Nvidia hat endlich seine neue GPU-Architektur - Codename Turing - mit drei Produkten vorgestellt, die primär für den professionellen Markt gedacht sind. Gleichzeitig deutete man die bevorstehende Ankündigung von Next-Gen-Gaming-Grafikkarten an - und hier gibt es womöglich ein paar Überraschungen.

Auf der diesjährigen Siggraph stellte Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang drei Nvidia-Quadro-RTX-Karten vor - die RTX 8000, RTX 6000 und RTX 5000 -, die auf zwei verschiedenen Turing-GPUs mit 4.608 beziehungsweise 3.072 Cuda-Kernen basieren. Das Design scheint scheint eine bedeutende Weiterentwicklung der Volta-Architektur aus dem Titan V zu sein. Die AI-Tenor-Kerne werden beibehalten und die dedizierte Ray-Tracing-Hardware verdoppelt.

Erwartungsgemäß gibt es große Veränderungen in Natur und Performance des verbundenen VRAMs. Beide Prozessoren arbeiten im Zusammenspiel mit neuem GDDR6-Arbeitsspeicher. Dieses "Big Chip"-Design liefert eine Bandbreite von 672 GB/s beziehungsweise 448 GB/s im zweitrangigen Produkt. Es ist zwar noch nicht bestätigt, aber nahezu sicher, dass der leistungsstärkere Chip ein 384-bit-Memory-Interface nutzt, während die RTX 5000 auf ein 256-bit-Interface setzt.

Interessanterweise ist die Zahl der Cuda-Kerne beim größeren Chip im Vergleich zur Volta-GPU im Titan V um 512 gesunken. Und wenn wir mal annehmen, dass der RTX-5000-Prozessor leistungsmäßig über dem GP102 in der Titan XP und GTX 1080 Ti liegt, ist die Reduzierung der Cuda-Kerne noch bedeutsamer - 3.072 gegenüber maximal 3.840 bei der Titan XP. Allerdings ist Turing keine kleinere Design-Weiterentwicklung, wie es Pascal war. Es ist eine komplette Umgestaltung, alleine die Cache-Architektur erhält zweimal so viel Bandbreite. Das heißt, dass eine kleinere Zahl an Kernen dennoch eine bessere Performance abliefern sollte.

Derzeit spricht Nvidia noch nicht direkt über Gaming-Produkte, aber wir können mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass eine Version des RTX-5000-Produkts die Basis des neuen Gaming-Flaggschiffs bilden wird. Die größeren RTX-8000/6000-Prozessoren könnten später die Form eines neuen Titan/Ti-Produkts annehmen. In Anbetracht der gestrigen Vorstellung könnte die Größe des Chips eine umfassende Produktion jedoch herausfordernd machen. Es sind enorme 754mm2 und damit weit mehr als beim schon großen GP102 mit seinen 471mm2 in der Titan XP und GTX 1080 Ti.

Nvidia deutet sein GeForce-Gaming-Celeberation-Event nächste Woche in Köln an. Easter Eggs weisen auf die mögliche Vorstellung einer 'RTX 2080' hin.

Abseits der Andeutungen im obigen Video gibt es weitere Hinweise darauf, was uns in der neuen GeForce-Produktreihe erwarten könnte. Zum Beispiel gibt es eine USB-Typ-C-Verbindung bei den neuen Produkten, die auf dem neuen VirtualLink-Protokoll basieren. Das Ziel hierbei ist, die sperrigen Kabel von VR-Headsets zu reduzieren, indem man Video-, Strom- und USB-Verbindungen in einem einzelnen Kabel unterbringt.

Im Teaser-Video beginnt die Sequenz mit visuellen Hinweisen, die ein neues, cooleres Design andeuten, das den neuen Quadro-RTX-Karten ähnelt, bevor wir mit Chatroom-Namen bombardiert werden. Darunter RoyTeX, Not_11, Mac-20 und Eight-Tee, was zu den Gerüchten passt, dass das neue Flaggschiff RTX 2080 heißt und nicht GTX 1180. Es finden sich sogar GPS-Koordinaten im Video - 50.968495,7.014026 -, die auf einen Ort am Rand von Köln verweisen. Dort findet am kommenden Montag Nvidias GeForce-Gaming-Celebration-Event statt.

Alles deutet auf die Vorstellung einer neuen Gaming-GPU in der kommenden Woche hin. Und wenn RTX-Technologie den Kern des neuen Produkts bildet, erhalten wir eine Grafikkarte, die ein wenig von der Norm abweicht. Normalerweise geht es bei einer neuen GPU vorwiegend um die höhere Performance im Vergleich zum vorhandenen Line-up. Aber was wäre, wenn die neuen Karten das PC-Gaming tatsächlich um etwas gänzlich Neues bereichern? Und wenn Nvidia der RTX-Technologie so viel Platz auf dem Silizium einräumt, wie viel Support ist von kommender Software zu erwarten? Wir sollten es nächste Woche erfahren und teilen es euch mit, sobald wir können.

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Über den Autor:

Richard Leadbetter

Richard Leadbetter

Technology Editor, Digital Foundry

Rich has been a games journalist since the days of 16-bit and specialises in technical analysis. He's commonly known around Eurogamer as the Blacksmith of the Future.

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