Heute ist es bei Spielen üblich, dass sie kein Handbuch mehr enthalten. Als Ersatz dienen Tutorials, die euch langsam ins Spiel einführen. Nicht so bei Energy Cycle Edge. Ihr startet das Spiel, kommt ins Hauptmenü und wählt dann eines der vielen Rätsel, ohne dass es euch was erklären würde. Ab mit dir ins kalte Wasser und schau, wie du dann zurechtkommst. Energy Cycle Edge ist jetzt nicht das komplexeste Spiel, eine kleine Einführung hätte aber nicht geschadet. Oder dass es euch die Tastenbelegung anzeigt. Eine kleine Willkommensbotschaft à la "Hey, danke fürs Kaufen. Und jetzt viel Spaß mit dem Spiel!", was mehr Spielen gut zu Gesicht stehen würde? Fehlanzeige.

Das Spiel stammt von den Machern von Energy Invasion, Energy Balance und Energy Cycle. Wenn ihr von denen noch nie was gehört habt, ist das nicht schlimm. Die Namen verraten euch, dass die Spiele was mit Energie zu tun haben. Und Energy Cycle Edge baut auf seinem Vorgänger Energy Cycle auf und bietet euch eine Reihe neuer Rätsel in neuen Dimensionen.

Die Aufgabe ist im Grunde simpel. Ihr habt vor euch ein Muster mit verschiedenen... was auch immer. Ich nehme an, es hat was mit Energie zu tun. Euer Ziel ist, all diese leuchtenden Objekte in die gleiche Farbe zu verwandeln, um ein Rätsel zu meistern. Klickt ihr eines der Lichter an, wechselt es die Farbe in Rot, Grün oder Blau. Ebenso verändert sich gleichzeitig die Farbe aller anderen Lichter, die horizontal und vertikal in einer Reihe mit diesem stehen.

Anfangs drückt ihr ein wenig planlos herum, bis ihr auf die Lösung kommt.

Insgesamt gibt es 44 verschiedene Rätsel in vier verschiedenen Kategorien, die ihr in jeder beliebigen Reihenfolge in Angriff nehmt. Anfangs rückt ihr die Felder auf einer einzelnen Fläche ins rechte Licht. Mit jeder Kategorie kommen dann weitere Ebenen hinzu, sodass ein Rätsel am Ende mehr an einen Zauberwürfel erinnert. Die Lernkurve ist steil, da ihr zum Schluss sämtliche Ebenen im Blick haltet und sich Änderungen auf einer auf andere auswirken. Das ist nicht immer einfach.

Habt ihr den Dreh raus, findet ihr euch ganz gut zurecht und wisst, welche Änderungen ihr mit welchem Tastendruck bewirkt. Zu Beginn probiert ihr voraussichtlich wild herum, bevor ihr auf die Lösung kommt. Und vor allem die späteren Rätsel brauchen ihre Zeit. Wer sich anschließend nicht schlecht fühlen möchte, schaut sich am besten keine Lösung dazu an. Manche Rätsel sind verdammt schnell zu lösen. Wenn ihr vorher wüsstet, was ihr da tut.

Ein Rätsel auf eigene Faust zu knacken, verschafft euch ein befriedigendes Gefühl. Eine echte Belohnung erhaltet ihr dafür nicht. Ihr seht allein eine futuristisch anmutende Frau und die zeigt euch mit einem nach oben gestreckten Daumen, dass ihr das toll gemacht habt. Warum das alles so futuristisch aussieht? Wer die Frau ist? Sonstige Hintergrundinformationen? Fragt erst nicht danach.

Und so schnell lässt sich ein Rätsel theoretisch lösen.

Das braucht es nicht zwingend, am Ende kommt es auf die Rätsel an. Eine kleine, alles verbindende Hintergrundgeschichte wäre eine nette Sache gewesen. Egal. Insgesamt zeigt sich die Präsentation trocken und langweilig. Die Musik passt zur futuristischen Aufmachung, dudelt im Hintergrund vor sich hin, ohne großes Aufsehen zu erregen, und das Spiel lief problemlos. Alternative Modi oder Ranglisten sucht ihr vergebens. Habt ihr die 44 Rätsel geknackt, war es das. Für den Kaufpreis von knapp fünf Euro ist das zu verschmerzen. Erwartet nicht zu viel. Ein nettes Rätselspielchen für zwischendurch ist es auf jeden Fall, wenn ihr Lust auf so was verspüren solltet oder (mit Lösung) schnell euren Gamerscore oder die Trophäenzahl erhöhen möchtet.

Entwickler/Publisher: Sometimes You - Erscheint für: PS4, Vita, Xbox One, Switch - Preis: 4,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: Xbox One - Sprache: Deutsch - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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