Call of Duty: Black Ops 4 - Ersteindrücke aus der Blackout-Beta

Das bedeutet also "Battle Royale à la Treyarch".

Wie das oft so ist mit guten Ideen: Erst hat sie irgendjemand weitgehend Unbekanntes, dann klaut sie jemand, der schon ein bisschen mehr Geld in der Hinterhand hat und dann werden sie perfektioniert und endgültig massentauglich gemacht von einem Dritten. Der Erfinder von Tetris kann davon ein Lied singen und Brendan Greene wird es jetzt vermutlich nicht anders gehen. Der nämlich hat maßgeblich PlayerUnknown's Battlegrounds entwickelt, nur um dann von Fortnite gezeigt zu bekommen, wie so ein Battle-Royale-Shooter vermeintlich wirklich funktioniert.

Jetzt sind wir also in der dritten Etappe dieser Entwicklung angekommen. Seit vergangenen Montagabend ist die Beta der Blackout-Beta von Call of Duty: Black Ops 4 auf der PS4 verfügbar. Blackout - so heißt hier der Battle Royale Modus, der wohl nicht ganz umsonst an Stelle des Singleplayer-Spiels tritt. Ich hatte ein wenig Zeit, die Blackout-Beta anzuspielen, und will euch hier ganz unverbindlich meine Eindücke schildern.

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Schönes Grundstück. Ob sich hier schon andere Spieler niedergelassen haben? (Spoiler: Ja. Ich war drei Sekunden nach der Landung tot.)

Unverbindlich deshalb, weil das Spiel für eine Beta-Version zwar ganz okay wirkt, aber noch ein gutes Stück weg von fertig (welch ein Wunder). Aber derzeit kleine Bugs und Texturproblemchen sollen uns für den Moment nicht kümmern. Ganz wie bei der Konkurrenz landet ihr zu Beginn via Wingsuit und Fallschirm auf einer ziemlich großen Karte (in der Beta ist auch nur diese eine spielbar) und bemüht euch dann, dass ihr euch möglichst fix mit Waffen ausstattet. Besagte Karte besteht dabei aus bekannten Versatzstücken der Black-Ops-Schauplätze vergangener Spiele, beispielsweise Nuketown und Firing Range. Nach und nach verkleinert sich der kreisrunde Bereich, in dem ihr euch aufhalten könnt, die maximale Spielerzahl lag in der Beta bei 88.

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Man sieht es vielleicht nicht so gut, aber der Kollege rechts im Bild versucht mich gerade zu verprügeln. Mein Gewehr hat das jedoch verhindert.

Grundsätzlich verfügbar sind Matches alleine, zu zweit oder in Vier-Mann-Teams. Kommunizieren könnt ihr selbstredend per Voice Chat - auf diesem Weg habe ich die Bekanntschaft mit einigen berauschten Amerikanern und Russen gemacht, die immer gleiche Strophe ihres Lieblingslieds in das Mikro gesungen haben. Teamplay entsteht dennoch manchmal und in diesen Momenten macht Black Ops 4 am meisten Spaß. Sich gemeinsam in ein Haus zu schleichen, dort alles zu nehmen, was am Boden liegt und sich danach wahlweise darin zu verschanzen oder zum nächsten strategisch wichtigen Punkt wieder aus der Tür zu stürmen - ja, das hat seinen Reiz. In der Beta ist allerdings Friendly Fire immer aktiv. Es ist mir also nicht nur einmal passiert, dass mir einer meiner Kollegen ins Gesicht geschossen hat und anschließend darauf verzichtet hat, mich wiederzubeleben. Aber spielt man es mit Freunden, wird sich das erledigen. Und wie gesagt, das Gameplay fühlt sich gut an, Battle Royale mit dem bekannten, ordentlich flutschenden Call-of-Duty-Fluss, der zum Beispiel dem eher aus der Simulationsrichtung stammenden PUBG komplett abgeht.

Beim Absprung zu Beginn einer Partie ist nicht ganz leicht sichtbar, wohin eure Kontrahenten springen, sinnvoll ist es aber sicher, nicht gleich in die befestigte Militärbasis zu hüpfen, sondern eher ein einzelnes Haus zu wählen. Grundsätzlich gilt: Überall, wo es auch nur ansatzweise nach Zivilisation aussieht, gibt es auch Waffen, Ausrüstung und Munition und das ist schließlich, was ihr wollt. Es mag im Moment an der noch relativ unerfahrenen Community liegen, aber bei mir hat es sich meistens als vorteilhaft erwiesen, nicht gleich den Kampf zu suchen, sondern ein bisschen abzuwarten, bis sich die größten Waffennarren auf der Karte gegenseitig das Licht ausgeblasen hatten.

Gleich zu gewinnen, war mir zwar nicht beschieden, ich kam aber durchaus häufiger mal unter die letzten zehn bis 20. Das Ding ist aber: Wenn ihr so vorgeht wie ich und unter die letzten fünf kommt, seid ihr wahrscheinlich nur halbwegs gut ausgerüstet. Eure Gegner, die von Anfang an den Kampf gesucht haben, fressen bis dahin aber Kugeln. Mit ihrem Körper. Dank zahlreicher Upgrades und Rüstungen. Was in PUBG üblich ist - der schnelle Kill via Headshot - wird hier praktisch unmöglich. Teilweise habe ich ganze Magazine in Gegner gepumpt.

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Das ist sie: die größte Karte der Call-of-Duty-Geschichte.

Ein wenig überrascht war ich von der Tatsache, dass es in Teilen der Karte auch Zombies gibt. Diese computergesteuerten Gegner kleben euch schneller am Hals, als ihr um euer letztes Chicken Dinner bitten könnt, die Entwickler setzen sie aber ein, um besonders wertvollen Loot zu bewachen. Die Herausforderung, sie zu besiegen, wird also belohnt und das finde ich eigentlich nicht schlecht - so funktioniert spannendes Gameplay, eine Belohnung gibt's für ein eingegangenes Risiko, denn nicht nur sind die Untoten eine Gefahr, ihr verratet unter Umständen auch eure Anwesenheit, wenn ihr euch mit ihnen anlegt. Zusätzlich bietet das Spiel einige Fahrzeuge, darunter ein Quad, ein Motorboot und sogar einen Hubschrauber.

Auch in Black Ops 4 gibt es wieder Perks, die diesmal allerdings als verbrauchbare Power-Ups daherkommen. Ihr behaltet sie also nie dauerhaft, eine persistente Charakterprogression scheint es nicht zu geben. Trotzdem sind einige davon interessant und können in gewissen Situationen den Unterschied machen. Einer etwa gibt ein Geräusch von sich, wenn ein Gegner seine Waffe auf euch angelegt hat, was euch die Gelegenheit gibt, ein paar Haken zu schlagen oder Deckung zu suchen. Nett.

Die verschiedenen Charaktermodelle wirken eher kosmetisch - freischalten könnt ihr sie, indem ihr bestimmte Herausforderungen schafft, also etwa eine gewisse Anzahl an Gegnern mit der Bazooka ausschaltet. Wirkt Treyarchs Interpretation der Battle-Royale-Formel auf den ersten Blick also gut? Ja, es macht Spaß. Aber ob Perks, das bewährte Call-of-Duty Run-and-Gun sowie PVE-Elemente ein ausreichendes Alleinstellungsmerkmal sind, muss die Zeit zeigen, die wir die nächsten Tage hindurch zweifellos mit der Beta zubringen werden.

Entwickler/Publisher: Treyarch/Activision - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One - Preis: rund 60 Euro (PC), rund 70 Euro (PS4 und Xbox One) - Erscheint am: 12. Oktober 2018 - Gespielte Version: PS4 - Sprache: deutsch

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Autor

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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