Apex Legends - Test: Aus dem Nichts eine Legende!

Respawn räumt gründlich im Battle-Royale-Segment auf.

Von wegen Trittbrettfahrer: Clever, energetisch und bis ins Detail durchdacht, liefert Respawn ein unverschämt aufregendes Battle Royale.

Was war das für eine Überraschung! Aus dem Nichts tritt auf einmal ein Spin-off zu Electronic Arts' 2016er Flop Titanfall 2 auf den Plan, und stellt das etablierte Machtgefüge unter den Battle-Royale-Spielen infrage. Dass dies gelingen würde, war aus verschiedenen Gründen alles andere garantiert. Denkt mal darüber nach: Apex Legends entstand auf der Basis eines Spiels, dessen Name so wenig Zugkraft entfaltete, dass EA ihn nicht einmal auch nur ansatzweise verwendete. Stattdessen griff man auf eine maximal generische und wie zufällig zusammengewürfelte Kombination beliebiger Videospielbegriffe zurück, die lieber mit dem Dauerbrenner PUBG um den Titel des dümmsten Namens konkurriert, als dass irgendein namentlicher Bezug zu Titanfall hergestellt würde.

Und dann auch noch die Zutaten, aus den dieses Spiel entstand: Hätte mir jemand vor einer Woche gesagt, die Entwickler von Titanfall 2 würden sich am gesättigtesten Genre aktuell - Battle Royale - versuchen, mit dem Willen, sich durch eingestreute Hero-Shooter-Elemente von der Konkurrenz abzusetzen, als wäre es wieder 2015 - ich hätte mich vermutlich direkt hingesetzt und damit begonnen, einen Nachruf auf dieses außergewöhnlich talentierte Studio zu schreiben. Darüber, was möglich gewesen wäre, was wir jetzt alles nicht mehr bekommen. Hätte, wenn und wäre. Titanfall 3 ... "ist es nicht zum Heulen?" und so weiter und so fort. Doch alles kam anders. Und das ist zur Abwechslung mal kein schieres Glück oder reiner Zufall, sondern ein vollauf verdienter, herbeigewollter Erfolg auf der ganzen Linie. Als gäbe es Karma wirklich.

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Die Karte hat genau die richtige Größe, und ist visuell wunderbar abwechslungsreich. Und ja, das rechts ist ein gewaltiger Schädelknochen, den man auch besteigen kann.

Für ein Spiel, von dem zu seinem Erscheinen noch nie jemand etwas gehört hatte, ist Apex Legends schon ein beeindruckend komplettes Paket. Es ist fast, als hätte Electronic Arts die letzten zwei Jahre über heimlich einen Early Access mit Zehntausenden vertraglich (oder tatsächlich) geknebelten Spielern laufen lassen, und kredenzte uns nun das ausgereifte Ergebnis dieser Mühen. Apex Legends ist sichtlich ein Produkt eines längeren Prozesses, das auf einer parallelen Fahrbahn zum Battle-Royale-Trend entstand. Keine Hauruck-Aktion, um sich ein Stück vom BR-Kuchen zu sichern. Mit Kurs auf die eigene Vision und noch sichtlich begeistert von Overwatch blickte Respawn beflissen nach links und rechts, um zeitgleich mit der Konkurrenz die wichtigsten Lehren zu ziehen. PUBG und Fortnite als unwesentliche Versuchskaninchen.

Man weiß wirklich nicht, wo man eigentlich anfangen soll, will man dieses außergewöhnliche Spiel jemandem auf eine Weise beschreiben, die ihm gerecht wird. Das wundert eigentlich, denn natürlich ist es in Sachen Struktur ein klassisches Battle Royale. Eine Insel, 60 Spieler - hier ausschließlich in Dreier-Teams -, Waffen und Rüstungen looten und wer als Letztes noch steht, dessen Mannschaft hat gewonnen. Abseits dessen lief hier aber so viel richtig, dass es jeder Beschreibung spottet, wie sehr Apex Legends doch sein eigenes Ding ist. Stunden über Stunden kann man sich hier vergnügen, weil dieser Shooter an sich einfach so fabelhaft funktioniert. Im Ernst, wenig anderes ist vergleichbar griffig und vermittelt diesen Sinn für hinreißend kraftvolle, energetische Bewegungen. Ich schrieb vor einer Woche ja bereits über die Freuden, auf dem Hosenboden einen Hunderte Meter hohen Hang hinunter zu schlittern. Aber Im Grunde wohnt jeder Interaktion in Apex Legends diese Art von Freude inne.

