Untote, Piraten, untote Piraten! Mögt ihr? Kriegt ihr, und zwar in der neuesten Erweiterung zu Total War: Warhammer 2. Der DLC Curse of the Vampire Coast fügt dem Hauptspiel viel Neues hinzu, als wäre es nicht ohnehin schon komplex genug. Aber wie das halt so ist: Wer sich erst mal so richtig in ein Material hineingefressen hat, der kann nicht mehr die Finger davon lassen. Curse of the Vampire Coast übertrifft aber sogar die Erwartungen, die man üblicherweise an so einen DLC hat. Es fügt nicht nur neue Fraktionen zu einem ohnehin schon funktionierenden Spiel hinzu, sondern grundlegend neue Mechaniken. Es ist ein neues Spiel in einem alten Spiel.

Curse of the Vampire Coast ist sichtlich inspiriert von den Pirates-of-the-Caribbean-Filmen. Die neue Fraktion, die euch zur Verfügung gestellt wird, besteht größtenteils aus untoten Piraten, die das noch dazu gerne sind. Gerne auf See, gerne schreckliche knochenschleudernde Waffen einsetzend, gerne tot! Nett: Diese lebenden Leichen haben nicht das gleiche Ziel wie alle anderen, denn Curse of the Vampire Coast kommt mit einer einzigartigen Siegbedingung. Ein uraltes Monster muss gezähmt werden, dafür braucht ihr mehrere Strophen eines alten Seemannslieds. Um diese Strophen aber zu bekommen, müsst ihr Schlachten gewinnen - gegen andere Zombie-Piraten. Wie ihr in solche Schlachten geratet? Nun, über Infamie.

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Geheimnisvolle Schatzinseln dürfen in einem Piraten-Setting natürlich nicht fehlen. (Total War: Warhammer II - Curse of the Vampire Coast - Test)

Das mag sich abstrakt lesen, tatsächlich macht es euch das Spiel aber zur Aufgabe, euch möglichst böse und unmenschlich zu benehmen, um euer Ziel zu erreichen. Infamie bekommt ihr, indem ihr Schlachten gewinnt, Gebiete einnehmt oder Piratenbuchten errichtet. Das übrigens ist ein neues Feature also nutzt es. Wie gewohnt könnt ihr Siedlungen an der Küste entweder einnehmen oder eben eine solche Piratenbucht einrichten. Die Siedlung bleibt dann in der Obhut der vorherigen Fraktion, die Bucht sorgt aber dafür, dass ihr regelmäßig einen guten Teil von deren Einnahmen erhaltet. Pflastert also die Welt damit zu, sorgt dafür, dass niemand mehr dem anderen traut, sät Zwietracht, denn das ist es, was ihr wollt: die Welt ein kleines Stückchen böser machen. Das funktioniert auch über Missionen, wie ihr sie schon aus dem Hauptspiel kennt: So müsst ihr beispielsweise die Siedlung einer gegnerischen Fraktion erobern und bekommt als Belohnung nicht nur Material für eure Schatzkammer, sondern auch besagte Infamiepunkte.

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Auch in Curse of the Vampire Coast können Massenschlachten wieder gewohnt unübersichtlich werden. (Total War: Warhammer II - Curse of the Vampire Coast - Test)

Total War: Warhammer 2 gibt euch aber auch sonst viel zu tun. Auf der Weltkarte verstecken sich nur für euch acht einzigartige Objekte und wenn ihr die findet, bekommt ihr Zugang zu einem besonders mächtigen Söldnerregiment. Außerdem gibt's natürlich Schätze zu finden, schließlich seid ihr Piraten. Die hebt ihr, indem ihr vorab Schatzkarten findet, dann schickt ihr einen Kommandanten los und der macht sich dann für euch auf die Suche. Man merkt dem DLC die vielen Ideen der Entwickler wirklich an - das trifft auch auf die neuen Kommandanten zu.

