Weihnachten steht vor der Tür, der Stollenanteil in der Ernährung nimmt dramatisch zu und irgendwann stehen auch die Feiertage an. Aber wie überlebt man den Nahkampf im sozialen Minenfeld nur einmal im Jahr anzutreffender entfernter Verwandtschaft am besten? Ganz einfach, man schwenkt die weiße Fahne, zieht sich zurück, sucht sich eine Steckdose. Den Rest richtet die Switch.

Aber welche Games sind die, mit denen man gut lange Zeit verbringen kann, welche kann man vielleicht auch an den kleinen Cousin oder Neffen verschenken - oder zum Spielen an ihn rüberreichen, ohne gleich in Konflikt mit den USK-geschulten Eltern zu kommen? Hier ein paar Vorschläge. Und nein, das sind nicht alle Switch-Games, die dieses Jahr erschienen sind. Es sind nur die, mit denen wir uns diese harten Fragen des Lebens stellen würden.

Monster Hunter Generations Ultimate

Gibt es eine bessere Zeit als Weihnachten, um mit schweren Gerätschaften Stücke aus toten Tieren zu schneiden und von Katzen braten zu lassen? Um besagte schwere Gerätschaften selbst zusammen zu erbeuten, um Riesenschwerter zu craften als wären es Lego-Modelle? Mit Freunden sich diese Dinge zu teilen, weil das ja im Geiste der Saison ist? Nein, und deshalb gibt es wenig besseres als Monster Hunter zu Weihnachten und das natürlich zum Mitnehmen. Schließlich kann es schon passieren, dass der Fernseher von Home Alone oder Die Hard belegt wird, was ja auch völlig okay ist. Da man beide Filme aber Zeile für Zeile mitsprechen kann, ist es auch in Ordnung, nebenbei schon mal eine neue Waffe zu basteln und an diversen Monstern auszutesten.

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Die Switch Version, Generations, ist dabei nicht ganz so gewaltig ausgelegt wie World auf den großen Konsolen oder PC, handelt es sich doch um eine HD-Neuauflage von Monster Hunter XX, das wiederum ein massiver Ausbau des originalen Generations war. Das bedeutet, dass ihr hier sehr klassisches Monster Hunter findet, mit 14 Waffentypen und sogar der Möglichkeit, Spielstände aus 3DS-Tagen zu übernehmen. Nun zwar nicht in echtem 3D, aber auf dem größeren Screen der Switch. Da erleben diese alten Heldentaten gleich noch mal eine ordentliche Renaissance. Es wird sogar der Pro-Controller tadellos unterstützt, was leider nicht jeden Tag auf der Switch der Fall ist, hier aber schon. Hiermit habt ihr ihn für zumindest 100+ Stunden nicht umsonst gekauft, vor allem, wenn es an den in dieser Version neuen G-Rang geht, mit noch größeren und härteren Monstern.

Die könnt ihr natürlich auch im Jäger-Rudel mit bis zu drei weiteren Mitstreitern erledigen, dann entweder im lokalen WLAN, solltet ihr genug Switches unter dem Baum versammelt bekommen - was natürlich die ultimative Monster-Hunter-Erfahrung wäre, mit allen Jägern im gleichen Raum. Online geht natürlich auch (wäre vielleicht sogar besser für die Nerven), aber das wäre nicht ganz so im Sinne des gemeinsamen Festes.

Selbstspielfaktor: Enorm hoch, vor allem, wenn der eine oder andere aus Familie und Freundeskreis mitmachen.

Verschenk-Faktor: Fast noch höher, vor allem, wenn man es selbst schon spielt. So nämlich kann man sich seine Mit-Jäger direkt aussuchen.

Zum Test von Monster Hunter Generations Ultimate

Super Mario Party oder Smash Bros Ultimate

Das ist letztlich eine Frage der Lage: Während Smash Bros. ab 12 Jahren freigegeben ist und ein Minimum an Controller-Affinität voraussetzt, bekam Party das harte "ab 0"-Ranking und ist auch de facto von jedem spielbar. Beide Titel sind auf jeden Fall die Lösung, wenn die Sippe näher rückt und nicht nur wissen will, was man da macht, sondern wenn sie sogar mitmachen wollen. Smash Bros. ist noch nicht erschienen, insoweit lässt sich über die finale Qualität nur mutmaßen. Alles, was bisher angespielt wurde, deutete aber in genau die richtige Richtung. Mario Party dagegen ist ein wenig wie manches Mario Kart früher: Wer zufällig den richtigen Panzer bekommt, gewinnt. Es ist ein hoher Zufallsanteil dabei, aber das ist bei Brettspielen ja nicht unbekannt und als solches knüppelt es seine Sammlung an familienfreundlichen Mini-Spielchen perfekt zusammen.

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Selbstspielfaktor: Super-meh bis endlos hoch, je nach eigener Laune und Qualität verfügbarer Mitspieler.

Verschenk-Faktor: Sehr hoch, beides eine sichere Bank und "ab 0" heißt, dass Mario Party auch an die fünfjährigen Neffen gehen kann, die sich eigentlich Dark Souls gewünscht haben.