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Standardmäßig darf der Spieler, der als letztes seine Figur wählte, den Jumpmaster geben, steuert also die gesamte Gruppe beim Anflug auf die Karte. Noch so ein Feature, das die Teams eng zusammenhält, auch wenn man natürlich jederzeit aus der Formation ausscheren darf.

Ich könnte auch damit beginnen, ellenlang darüber zu schreiben, wie besonders und wichtig sich jeder einzelne Held - Entschuldigung: "jede Legende" - anfühlt. Jeder - beziehungsweise jede - für sich bringt interessante, spannend umgesetzte und nützliche Fähigkeiten mit. Die passiven, aktiven und ultimativen Skills jeder einzelnen Figur bringen eine sagenhafte Dynamik ins Spiel. Es beginnt im Kleinen: in den meisten anderen Spielen mit vergleichbaren Talentlayouts sind die Passives das Langweiligste überhaupt. Mehr Tragekapazität für dieses oder jenes, leicht schnellere Laufgeschwindigkeit, solche Dinge eben. In Apex Legends ist es einnehmender gelöst, denn schon die Passives fühlen sich "aktiv" und irgendwie individuell an.

Soldatin Bangalore steigert ihre Renngeschwindigkeit für kurze Momente ins Übernatürliche, sobald sie unter Beschuss gerät. Untoten-Mädchen Wraith hört Stimmen aus dem Jenseits, wann immer ihr Gefahr blüht. Roboter Pathfinder kann an bestimmten Stellen Computer hacken, um zu erfahren, wo sich der nächste Zielkreis befinden wird. Heilerin Lifeline projiziert einen schützenden Schild um sich und einen niedergestreckten Mitspieler, wenn sie ihn wiederbelebt. Riese Gibraltar schützt große Teile seines Körpers beim Zielen über den Lauf seines Gewehres durch einen Waffenschild, während Bloodhound die Fußspuren anderer Spieler sehen kann, die kürzlich den gleichen Weg gingen.

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Die Loot-Dichte ist gerade hoch genug, dass man sich schnell in die Action werfen kann, aber nicht so übertrieben, dass man es sich leisten könnte, sich direkt am ersten Ort zu verschanzen. Ihr sollt in Bewegung bleiben, was Leerlauf effektiv minimiert.

Bei den aktiven Skills, die über einen Cooldown in der Balance gehalten werden, tun sich recht bald clevere Synergien auf, die die Konkurrenz einfach nicht bieten kann: Lifeline lässt einen stationären Droiden fallen, der jeden Mitspieler heilt, der sich in der Nähe aufhält. Erzeugt Gibraltar nun noch seinen Kuppelschild um die Gruppe Spieler herum, hat man sich eine ganz persönliche kleine Festung aufgebaut, so vergänglich sie auch sein mag. Spielen Bangalore und Bloodhound im selben Team, kann erstere ein riesiges Gebiet mit Rauchgranaten eindecken, während letztere mit ihrem "Auge des Allvaters" alle Gegner für ihre Mitspieler kurz durch den Rauch hindurchscheinen lässt.

Und dabei haben wir die Ultimates noch gar nicht angesprochen. Wraith erzeugt beispielsweise ein Portal zwischen zwei Punkten, das alle Spieler nutzen können. Auf diese Weise kann man zum Beispiel Bloodhound in die Flanke des Gegners befördern, und dort mit ihrer aktiven Fähigkeit deren Position preisgeben. Dazu kommen Artillerieschläge und orbitale Bombardements (Bangalore bzw. Gibraltar, dessen Schild seine Teamkameraden davor schützt), verwirrende Ablenkmanöver mit Köderprojektionen (Mirage), Gasgranaten, die ein Gebiet eine Weile unzugänglich machen. Oder eine Zipline, die zwei irrsinnig weit entfernte Punkte miteinander verbindet und das Team so zum Beispiel auf eine erhöhte Position gelangen oder eine wichtige Flanke aufmachen lässt.

