Mit Assassin's Creed Origins schlägt Ubisoft einen neuen Weg ein, die Serie zu entwickeln. Neues Kampfsystem und Rollenspielelemente haben der Reihe die dringend benötigte Frischzellenkur verpasst. Der Verdacht lag nahe, dass sich der Publisher mit Odyssey auf jenen Lorbeeren ausruhen würde. Gutes wird eben bewahrt. Dank unzähliger Spin-Offs lässt sich inzwischen vortrefflich darüber streiten, um den wievielten Teil der Serie es sich inzwischen überhaupt handelt.

Fest steht aber: Dieser Teil wird kein neues Origins, es gibt erneut Veränderungen, die die konsequente Fortsetzung der Origins-Agenda darstellen, hin zu einem Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ihn alle Fans der Reihe mögen werden.

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Wenn man bei der Gamescom etwas anspielt und es sich dabei um eine Fortsetzung handelt, wird man meistens gefragt, ob man frühere Teile der Reihe schon gespielt hat. Ich konnte das mit einem sehr klaren "Ja" beantworten. Ich habe wirklich jedes Assassin's Creed gespielt, das auf den gängigen Konsolen erschienen ist, Handheld- und 2D-Teile mal ausgenommen.

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Das da hinten ist Medusa. Schaut ihr am besten nicht in die Augen.

Die Ubisoft-Mitarbeiterin hinter mir war daher wohl umso verzweifelter, nachdem ich zum dritten Mal von den ersten fünf Gegnern, die einem begegnen, desynchronisiert wurde - so heißt das schließlich bei Assassin's Creed. Hier stirbt niemand. Außer meine Selbstachtung. Die Lösung: Es kommt auf die Spezialfähigkeiten an. Per Tastendruck könnt ihr alle Gegner kreisrund von euch wegfliegen lassen, ihr könnt euch heilen, eurem Gegner seinen Schild wegnehmen oder natürlich den berühmten snyder'schen Sparta-Kick ausführen.

Diese Optionen sind so wichtig, dass ein Kampf ohne sie in Assassin's Creed Odyssey kaum noch vorstellbar ist. Dass man sich mit ständigen Kontern praktisch durch jeden Kampf mogeln kann, ist ja schon seit Origins vorbei, aber das neue Assassin's Creed fühlt sich diesbezüglich noch sehr viel mehr wie ein Rollenspiel an. Die Fähigkeiten brauchen eine gewisse Zeit, um sich wieder aufzuladen. Schneller wieder verfügbar werden sie, wenn ihr zwischendurch andere Gegner bezwingt. Das Spiel belohnt euch, wenn ihr euch mit all euren Fähigkeiten auseinandersetzt und sie zielgerichtet einsetzt.

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Die Seeschlachten spielten sich auf der Gamescom wirklich toll.

Aber Assassin's Creed Odyssey ist nicht nur mechanisch anders als viele seiner Vorgänger. Die Entwickler gehen hier noch mehr als in den anderen Spielen weg von der Menschheitsgeschichte. Odyssey schien in der anspielbaren Mission viel mehr inspiriert von griechischer Mythologie als von tatsächlicher griechischer Geschichte. Es gab sogar einen Bosskampf gegen die Medusa, die euch mit ihrem Blick versteinern kann. Ihr müsst ihre Angriffsmuster lernen und dann den richtigen Moment abpassen, um Schaden anzurichten.

Das fühlt sich untypisch an für eine Serie, deren Bosse sonst eher durchgedrehte Päpste mit Edenäpfeln waren, die ihr mit der versteckten Klinge locker umbringen konntet, wenn ihr sie nur oft genug traft. Ich bin mir selbst noch nicht sicher, ob mir dieser Weg gefällt, dafür habe ich schlicht zu wenig gesehen. Unklar ist mir ebenfalls, inwieweit der Animus bei Assassin's Creed Odyssey noch eine Rolle spielen wird, den gab es nämlich in der spielbaren Demo überhaupt nicht zu sehen.

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Das. Ist. Sparta!

Wohl aber Schiffe! Richtig, ihr dürft euch zum Kapitän eines antiken griechischen Schiffes aufschwingen und die Kähne anderer auf hoher See beharken. In Anbetracht der Tatsache, dass die Spielwelt von Odyssey neben dem griechischen Festland auch eine Vielzahl von Inseln abbildet, könnte dieser Teil sogar relativ relevant sein.

Die gute Nachricht ist, dass er sich auch sehr gut spielt - es ist schon sehr befriedigend, ein gegnerisches Schiff mit einem Pfeilhagel einzudecken, noch viel schöner aber, es per Rammsporn so zu rammen, dass es an exakt dieser Stelle in zwei Teile zerbricht. Das sieht im Übrigen auch absolut spektakulär aus, zumal ihr die übrig gebliebenen Teile des Schiffs noch eine Weile im Meer versinken seht.

Bis wir uns ein endgültiges Bild davon machen können, in welche Richtung sich die Assassin's-Creed-Reihe entwickelt, wird es nicht mehr lang dauern, Odyssey erscheint bereits am 5. Oktober dieses Jahres. So ungewohnt ich den Kampf gegen Medusa fand, so begrüße ich auf der anderen Seite doch, dass sich Ubisoft Neuerungen für die Reihe ausdenkt, die geeignet sind, sie frisch zu halten. Und genau deshalb werde ich auch den neuen Teil mit Freude spielen. Falls mir dann doch irgendein Gegner blöd kommt, setzt es eben den Sparta-Kick.

Entwickler/Publisher: Ubisoft/Ubisoft - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One - Erscheint am: 5. Oktober 2018 - Gespielte Version: PC

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Redakteur

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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