Anno 1800: Klassisch, kapitalistisch, köstlich

Vom Fischerdorf zur florierenden Großstadt.

"Anno? Ach, das habe ich früher oft gespielt!", tönt es in meinem Freundeskreis, wenn ich über Aufbauspiele und vor allem über die Anno-Reihe, spreche. Irgendwie hat jeder das Spiel in seiner frühen Jugend einmal am PC ausprobiert. Die kleinen Bauern haben ein Zuhause bekommen, das Schiff wurde zum Erkunden bereit gemacht und Klick für Klick entstand so eine florierende Stadt.

In Anno 1800 läuft es ganz ähnlich ab: In der Nähe des Schiffs mit passender Werft wird ein Marktplatz errichtet, der als Dreh- und Angelpunkt der zukünftigen Stadt dienen wird. Mit einem einfachen Feldweg verbunden, kann es eigentlich direkt losgehen. Wie gewohnt müssen Bauernhäuser gesetzt werden, um eine erste Bevölkerung in die Stadt zu ziehen. Gönnt euch an dieser Stelle das eine oder andere Häuschen mehr, denn viele Arbeiter bedeuten auch ordentlich Produktionskraft, was die Entwicklung der Stadt schon bald vorantreibt.

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Um weitere Häuser zu setzen und eine Industrie aufzubauen, benötigt ihr vor allem Rohmaterialien. Dass ihr noch keine vergoldeten Statuen und riesigen Fabriken bauen könnt, sollte klar sein. Baustoff Nummer eins war ganz klar Holz. An dieser Stelle beginnt die erste zweistufige Produktionskette im Spiel. Es ist nicht mehr so, dass ein Betrieb alles herstellen kann, was mit einem entsprechenden Material zutun hat. Der Holzfäller muss an einem Wald platziert werden, damit er auf kurzem Wege Bäume fällen kann. In der Nähe setzt ihr dann ein Sägewerk, das daraus Holzbretter fertigt, die in ein Lager geliefert werden. Von dort aus könnt ihr frei darauf zugreifen und die Stadt eurer Träume erbauen! Nun ja, zumindest mehr oder weniger, ein paar Regeln gibt es da schon. Vor allem haben die zugezogenen Bauern einige Bedürfnisse, die es zu erfüllen gilt.

Damit die neuen Bewohner der Stadt keinen Hunger leiden müssen, habe ich eine Fischerhütte an den Hafen gebaut und ebenfalls mit Wegen verbunden. Diese Trampelpfade sind wichtig, denn Anno 1800 besinnt sich zurück auf seine Wurzeln und lässt die kleinen Männchen nun den Ertrag und Transport aller Materialien zu Fuß erledigen. Da die Zuwanderer allerdings so gar nicht gern durch hohes Gras laufen, muss ihnen ein Weg zeigen, wo es lang geht. Aber kein Problem: Die Pfade sind schnell gezogen und helfen dabei, Areale abzustecken und die Stadt zu planen. Da es nun Fische zu essen gibt, muss niemand mit leerem Magen arbeiten. Aber immer nur Wasser trinken? Das wäre ja total fad und eintönig. Wie gut, dass es um 1800 bereits Schnaps gab!

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Mit den Begriffen wie Limoncello, Cognac oder Kräuterschnaps konnte zur damaligen Zeit noch niemand etwas anfangen. Wohl aber mit Kartoffelschnaps! Die mehlige Knolle kann viel mehr als nur den Magen mit Kohlehydraten füllen. Doch bevor daraus ein Getränk wird, muss die Kartoffel erst einmal angebaut werden. Plant für die Farm ein bisschen mehr Platz ein, denn die Anbaufelder lassen sich nach dem Bau des Gebäudes wie gewohnt selbst Drumherum setzen.

Das bringt den Vorteil, dass ungenutzte Flächen damit sinnvoll genutzt werden. Sind die Kartoffeln geerntet, werden sie in eine Destilliere gebracht, ein weiterer zweistufiger Produktionsweg nach nur wenigen Minuten Spielzeit. Daraus wird dann Schnaps, den die Bewohner eurer Stadt auch gern in Wirtshäusern und den dort stattfindenden Feiern zu sich nehmen. Durch die Zoom-Funktion könnt ihr jederzeit nah an das Geschehen heran und euren Einwohnern bei der Arbeit, aber auch in ihrer Freizeit zusehen. Prost!

Bis zu der Entwicklung der Schwerindustrie bin ich in der Demo auf der EGX Berlin leider nicht gekommen. Jeder sollte auf der Messe die Möglichkeit bekommen, die kommenden Spielehits anzuspielen, weshalb hinter mir schon die nächsten Interessenten mit den Hufen scharrten.

In einer Videosequenz am Ende der Demo wurde aber trotzdem klar: Hier gibt es noch eine Menge zu erforschen und zu erleben. Riesige Schiffsflotten die neue Ländereien entdecken, exotische Anbaugebiete und entsprechender Ertrag. Der Erfolg einer Expedition hängt maßgeblich davon ab, wie gut ihr euch auf diese vorbereitet: Einen geeigneten Kapitän auswählen, vielleicht sogar einen Arzt oder andere nützliche Berufsgruppen mitnehmen? Auf jeden Fall sollte genug Proviant mit an Board sein, um die Moral der Reisenden aufrecht zu erhalten. Dann kann das Schiff zu neuen Ufern aufbrechen.

In Anno 1800 steckt viel Neues, verpackt im Charme der Spiele, wie ich sie von früher kenne. Bis zur Veröffentlichung im Februar ist noch eine Menge Zeit, um kleinere Ungereimtheiten auszubessern, das Interface anzupassen und vor allem neuen Spielern hier und da noch ein paar Hinweise zu geben. Mein kurzer, erster Einblick in das Aufbauspiel wirkte aber bereits vielversprechend und ich bin gespannt, was Ubisoft und Blue Byte bis nächstes Jahr noch daraus machen.

Entwickler/Publisher: BlueByte/Ubisoft - Erscheint für: PC - Geplante Veröffentlichung: 26. Februar 2019 - Angespielt auf Plattform: PC

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Über den Autor:

Franziska Behner

Franziska Behner

Freie Redakteurin

Die begeisterungsfähige Düsseldorferin hält sich eigentlich nur von Pixelspielen und Star Wars fern. Findet, dass in jedem Game Hasen(ohren) vorkommen sollten. Mit Kuchen und einem PS4-Controller in den Händen fast immer glücklich.

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