Vier Kommandanten stehen zur Auswahl, darunter Luthor Harkon. Der ist schon allein deshalb ziemlich interessant, weil er eine gespaltene Persönlichkeit hat. Das Spiel warnt euch vor ihm: "Man weiß nie, welche seiner zahlreichen Persönlichkeiten gerade die Kontrolle übernimmt". Das mag sich unschön lesen, führt aber tatsächlich in der Geschichte zum ein oder anderen lustigen Moment, meistens dann, wenn sein ganzer Körper zuckt, weil gerade eine andere Persönlichkeit die Kontrolle übernimmt. Luthors Armeen sind zudem besonders resistent gegenüber Magie. Aber er versteht sich überhaupt nicht mit den Echsenmenschen und bekommt deshalb von Beginn aus einen Malus auf die Diplomatie mit den Schuppenviechern.

Eine persönliche Vorliebe habe ich für die Kampagne von Aranessa Saltspite. Mit ihr erhaltet ihr unter anderem ein höheres Einkommen durch Überfälle und eine höhere Wahrscheinlichkeit, Schatzkarten zu finden. Gerade letzteres hat für mich das Piraten-Feeling noch einmal verstärkt - die Welt auf der Suche nach Schätzen zu durchkämmen, macht einfach Spaß. Aber Aranessa ist auch ziemlich führungsstark. Auf dem Schlachtfeld suchen verbündete Einheiten bei der ersten Gefahr also nicht gleich das Weite.

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Diplomatie mit untoten Seeräubern - ob das mal gut geht? (Total War: Warhammer II - Curse of the Vampire Coast - Test)

Falls ihr euch fragt, welche Ziele denn die Fraktionen aus dem Hauptspiel verfolgen: Deren Motivation bleibt unverändert. Spielt ihr also die Mahlstrom-Kampagne, versuchen sie nach wie vor, den großen Mahlstrom unter ihre Kontrolle zu bringen. Wichtig ist allerdings, dass ihr mit eurer Aufgabe früher fertig sein müsst als die Konkurrenz - gewinnt also eine der Rassen aus dem Hauptspiel tatsächlich die Kontrolle über den Mahlstrom, habt ihr verloren. Ihr könnt die Vampirküstenfraktionen aber auch in den Reichen der Sterblichen spielen, der großen Kampagne also, die die beiden Teile, Rassen und Fraktionen von Total War: Warhammer miteinander verbindet.

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Aranessa ist geschickter als ihre Holzbeine zunächst vermuten lassen. (Total War: Warhammer II - Curse of the Vampire Coast - Test)

Warhammer 2: Curse of the Vampire Coast bietet insgesamt mehr von jener Qualität, die schon das Hauptspiel für Strategiefreunde zu so einem Sahnestück gemacht hat. Besonders toll mutet die Tatsache an, dass die Vampirküstenfraktionen ein eigenes Ziel bekommen haben und nicht einfach wieder jenes, das ihr schon kennt. Insgesamt richtet sich Curse of the Vampire Coast natürlich an Kenner der Reihe, für Neulinge dürfte es doch ein wenig zu sperrig sein, gleich mit der DLC-Kampagne zu beginnen. Wer sich am Hauptspiel und den übrigen DLCs aber schon sattgespielt hat, der kann sich mit Curse of the Vampire Coast an einem tollen neuen Stück Strategiespiel austoben.

Entwickler/Publisher: Creative Assembly/SEGA - Erscheint für: PC - Preis: 15,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: PC - Sprache: deutsch - Mikrotransaktionen: Nein

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Über den Autor:

Markus Grundmann

Markus Grundmann

Freier Redakteur

Seine ersten Videospiele konsumierte Markus auf dem Game Boy. Heute spielt er so ziemlich alles, bei dem er auf Knöpfe drücken kann – mit besonderer Vorliebe für Nintendo und extravagante Indie-Titel.

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