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Alle Charaktere bewegen sich gleich schnell. Größere Figuren fühlen sich träger an, weil ihre Kameraperspektive höher angesetzt ist und ihre Armanimationen beim Rennen langsamer sind.

Respawn verleiht seinen acht Akteuren mit der individuellen Ausgestaltung seiner Charaktere mehr Wiedererkennungswert und Originalität, ohne Berührungsängste zu wecken. Es reizt sehr, jeden zumindest einmal auszuprobieren oder eben munter durchzurotieren. Was dabei herauskommt, ist eins von diesen Spielen mit starkem Sandbox-artigem Wesen, weil sie zu Experimenten anregen, bei denen man immer und immer wieder feststellt: "Hey, das klappt ja! Wer hätte das gedacht!?" Apex Legends steckt voller Aha-Momente, die man andernorts nicht erlebt.

Diese Experimentierfreude nähert sich auch und vor allem daraus, dass einem auch nach Stunden immer noch wieder neue Details und Nuancen auffallen. Kleinigkeiten eigentlich, die sich immer weiter summieren, bis das Spiel beispiellos ausgereift und durchdacht wirkt: Dinge wie, dass man die Animation beim Hochziehen an einer Kante auch unterbrechen kann, um an ihr hängend einen Blick auf die Plattform zu werfen. Dass man auch beim Schlittern einen Hang hinunter noch einen Verbandskasten oder sonstige Verbrauchsgegenstände nutzen kann. Dass Ziplines immer in beide Richtungen nutzbar sind, ungeachtet ihres Gefälles, und dass man die Richtung sogar mittendrin ändern kann. Dass bestimmte Kombinationen aus Schlittern, Springen, Zipline und Schlagen euch immer schneller werden lassen.

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Die Farbe der Schadenszahlen verrät euch, welche Rüstung ein Gegner trägt und hilft euch, abzuschätzen, ob ihr draufhalten oder in Deckung gehen solltet.

Noch nicht genug gehört? Okay. Am linken Bildrand wird neben den Namen eurer Mitspieler angezeigt, wenn sie gerade schießen. Das HUD zeigt bei Schrotflinten immer an, welche Projektile einer Ladung ihr Ziel trafen. Das Spiel signalisiert Charakterwahlwünsche schon vorher, damit man sich nicht in die Quere kommt und ist sogar klug genug, einen Spieler, der seine Charakterwahl vergaß, nicht als Jumpmaster (das ist der Spieler, der bestimmt, wo gelandet wird - noch so ein Super-Feature!) einzusetzen, einfach weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass dieser gerade AFK ist.

Wie klingt für euch, dass man mit seinem Körper eine Türe so blockieren kann, dass man sie schon zerstören müsste, um hindurch zu gelangen und so seinen Team-Kollegen eine Wiederbelebung ermöglicht? Was wäre da noch? Die Art und Weise zum Beispiel, wie das Spiel sein Loot bzw. seine Waffenaufsätze organisiert. Klar farbkodierte Extras von Zielfernrohren bis Rüstungen in drei Stufen (weiß bis lila) wären im Grunde schon genug, um für reichlich Schnappreflexe zu sorgen und das Looten zu einer ziemlich befriedigenden Angelegenheit zu machen.

Trotzdem integrierte Respawn mit der goldenen noch eine super-rare vierte Stufe - und die besitzt dann auch noch eine passive Fähigkeit. Mit dem goldenen Knockdown-Schild (wurde man niedergestreckt, kann man sich so in eine Richtung vor Beschuss schützen) etwa könnt ihr euch einmal selbst wiederbeleben. Ein goldener Rucksack bedeutet unterdessen, dass ihr alle Verbrauchsgegenstände deutlich schneller benutzen könnt, während ein goldener Helm einen schnelleren Cooldown der Fähigkeiten zur Folge hat. Diese Dinge nur als Beispiel, um anzudeuten, wie Apex Legends sein Loot attraktiver präsentiert als die Konkurrenz. Ebenfalls deutlich wird das in den robotische Zecken, die, gut versteckt, auf der Karte zu finden sind und immer lukratives Loot enthalten.

