Wer die erste Demo zu Devil May Cry 5 bereits gespielt hat, weiß: Capcom will es wissen. Riesige Dämonen, coole Sprüche und lange Kombos zeichnen auch den fünften Teil des Franchises aus. Dieses Mal haben wir nicht nur einen Protagonisten und nein, wir wechseln auch nicht zwischen zwei Dämonenkillern hin und her. Capcom hat uns mit drei Charakteren sogleich eine ganze Boygroup zusammengestellt, die unterschiedlicher kaum sein könnte. Hier ist für jeden Geschmack, pardon, ich meinte Kampfstil, etwas dabei.

Wir beginnen mit Nero. Blond, schön und immer mit einem frechen Spruch auf den Lippen. Er weiß, was er kann und scheut sich nicht, das des Öfteren zur Schau zu stellen. Vor allem gegen Dämonen, die um ein Vielfaches größer sind. Nur die Zähne könnte er, im wahrsten Sinne des Wortes, beim Sprechen ruhig noch etwas mehr auseinandernehmen. Ich kenne ihn bereits aus Teil vier und an seinem immer überkandidelten Wesen hat sich kaum etwas geändert. Zum Glück, denn ich liebe es!

Dafür gibt es eine andere Veränderung, die man vor allem in den Kämpfen spürt: Bisher kämpfte Nero neben Pistole und Schwert mit seiner dämonischen Gabe, dem Devil Bringer. Zum Beginn von Devil May Cry 5 muss dieser aufgrund unglücklicher Umstände jedoch durch einem so genannten Devil Breaker ersetzt werden. Im Grunde handelt es sich um eine maschinelle Armprothese, gebaut von seiner Partnerin Nico. Mit ihr kann er Gegner zu sich heranziehen, ordentlich Schaden verursachen und das hübsche Technik-Gadget sogar explodieren lassen. Macht mächtig Wumms, ist aber eine Art der Selbstzerstörung, die man besser nicht für kleinere Gegner verschwendet. In der Hosentasche hat Nero deshalb immer ein paar Ersatzarme - nur so für den Fall der Fälle. Diese Erweiterung bringt nochmal ordentlich Schwung in die Kämpfe und verhindert, dass die Schwertkämpfe zu monoton werden.

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Jede Menge Dämonen warten darauf, von euch auseinandergenommen zu werden.

Ich steuere Nero natürlich nicht einfach durch die Straßen, weil ihm ohne Dämonenkämpfe im Leben sonst ziemlich langweilig wäre. Obwohl seine Begleiterin Nico tatsächlich anmerkt, dass ihm das Ganze verdammt viel Spaß macht. Aber der eigentliche Grund ist V, ein neuer Charakter im DMC-Universum. Da er einem übermächtigen Dämonenbaum nicht allein standhalten kann, wandte er sich an Nero und bat ihn um Hilfe.

Die beiden Männer könnten kaum unterschiedlicher sein, denn V ist ein wahrer Denker und scheint eine Art Magie zu beherrschen. Blasse Haut, schwarzes Haar, dunkle Kleidung und anstatt eines frechen Spruchs hört man aus seinem Mund eher poetische Töne. Ich habe ein paar Minuten gebraucht, um mit dem neuen Charakter warm zu werden. Im ersten Moment schossen mir Vorurteile durch den Kopf: "Schon wieder so ein Mimimi-Trauerkloß, der das Leben doof findet und sich bestimmt die ganze Zeit selbst bemitleidet." Das alles hat sich aber nach den ersten Kämpfen mit ihm und seinen dämonischen Haustieren recht schnell zerschlagen. Denn anstatt einen Vortrag darüber zu halten, wie schlecht die Welt und schlimm doch alles ist, packt er richtig mit an. Aus Vs Mund kommen auch keine abgedroschenen Phrasen, sondern mitunter geistreiche Denkanstöße, die noch einige Minuten später in meinen Gedanken hängen. Ein spannender Charakter, den ich auch nach der Preview-Session noch nicht 100% durchschauen kann.

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Gegner auf jeder Seite? Kein Problem.

Um zu erklären, wie V kämpft, müsst ihr eine Sache wissen: Er macht sich selbst nicht gern die Hände schmutzig. An seiner Seite stehen aus diesem Grund Shadow und Griffon, zwei Dämonen, die er befehligen kann. Sie sprechen mit ihm, als wären es Menschen und erledigen die gesamte Drecksarbeit in Form von Angriffen auf die Gegnerschar. Währenddessen hält sich V schön im Hintergrund und wartet, bis die Dämonen genügend Schaden gefressen haben, bevor er ihnen den Todesstoß mit seinem Stock verpasst. Über diese Fähigkeit verfügen seine Handlanger nämlich nicht.

