Die PlayStation Plus-Spiele im Februar 2019: Hitman, For Honor, Metal Gear Solid 4 und mehr

Und kennt noch einer Wings of Fury?

Da am 5. Februar - das ist nächsten Dienstag - die neuen PlayStation-Plus-Spiele zum kostenlosen Download bereitstehen, hier noch einmal die gebotene Erinnerung: Sollte das noch nicht geschehen sein, legt euch bei Interesse Steep, Portal Knights, Zone of the Enders HD Collection (PS3) und Amplitude (PS3) in den Warenkorb, bevor sie mit dem 4. Februar wieder reguläres Geld kosten.

Jetzt, da wir das geklärt haben, kann es ans Eingemachte gehen, den Februar selbst, beziehungsweise das, was uns an Spielen durch den endlich letzten Wintermonat bringen soll. Und hey, diesmal sind es nicht einmal nur Spiele, es ändert sich auch etwas am Dienst selbst. Zum einen nimmt eine Ära ihr Ende, denn ab März werden bei den PS-Plus-Spielen keine PS3- und PS-Vita-Titel mehr enthalten sein. Das war unausweichlich und seien wir mal ehrlich, wer schließt für die beiden Plattformen noch ein Plus-Abo ab?

Wer viel auf verschiedenen Geräten spielt oder einfach nur einen paranoiden Backup-Zwang hat, den wird allerdings immens freuen, dass der Speicherplatz für Cloud Saves für PlayStation-Plus-Abonnenten diesen Monat von 10 auf 100 Gigabyte erhöht wird. Jetzt aber zu den Spielen, denn die haben es auch diesen Monat wieder durchaus in sich.

Hitman (PS4)

Eines der besten Spiele 2016 - da muss man nicht lange überlegen, es sei denn, man hat's schon rauf und runter gespielt. Wer erst mit dem letztens erschienenen, exzellenten Nachfolger (Hitman 2 - Test) eingestiegen ist, hat doppelt Grund, sich zu freuen: Wer beide Teile besitzt, kann die Level des ersten in die Engine des zweiten portieren und diese so mit aufgebohrter Technik erleben. Ein guter Deal.

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'Ich liebe Clowns!' - Niemand, jemals.

Auch sonst gilt: Ich weiß, die Reihe ist nicht der absolute Verkaufsschlager, weil sie ein ungewöhnliches Tempo geht, weil sie Geduld einfordert und sie so gut wie gar nicht für "eine Runde zwischendurch" geeignet ist. Aber die letzten beiden Teile gehören trotzdem zu den elegantesten, scharzhumorigsten und detailverliebtesten Spielen unserer Zeit. Wenig erzählt vergleichbar sarkastische und erinnerungswürdige Geschichten allein aus der Welt und den in Echtzeit getroffenen Spielerentscheidungen heraus. Ein Spiel vieler Facetten - wenn man sich darauf einlässt und ihm die Zeit gewährt, die es braucht, um euch für sich zu gewinnen. Aber das seid ihr ihm fast schuldig, wenn man bedenkt, dass dies hier mehr oder weniger "für Umme" auf euch zukommt.

For Honor (PS4)

Ok, den Versuch Ubisofts, eine Art Mittelalterversion von Rainbow Six: Siege zu etablieren, darf man mittlerweile wohl als vertan ansehen. For Honor ist nicht annähernd der Erfolg, den der taktische Shooter darstellt. Ein gutes und vor allem erfrischend andersartiges Spiel ist der Multiplayer-Schwertkampfsimulator For Honor aber dennoch geworden. Hier steckt viel Tiefe und künstlerische Integrität drinnen und der Blutrausch, wenn eine sich zu euren Gunsten wendende Partie in ein blankes Gemetzel in Überzahl ausartet, hat sich wirklich gewaschen.

Es ist eines der interessantesten Kampfsysteme, die für ein Nahkampfspiel je erdacht wurden, und die Spannung, die sich im intimen Eins-gegen-eins entwickelt, hat sich wirklich gewaschen. Der Support vonseiten Ubisoft ist ohnehin seit ein paar Jahren ohne Tadel. Diese Lektion lernte Ubisoft von Siege und macht es hier nicht genauso gut, aber immer noch besser als die meisten anderen. For Honor wird immer noch aktuell gehalten und mit reichlich neuem Content versorgt.

Im Grunde fühlt es sich immer noch taufrisch an und weil es ohnehin nichts Vergleichbares gibt, solltet ihr auch nicht lange nachdenken: Dieses hübsche, wenngleich nicht komplett makellose Juwel ist allein an seinem haushohen Anspruch gescheitert, ein maximal breitenwirksames Hardcore-Mittelalterspiel für die Ewigkeit zu etablieren. Dem Gameplay selbst tut das wenig Abbruch. Im Gegenteil, man sieht zu jedem Zeitpunkt, warum die Entwickler dachten, dieses hoch gegriffene Ziel wäre tatsächlich erreichbar. Probiert es aus. Die Chancen stehen überdurchschnittlich gut, dass ihr es besser findet, als ihr denkt.

Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots (PS3)

Ich liebe und wertschätze jedes Metal Gear Solid, ja, ich feiere die Existenz dieser unwahrscheinlichsten aller Spielebiester sogar. Und in der Hinsicht ist das hier eine mehr als willkommene Ergänzung zu PS Plus. Aber dieses MGS hier wäre meine letzte Wahl, wenn man mich fragte, in welcher Reihenfolge ich mich am ehesten noch mal an die Serie heranwagen würde.

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MGS war nie die farbenfroheste Spielereihe. Aber der vierte war visuell schon ein starkes Stück.

Klar, mechanisch war es bis dahin der Höhepunkt der Reihe, viel der unsäglichen Inventararbeit des dritten Teils wurde massiv in Stromlinienform gezogen und allgemein fühlt es sich mehr als nur ordentlich an, wie Snake seine beachtlichen Möglichkeiten in MGS4 zu Felde führt. Aber es war auch arm an den gewohnten Kojima-Spektakelszenen, das Level-Design war stellenweise arg dröge und hier und da sogar maximal beliebig und die Geschichte hatte mehr Enden als Die Rückkehr des Königs. Von einigen der Haken, die die Narrative schlägt, fange ich besser nicht erst an.

Nach dem aufrichtigen, aufwühlenden und im Vergleich geradezu profund erzählenden dritten Teil war, was hier passierte, zum Ende hinaus eine fahrige Geduldsprobe. Und doch würde ich lügen, wenn ich behauptete, dass der Vierte nicht dennoch ein wichtiges Spiel ist. Allein schon, weil wenig anderes derartigen Event-Charakter hatte und den öffentlichen Dialog so sehr bestimmte. Es stimmt nun mal, selbst das schwächste Metal Gear - welches das für euch auch immer sein mag - bringt immer noch eine unfassbare Wagenladung Chuzpe und Querdenkerei mit, die man gesehen haben muss, um es zu glauben. Ist nichts, was man in Punktewertungen ausdrücken könnte. 8/10. Zwinkersmiley.

Divekick (PS3, Vita)

Vor Divekick muss man den Hut ziehen. Eine irre gute Idee mit maximalem Augenzwinkern, aber dennoch respektablen Skills umgesetzt. Es begann als Parodie auf komplexe Prügelspiele: Die Macher nahmen sich vor, einen Prügler auf die Essenz zu reduzieren und soweit es geht zu vereinfachen. Herausgekommen ist ein Titel, der mit zwei Knöpfen auskommt und sogar auf ein Steuerkreuz oder einen Analogstick verzichtet.

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Die haben die Hände nicht aus Zufall in den Taschen.

Springen und treten sind die einzigen Eingaben - Dive und Kick. Jede Figur springt und und kickt in einem ihr ureigenen Winkel. Kickt man nur, während man steht, macht man einen Ausweichhuscher nach hinten. Es gibt auch eine Energieleiste am oberen Rand, aber die leert sich schon mit dem ersten Treffer komplett. Wie gesagt, es klingt wie ein Scherz, ist es eigentlich auch, aber es entwickelt aus seinen konzentrierten Basics im Duell mit einem Freund dennoch ein beachtliches Maß an Reiz und Spannung. Nichts für die Ewigkeit, aber ein erlebenswertes Kuriosum allemal.

Rogue Aces (PS4, Vita)

Wer alt genug ist, noch Wings of Fury zu kennen, der ... kennt auf jeden Fall Wings of Fury. Warum? Weil es einer der indizierten und damit automatisch exponentiell attraktiveren Amiga-Titel ist. Aus der Seitenansicht geht es in einem Jagdflieger aus dem zweiten Weltkrieg gegen Boden-, Luft- und Wassereinheiten. Ob es gut war? Keine Ahnung. In jedem Fall war es kriegsverherrlichend, wenn es nach der BPjM ging (seit einer Weile wieder vom Index gestrichen). Mehr weiß ich auch nicht. Es war so sackschwer, dass ich nie weit gekommen bin. Aber es hatte was und das war trotz der 2D-Perspektive tatsächlich das Gefühl, ein Flugzeug zu steuern.

Es war schnell, waghalsig und immer wieder viel zu schnell vorbei - und Rogue Aces nimmt mit einigem Erfolg genau diese Sorte Spielgefühl aufs Korn. Zugegeben, optisch wirkts ein wenig uninspiriert bis profan, aber spielerisch gibt es eine Menge her, nicht zuletzt, weil es durchaus in Gönnerlaune ist und man schneller Fortschritte macht als anno dazumal. Der Geheimtipp dieses Monats für Freunde von zielstrebiger, aber kultivierter 2D-Action.

Gunhouse (PS4, Vita)

Musik von Disasterpiece (Fez, It Follows, Hyper Light Drifter) - mehr muss man eigentlich nicht sagen, um zu wissen, dass das Spiel alleine wegen des Soundtracks zumindest einen Blick - oder besser ein Ohr wert ist. Aber auch so ist Gunhouse für ein paar Runden gut. Sicher kein zeitloser Klassiker, den ihr die nächsten Wochen durchsuchten werdet, aber immerhin ein netter und vor allem hübsch schräg anzusehender Hybrid aus Steinchenschiebe-Puzzler und Tower Defense. Der grundlegende Gameplay-Zyklus kann was, wenngleich er bisweilen arg repetitiv daherkommt. Trotzdem, das Spiel hat einen Puls und ein gutes Gespür für anarchischen Humor.

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur  |  derbohn

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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