Nach monatelangen Gerüchten und Leaks hat Nvidia auf seinem gamescom Event endlich die neue Generation seiner Verbraucher-Grafikkarten vorgestellt: die RTX 2070, RTX 2080 und RTX 2080 Ti.

Richtig, Nvidia schickt nach einer Dekade das Namenskürzel GTX aufs Altenteil und setzt dabei zugleich zum Sprung von der 10er- auf die 20er-Serie an. "RTX" bezieht sich dabei auf Echtzeit-Raytracing, das rechnerisch aufwendige Verfahren, akkurat zu modellieren, wie Licht von den spiegelnden Oberflächen einer Szene abprallt. Raytracing in Echtzeit galt unter Grafikkartenherstellern jahrelang als heiliger Gral und es sieht so aus, als sei Nvidia der erste Hersteller, der tatsächlich diesen fotorealistischen Beleuchtungseffekt erzielt hätte.

Nvidia verspricht eine Raytracing-Performance sechs Mal schneller als auf der letzten Generation an GPUs, dank dedizierter RT-Kerne. Das Unternehmen zeigte erneut den Star-Wars-Kurzfilm von der GDC im März und CEO Jen-Hsun Huang sagte, die vier Volta V100 Datenzentrum-GPUs, mit denen er ursprünglich gerendert worden sei, würden durch nur eine einzige RTX 2080 Ti in ihrer Performance übertroffen - beeindruckend.

Damit die Spieleentwickler diese Technologie auch nutzen können, haben Microsoft und Nvidia die DirectX Ray Tracing (DXR) API entwickelt. Epic wird seine Unreal Engine 4 bis Ende des Jahres um Echtzeit-Raytracing-Unterstützung erweitern, von anderen großen Spiele-Engines werden für die kommenden Wochen ebenfalls Ankündigungen bezüglich ihres RTX-Support erwartet.

Nvidia zeigte zudem einige der ersten Titel mit Echtzeit-Raytracing-Unterstützung: Metro Exodus, Battlefield V und Shadow of the Tomb Raider. Metro Exodus erscheint im Februar nächsten Jahres, während die anderen beiden Spiele noch diesen Herbst herauskommen. Die Zahl der RTX-Spiele sollte bis nächstes Jahr recht stattlich sein. Auf dem Event sprach Nvidia bereits von 21 Titeln, einige davon sind bereits erschienen. Wir zählen hier nicht alle auf, aber einige der größeren Titel sind PUBG, Mechwarrior V: Mercenaries und Final Fantasy XV.

Abgesehen von ihren Raytracing-Fähigkeiten, sollten die neuen Turing-Karten auch eine beachtliche Performance-Steigerung gegenüber der letzten Generation mitbringen, wofür die erhöhte Menge an CUDA Cores und der signifikant schnellere GDDR6-Speicher verantwortlich sind. In der Tabelle unten seht ihr, wie sich die drei neuen Modelle im Direktvergleich mit GTX 1080 und GTX 1080 Ti schlagen. Beachtet auch die beiden neuen Messwerte: Giga Rays pro Sekunde, was die Raytracing-Fähigkeiten der Karten wiederspiegelt, und RTX-OPS, ein Durchschnitt aller Operationen der Karte, einschließlich Raytracing, Shading und so weiter.

RTX 2080 Ti RTX 2080 RTX 2070 GTX 1080 Ti GTX 1080
CUDA cores 4352 2944 2304 3584 2560
Giga Rays/sek 10 8 6 1,21 1?
RTX-OPS 78T 60T 45T 12T? 8T?
VRAM 11GB GDDR6 8GB GDDR6 8GB GDDR6 11GB GDDR5X 8GB GDDR5X
Memory Bus 352-bit 256-bit 256-bit 352-bit 256-bit
Mem. Bandbreite 616GB/s 448GB/s 448GB/s 484GB/s 352GB/s
Base Clock 1350MHz 1515MHz 1410MHz 1480MHz 1607MHz
Boost Clock 1545MHz 1710MHz 1620MHz 1582MHz 1733MHz
TDP 250W 215W 185W 250W 180W

Natürlich erzählen diese Daten nicht die ganze Geschichte und Nvidias Turing-Präsentation enthielt zudem einige andere interessante Details. Zum Beispiel, dass die Karten neben den üblichen DisplayPort 1.4 und HDMI 2.0b Ports auch mit einem USB Typ-C VirtualLink Port ausgestattet sein werden. Diese Buchse erlaubt es, VR-Headsets mit nur einem einzigen Kabel zu betreiben, anstelle der bislang üblichen Kombination aus HDMI und USB Strippen aktueller VR-Brillen. Zudem unterstützen die neuen Karten Auflösungen von bis zu 7680 x 4320 (8K UHD) bei 60 Hz, allerdings sind dafür DisplayPort-Kabel vonnöten. Ältere Nvidia-Standards, wie Ansel, G-Syny HDR und NVLink, werden natürlich ebenfalls unterstützt. Letzteres war zuletzt nur auf Nvidias Workstation-Karten verfügbar.

Obwohl Nvidia für seine Referenzkarten mit einem Doppellüfter arbeitet, scheinen bislang Dreifachlüfter für die RTX 2080 und RTX 2080 Ti Karten anderer Hersteller weiter verbreitet. Die meisten RTX-2080-Karten benötigen einen Sechs-Pin- und einen Acht-Pin-Stecker, während die Ti-Version zwei Acht-Pin-Stecker verlangt. Das Netzteil sollte für die beiden Spitzenmodelle mindestens 650 Watt leisten. Die RTX 2070 ist weniger anspruchsvoll und kommt mit einem Achterstecker von einem 550-Watt-Netzteil aus. Jen-Hsun Huang betonte ausgiebig, wie leiste die 20er Serie sei, nur "ein Fünftel" des Lärms einer 1080 Ti bei maximaler Übertaktung sei bei Betrieb zu vernehmen.

Einige der Spezifikationen der neuen RTX-Karten waren zwar schon vorher ins Netz geleakt, Preis und Verfügbarkeit waren aber unter den weniger zuverlässigen Informationen vorab. Während der Konferenz bestätigte der Hersteller den Preis der RTX 2070 als 499 Dollar [Anm. Alex: US-Preise ohne Umsatzssteuer], während die RTX 2080 bei 699 Dollar liegt. Die Ti ist mit 999 Dollar signifikant kostspieliger. Ebenfalls wird es Founders-Edition-Karten geben, doch die werden noch teurer. Erwartet 599 Dollar für die RTX 2070, 799 Dollar für die 2080 und 1199 Dollar (1259 Euro) für die Ti.

Drittherstellerkarten und Founders Edition der RTX 2080 und 2080 Ti sind bereits zum Vorbestellen erhältlich, die Auslieferung soll am 20. September erfolgen, die RTX 2070 erscheint erst im Oktober, ohne dass der Hersteller ein genaues Datum genannt hätte.

Mehr dazu lest ihr in einer kommenden Analyse der neuen Grafikkartengeneration von Digital Foundry - einschließlich tatsächlicher In-Game-Benchmarks der neuen RTX-Karten, um zu sehen, wie sie sich gegen die aktuell besten GPUs schlagen.

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Über den Autor:

Will Judd

Will Judd

Senior Staff Writer, Digital Foundry

A bizarre British-American hybrid, Will turns caffeine into technology articles through a little-known process called 'writing'. His favourite games are Counter-Strike, StarCraft and Fallout 2.

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