Zum Test von Super Mario Party

Mega Man 1 bis 11

Weihnachten wie früher? Kein Thema. Für die ältere Generation - also die NES/SNES-People - muss es manchmal ein wenig Retro sein, das gehört dann so dazu wie die eine Weihnachts-CD, die jedes Jahr immer läuft, das Gefühl von bevorstehender Alien-Geburt nach zu viel Schoko und Gänsebraten und dieses eine Geschenk, das man nie haben wollte. Wie das, das man damals bekam, obwohl man sich doch eigentlich Mega Man 3 gewünscht hatte. Welches sogar billiger gewesen wäre als diese blöde neue Schultasche. Die alte war doch noch gut und Mega Man 2 viel abgegriffener. Damit ist diese Zeit also ein guter Anlass, das wohlige Pixel-Feeling noch mal unter den Weihnachtsbaum zu holen und natürlich die Tradition fortzusetzen: Verschenkt doch einfach Mega Man an den 13-jährigen Neffen statt Monster Hunter, das er eigentlich haben wollte. Weil Spiele genauso wie alles andere früher besser waren. Zeit, dass ihr diese wichtige Rolle des "Früher war alles besser"-Onkels übernehmt.

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Selbstspielfaktor: Meh bis sehr hoch, je nach Retro-Lustgefühl.

Verschenk-Faktor: Hoch, entweder um den Kindern was beizubringen oder damit sich Papi wie früher fühlen darf, wenn er Mega Man geschenkt bekommt.

Zum Test der Mega Man Collection

Diablo 3 Eternal Collection

Wenn ein paar Geschwister zusammensitzen, wenn alle schon mal ein wenig Diablo - oder überhaupt Spiele - gespielt haben, warum dann nicht zu viert auf Loot-Suche gehen? Selbst wenn ihr nur eine Switch habt, der lokale Koop funktioniert wunderbar, solange ihr wenigstens zwei Sets an Joy-Cons zusammenbekommt. Aber im Notfall lässt sich hier auch allein oder online mehr als genug veranstalten, um ein paar Tage rumzukriegen und in der Zeit ein paar gute Waffen zu finden. Es geht halt nichts über einen schönen Klassiker, das gilt auch für das zeitlose Konzept des Loot-basierten Action-RPGs. Auch als Geschenk macht sich Blizzards Ausflug auf Nintendos Kleine ausgezeichnet, schließlich lässt sich damit jeder "ab 16" für ein ganzes Weilchen ruhigstellen. Nervige Neffen zum Beispiel, die sonst gelangweilt jedem auf den Keks gehen.

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Selbstspielfaktor: Sehr hoch - wenn man die richtige, rare Waffe findet, ist das ja fast selbst schon wie Weihnachten.

Verschenk-Faktor: Schwierig bis sehr hoch: Ab 16 ist halt nicht so einfach, das schränkt den Empfängerkreis ein, aber wenn, dann ist Diablo eine veritable Allzweckwaffe, um sogar Gruppen von Jugendlichen glücklich zu machen und ruhigzustellen.

Zum Test von Diablo 3 Switch

Civilization 6

Wenn alles versagt, dann spielt man halt Civilization. Selbst wenn der Weihnachtsbraten die eigenen Reflexe auf die Werte eines Bären im Winterschlaf reduziert hat, das rundenbasierte Strategieepos wartet gern auf euch. Egal, ob ihr mit den Azteken den christlichen Heiden ihr Weihnachten austreibt, oder selbiges im Stile der Conquestadores in ferne Länder tragt, ganz auf freiwilliger Basis natürlich, hier steckt viel Religiöses drin. Oder dachtet ihr, dass da nichts passiert, wenn ihr ein fremdes Reich dem eigenen einverleibt? Dann dachtet ihr wohl auch, dass der Braten auf dem Teller zuvor nichts mit diesen niedlichen weißen Vögeln auf dem Bauernhof zu tun hatte. Ah, Civilization, Imperialismus niedlich gemacht, ein Klassiker zum Fest. Ernst beiseite, das Spiel macht einfach immer Spaß, das beweist es seit bald drei Jahrzehnten immer wieder aufs Neue und die Version für die Switch ist ideal, zumal ihr ja auch mit drei anderen Überlebenden der Bratenschlacht lokal und gemeinsam die Geschichte der Welt neu schreiben könnt.

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Selbstspielfaktor: Sehr hoch und solange der Akku reicht. Was leider nicht so lange ist.

Verschenk-Faktor: Erprobt und für hoch befunden seit 1991. Schlicht ein Klassiker unter dem Baum für alle ab 12.

Mehr über Civilization 6 auf der Switch

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

Defender, Ringe, 1W6+4, NCC-1701, 8086, Ultima, Cid, SEGA, like tears in rain, B. Guardian, nicht Silmarillion, F. Mercury, PC-Player, Arena, id, Mage, LiveLink, Eurogamer, Chefredakteur...

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