Kul Tiras (Allianz) und Zandalar (Horde) der Hauptschauplatz des Add-ons werden. Die Inseln befinden sich zwischen den zwei großen Kontinenten der Horde und Allianz. Ihre Einwohner haben sich bislang aus allem herausgehalten und sich nur mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, doch nun werden sie in den Krieg der beiden Fraktionen involviert.

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Die beiden Inseln Kul Tiras und Zandalar zwischen den Großkontinenten werden der Hauptschauplatz von Battle for Azeroth.

Die Horde wird auf der Suche nach neuen Verbündeten auf der Insel der Zandalar-Trolle landen, nachdem sie die Prinzessin des Stammes aus den Kerkern von Sturmwind befreiten. Die Allianz sucht ihrerseits Verbündete beim mächtigen Seefahrervolk von Kul Tiras, um der Horde und der gewaltigen Seeflotte der Zandalar-Trolle etwas entgegensetzen zu können. Allerdings sind weder die Zandalar-Trolle noch die Menschen von Kul Tiras, die schon einmal zur Allianz gehörten, besonders begeistert, sich der jeweiligen Fraktion anzuschließen. Im Verlauf des Add-ons wird es also die Aufgabe der Spieler sein, die Unterstützung der Völker für ihre Fraktion zu sichern.

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Interessant dürfte vor allem das Schicksal von Sylvanas werden, denn von der alten Anführer-Gang aus Classic-Zeiten ist im Grunde noch sie übrig (Cairne Bluthuf und Vol'jin sind tot und Thrall hat abgedankt, um sich als Lehrer für junge Schamanen nützlich zu machen). Nach ihrem plötzlichen Sinneswandel im Krieg der Dornen wäre es nicht weiter verwunderlich, wenn sie von der Allianz im weiteren Verlaufe erledigt wird oder - falls sie ihre Fehler einsieht - sich für ihr Volk opfert.

Doch wer würde den Chefsessel übernehmen? Ihr treuer Champion Nathanos Pestrufer? Hochfürst Saurfang, der zuletzt mehr ins Rampenlicht gerückt wurde? Oder etwa Zekhan (aka Zappy Boi), der Saurfang im Cinematic "Alter Krieger" neuen Mut gibt? Vielleicht wird aber auch einer der neuen Anführer der Horde-Völker dazu berufen - einen Goblin als Kriegshäuptling gab es beispielsweise noch gar nicht. Es könnte aber auch ein neuer Charakter die Bühne auf Zandalar betreten.

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Bei der Allianz dürfte unter anderem Jaina Prachtmeer im Vordergrund stehen. In Legion ging sie verbittert ihrer eigenen Wege, nachdem Khadgar und die Kirin Tor die Horde in Dalaran willkommen hießen, um gemeinsam gegen die brennende Legion zu kämpfen. Nach ihrem Abgang wurde Jaina lange Zeit nicht mehr gesehen und ihr Aufenthaltsort blieb ungewiss. Ein Teil ihrer Erlebnisse während dieser Zeit wurden im Comic Heimkehr und im animierten Kurzfilm " Kriegsbringer: Jaina" verarbeitet.

Erst mit dem Pre-Event "Gezeiten des Krieges" hat Jaina die Bühne nun wieder betreten. Nachdem sich die Horde mit den Zandalar-Trollen verbünden will, sieht sie sich dazu gezwungen, in ihrer alte Heimat Kul Tiras zurückzukehren, um das mächtige Seefahrervolk davon zu überzeugen, sich der Allianz wieder anzuschließen. Dort erwartet sie allerdings wegen ihrer Beteiligung am Tod ihres Vaters (Daelin Prachtmeer) kein herzliches Willkommen.

Auch die Entwicklung des jungen Königs Anduin Wrynn und seines treuen Unterstützers Genn Graumähne dürfte beleuchtet werden, denn beide haben mit der Horde noch ein Hühnchen zu rupfen. Genn hegt schon seit Ewigkeiten einen Hass auf die Horde und insbesondere auf Sylvanas, der sein Land (Gilneas) und sein Sohn zum Opfer gefallen sind. Anduin auf der anderen Seite musste auf die Harte weise lernen, dass nicht alles mit Diplomatie gelöst werden kann. Er sieht sich dazu gezwungen, den Krieg gegen Sylvanas und die Horde auszufechten.

Man sieht: Auf beiden Seiten gibt es genügend Charaktere, die den Kriegsverlauf leiten wollen… und mit den neuen Inseln und ihren Bewohnern kommen sicher noch ein paar herausragende Persönlichkeiten hinzu.

Übrigens werfen wir am Montag noch einen Blick auf einer der wichtigsten Änderungen, die mit Battle for Azeroth kommen: das Open-World-PvP. Blizzard hat nämlich einiges unternommen, um den Kampf aus den Schlachtfeldern und Arenen wieder hinaus in die weite Welt zu bringen.

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