Übrigens bin ich mir nicht sicher, ob die Haustiere tatsächlich sprechen können oder das nur in seinem Kopf stattfindet. Für das bisschen extra Magie und als zusätzliche, mysteriöse Komponente, kann V mit einem Fingerschnipp sein Haar weiß färben und einen Golem rufen, der ebenfalls für ihn kämpft. Ihr müsst euch also vorstellen, dass ihr zeitgleich Griffon, Shadow und Nightmare steuert, während ihr V mit dem Stick aus der Schusslinie haltet. Im Nahkampf ist er nämlich nutzlos. Das klingt unglaublich kompliziert, lernt man aber schon fast kinderleicht. Viel schiefgehen kann zu Anfang nicht, also einfach mal austesten! Als kleine Hilfestellung könnt ihr zudem über den rechten Analog-Stick jederzeit "Auto" anstellen und schon verbinden sich eure Attacken zu wunderbar krachenden Ketten, sodass schon bald alles auf dem Bildschirm knallt und explodiert.

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Mit Effekten geizt das Spiel nicht.

V und Nero sind allein bereits stark und können es gemeinsam mit einer Menge Feinde aufnehmen. Für den großen Dämonen, dem V bereits gegenüberstand, reicht das aber noch lange nicht. Deshalb bemüht sich der dunkle Poet um ein weiteres Mitglied für die Gruppe, das Devil May Cry-Fans bekannt sein dürfte: Dante! Der Demon-Hunter-Veteran bringt von Minute eins an eine extra Portion Coolness in das Game. Und das nicht nur, weil er sich wie der hoch gelevelte Held eines RPGs spielt. Schließlich ist er deutlich erfahrener als seine neuen Gefährten. Eine große Anzahl Spezialfähigkeiten und ein Haufen verschiedener Waffen stehen zur Verfügung, um ein paar Dämonenhintern zu treten. Mit Dante geht die Party erst so richtig ab!

In einigen Abschnitten ist bereits vorgeschrieben, welches Mitglied der Hack-and-Slay-Boyband ihr spielt. Manchmal ist der melancholische Denker gefragt, in anderen Teilen müsst ihr mit dem frechen Jüngling zocken und wieder andere Passagen erfordern den erfahrenen Dämonenkiller. Manch Kapitel erlaubt es auch, selbst zu entscheiden, mit wem es weitergehen soll. Habt ihr also bereits einen Liebling, könnt ihr direkt eine Extraportion Kämpfe mit ihm bestreiten. Hoffentlich hat man sich auch bei den Wahlabschnitten die Mühe gemacht und ein paar charakterspezifische Highlights gesetzt. Da das Game, typisch für DMC, gut 15 Spielstunden dauern soll, möchte ich so viel Zeit wie möglich mit meinem blonden Favoriten verbringen. Und wer erobert euer (Kämpfer-)Herz?

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Mit allerlei verschiedenen Kreaturen bekommt ihr es zu tun.

Neben den drei Helden stehen natürlich die Dämonen im Vordergrund, bei denen vor allem die Endgegner äußert fantasievoll daherkommen. Die jeweiligen Einführungssequenzen sehen optisch zwar ein bisschen klarer und aufregender aus als die tatsächliche Spielperformance, aber insgesamt gibt es an der Grafik wirklich nur wenig zu meckern. Nicht nur ihr Äußeres ist meist besonders groß und mächtig inszeniert, ihre Attacken und Strategien erfordern von euch außerdem eine Portion Kreativität. Nicht selten war ich gezwungen, die Ebene zu wechseln und meine Kampfstrategie zu verändern. Einfaches Buttonmashing führt selten zum Erfolg, hier müsst ihr schon ein paar spezielle Moves auspacken. Besondere Fähigkeiten können im Van von Nico gegen die In-Game-Währung erworben werden.

Als kleiner Technik-Freak bastelt sie zudem modifizierte Arme für Nero. Die kettenrauchende Dame begleitet euch nicht die ganze Zeit, kann aber an jeder beliebigen Telefonzelle gerufen werden. Ganz schön Retro! Ein Handy hatte neben den ganzen Ersatzarmen in Neros Hosentasche wohl keinen Platz mehr. Obwohl man Nico selten ohne Fluppe im Mund sieht, scheint sie sonst recht fit zu sein - und vor allem ein gutes Immunsystem zu haben, denn während Nero mit Jacke und langer Hose kämpft, rennt sie Bauchfrei durch die Gegend. Irgendwie habe ich dabei Cid-Flashbacks aus FF XV...

Entwickler/Publisher: Capcom - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One - Preis: ca. 60 Euro - Erscheint am: 8. März

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Über den Autor:

Franziska Behner

Franziska Behner

Freie Redakteurin

Die begeisterungsfähige Düsseldorferin hält sich eigentlich nur von Pixelspielen und Star Wars fern. Findet, dass in jedem Game Hasen(ohren) vorkommen sollten. Mit Kuchen und einem PS4-Controller in den Händen fast immer glücklich.

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