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Und es gibt keinen Fallschaden, was wunderbar erfrischend ist und für tolle Superheldenfilm-Momente sorgt. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz, was vor allem daran liegt, dass ihre Sprecher einen ausgezeichneten Job machen.

Spätestens, wenn man die Hierarchie der fein ausbalancierten Ausrüstung verstanden hat, weiß man auch das Inventar zu schätzen, das einem so unendlich viel Arbeit abnimmt: bessere Waffenaufsätze als die, die man hat, wandern automatisch auf die entsprechende Art von Schießprügel, das HUD zeigt dem Spieler sogar an, ob er bereits etwas Besseres besitzt. Ein Rechtsklick verschiebt ein Zielfernrohr von einer Waffe auf die andere - sofern zulässig - und überhaupt merkt man, wie gut dieses Inventar ist, daran, dass man es seltener offen hat als bei der Konkurrenz.

Dieses Spiel spricht einfach eine sehr klare Sprache mit euch, hält mit nichts hinterm Berg und legt alles, was ihr wissen müsst, stets überdeutlich für euch da. Ihm ist überhaupt sehr viel an Kommunikation gelegen, womit wir schon beim vielleicht besten Feature dieses - und das nehme ich jetzt mal vorweg - herausragenden Spiels wären: das Ping-System. Im Grunde ist es von vornherein ein Handikap gewesen, dass Apex Legends nur Dreierteams zulässt. Nicht jeder von uns wurde mit dem Headset auf den Ohren geboren und hat Lust, sich unentwegt mit anderen Spielern austauschen. Vor allem nicht mit Fremden. Respawn setzte sich also hin und erdachte das ausgefeilteste wortlose Kommunikationssystem, das mir je untergekommen ist und setzt Standards für alle kommenden Mehrspielertitel.

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Jeder Kartenbereich bringt eigene taktische Herausforderungen und Möglichkeiten mit.

Wer keine Lust hat, muss nicht ein einziges Wort verlieren. Blickt einfach einen Gegenstand oder ein Ziel an und drückt die entsprechende Taste. Euer Charakter macht dann eine lautstarke Meldung an seine Mitspieler, während auf dem HUD eine Markierung an der Stelle erscheint, die ihr gerade anblicktet. "Feinde hier!", "Rauchbombe da", "diese oder jene Ausrüstung hier", "dort drüben müssen Gegner gewesen sein" - aber auch Ausgefuchsteres ist möglich, etwa Einrichtungskommando zu verneinen. Oder wenn ihr in eurem Inventar einen fehlenden Ausrüstungsgegenstand beziehungsweise Munitionsmangel moniert. Wenn dann Momente später ein Mitspieler, den noch nie getroffen habt, das gesuchte Item für euch per Ping markiert, ist die Freude groß.

Pingt ihr den Gegenstand aus der Ferne ebenfalls an, meldet ihr Bedarf an, und sobald ihr ihn aufhebt, dürft ihr euch mit der H-Taste (Steuerkreuz unten) bedanken. Derselbe Knopf warnt eure Mitspieler bei Beschuss und verrät ihnen sogar mit welcher Waffe auf euch angelegt wurde. Geradezu spielerisch regt Apex Legends zu Kooperation und Absprache an und tut so gleichzeitig viel für den Zusammenhalt vollkommen fremder Spieler. Kaum zu glauben, dass die Multiplayer-Welt so lange ohne genau dieses Feature auskommen musste. Ich befürchte, nach Apex Legends werde ich mich in anderen kompetitiven Shootern nackt und alleingelassen fühlen.

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Neue Waffenskins tauscht ihr im Store gegen Crafting-Materialien ein, die ihr wiederum in Lootboxen erhaltet. Hier könnte es zum Grind kommen, wenn man wert auf Legendaries legt. Dann wiederum habe ich rare und bessere Skins auch schon einfach so als Belohnung erhalten.

Das hilft natürlich auch, den Einstieg in ein eigentlich recht komplexes Spiel so geschmeidig wie möglich zu gestalten. Aber auch die Art der Schlachten, die man schlägt, erklärt ein wenig die explosionsartige Popularität dieses Titels. Die hohe Time-to-Kill erfordert es zum Beispiel, