Was für den Gärtner die Heckenschere oder für den Maler der Pinsel ist, stellt in meiner Profession die Tastatur dar. Ein wichtiges Werkzeug für den alltäglichen Gebrauch von morgens bis abends. Mit billigen Keyboards, die nach spätestens einem Jahr oder früher Auflösungserscheinungen zeigen, ist mir nicht geholfen. Dementsprechend hoch sind meine Anforderungen an diesen Teil meines Berufsalltags.

Meine bisherigen Erfahrungen waren ein ganz schönes Auf und Ab. Jahrelang verwendete ich eine Logitech-Illuminated-Tastatur. Mir gefielen die Haptik und die leisen Geräusche der Tastenanschläge, ähnlich wie bei einem Laptop. Nach vielen geschriebenen Texten fiel eines Tages beim Säubern eine der Tasten ab und ich machte mich auf die Suche nach einem Ersatz. Zuletzt hatte ich die günstigste, kabelgebundene Tastatur von Cherry in Verwendung, die es für knapp 14 Euro gibt. Die verfügt lediglich über das Nötigste, funktioniert aber einwandfrei.

Logitechs G513 Carbon, die ich seit einer Weile verwende, ist dagegen eine andere Hausnummer. Und das nicht nur in Bezug auf den Preis, der bei zirka 180 Euro (UVP) liegt. Die Haptik ist eine andere, die Tastenanschläge klingen anders. Klar, ist ja eine mechanische Tastatur, wobei Logitech verschiedene Varianten anbietet.

Logitech_G513_Test_2
Die Handballenauflage platziert ihr ohne Befestigung an der Tastatur vor dieser. (Logitech G513 Carbon - Test)

Die G513 Carbon ist in drei Switch-Ausführungen erhältlich, alle Schalter sind proprietäre Lösungen, wie sie immer mehr Hersteller anstelle der etablierten Cherry MX nutzen. Romer-G heißen sie hier und sind je nach Geschmack in der Tactile, Linear oder GX Blue-Version verbaut. Bei der Nutzung der Tactile-Version verspürt ihr beim Tippen am Auslösepunkt einen kleinen Widerstand. Das Tippen ist hörbar und für ein "unverwechselbares Tastenklacken" empfiehlt sich ein Blick auf die GX Blue. Die Linear-Fassung, die bei mir im Betrieb ist, ist eine Art Mittelweg. Klackt zwar, aber nicht ganz so laut. Der Betätigungsweg bei Tactile und Linear liegt bei 1,5mm, bei GX Blue sind es 1,9mm. Eine silberne Edition der G513 gibt es ausschließlich mit Romer-G Tactile.

Nach vielen, vielen geschriebenen Texten lässt sich sagen: Die G513 Carbon mit Linear-Switches funktioniert wie am ersten Tag. Das Tippen fühlt sich angenehm an und alle Tasten sind da, wo sie sein sollten - nichts ist schlimmer als eine kleine, einem Laptop-Layout nachempfundene Tastatur mit zusammengequetschtem Aufbau. Damit eure Hände währenddessen bequem liegen, liefert Logitech eine Handballenauflage mit. Unter dem Kunstleder verbirgt sich eine Schaumstofffüllung, die eure Hände abfedert und keine Ermüdungserscheinungen entstehen lässt. Die Auflage ist interessanterweise nicht fest an der Tastatur angebracht, ihr platziert sie davor. Gummifüße sorgen dafür, dass sie nicht verrutscht. Wie sehr das der Fall ist, hängt vom jeweiligen Untergrund ab. Eine Möglichkeit zum festen Anbringen wäre nett gewesen, es klappt aber auch so.

Logitech_G513_Test_3
Die silberne G513 gibt es nur in einer Switch-Version. (Logitech G513 Carbon - Test)

Designtechnisch entspricht die G513 im Grunde dem im letzten Jahr von Alex getesteten Vorgängermodell G413. Das Aussehen ist wie immer Geschmackssache. Es wirkt nüchtern und nicht auffällig, aber was brächte mir ein ausgefallenes Design, wenn ich die meiste Zeit auf den Bildschirm starre? Es ist schlicht und funktional, mehr braucht es nicht. Alle Standardtasten sind vorhanden. Eigene Multimediatasten sind nicht mit verbaut, über FN in Kombination mit anderen Tasten lässt sich aber zum Beispiel die Lautstärke erhöhen oder verringern.

Ebenso legt ihr mit der Logitech-Software auf Wunsch Tastenmakros für die Tasten F1 bis F12 fest. Diese benutzerdefinierten Funktionen sind vor allem dafür gedacht, das Gamer-Leben leichter zu machen, indem ihr komplexere Befehle mit einem Tastendruck ausführt. Für das Gehäuse verwendet Logitech nach eigenen Angaben eine 5052-Aluminium-Magnesium-Legierung, die zum Beispiel in Flugzeugen Anwendung findet. Daurch habt ihr ein stabiles und robustes Gehäuse. Alex' Einbrechertest würde die G513 aller Voraussicht nach ebenso bestehen. Wie auch die G413 nutzt die G513 Standfüße, die quer angeordnet sind und nach 11 beziehungsweise 13 Uhr zeigen. Beim Herumschieben vor euch besteht daher nicht die Gefahr, dass die Ständer einklappen. Alles in allem ist die G513 sehr solide und wertig.

Logitech_G513_Test_4
Kein Design, das das Auge verwöhnt. Mir gefällt's trotzdem. (Logitech G513 Carbon - Test)

Mit der Software, die ihr euch auf Logitechs Webseite runterladet, passt ihr verschiedene Dinge an. Zum einen erstellt ihr die erwähnten Makros und habt darüber hinaus die Möglichkeit, unterschiedliche Profile anzulegen, zum Beispiel für mehrere Spiele oder andere Software. Je nachdem, was ihr halt so verwendet. Weiterhin regelt ihr die RGB-Beleuchtung der Tastatur - im letztjährigen Modell noch nicht vorhanden - mit ihren 16,8 Millionen Farben. Es stehen verschiedene Effekte zur Verfügung und eigene lassen sich ebenso erstellen. Mithilfe der Lightsync-Technologie passen sich die Hintergrundfarben der Tasten sogar an das Geschehen oder Bedienelemente von mehr als 300 Spielen an. Eine nette Spielerei. Mit dabei ist erneut die Heatmap-Funktion, die eure Tastenanschläge nach dem Start aufzeichnet. Wenn ihr wissen möchtet, bei welcher Aktivität ihr welche Tasten am häufigsten drückt, ist das euer Ding.

Wie bei der G413 liefert Logitech zu guter Letzt mehrere asymmetrische Tastenklappen und einen Kappenheber mit. Dabei handelt es sich um Aufsätze für die Tasten WASD, QER sowie die Ziffern 1 bis 5, damit ihr diese beim Spielen besser ertastet. Weiterhin gibt es eine USB-Durchschleifmöglichkeit, wenn auch lediglich in Form eines Slots. Verlange ich hier zu viel? Einer oder zwei mehr wären in Anbetracht des Preises nett gewesen, ist aber kein Beinbruch.

Ihr könnt die verschiedenen Varianten der G513 hier bestellen. (Amazon.de)

Angesichts der Lautstärke war ich in Bezug auf mechanische Tastaturen immer ein wenig skeptisch. Das galt anfangs ebenso für die G513. Ich war unsicher, wie lange ich sie benutzen würde. Mittlerweile bin ich dran gewöhnt und möchte sie nicht mehr missen. Das Tippen fühlt sich angenehm und bequem an - über das Design lässt sich streiten. Seien wir ehrlich: Am Ende spielt das schönste Design keine Rolle, wenn die Tasten der letzte Mist sind. Mir gefällt die G513 aufgrund ihrer Schlichtheit. Ich hatte immer ein Faible für beleuchtete Tasten und bin im Großen und Ganzen zufrieden damit. Sie läuft nach dem Dauertest wie am ersten Tag und erweckt bereits beim Auspacken einen hochwertigen Eindruck, der sich in der Praxis bestätigt.

Sie ist zwar nicht die günstigste Tastatur in diesem Segment, verspricht aber ausgehend von meinen bisherigen Erfahrungen eine lange Haltbarkeit. Wer dafür ein wenig mehr auf den Tisch legen möchte, macht mit der G513 nichts falsch, bei kleinerem Budget ist die Vorjahresversion G413 eine attraktive, kostengünstige Alternative.

Hersteller: Logitech - Anschluss: USB - Preis: ca. 160 bis 180 Euro - Erscheint am: Erhältlich

Anzeige

Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

Mehr Artikel von Benjamin Jakobs

Kommentare (0)

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading

Weitere Inhalte

Werbung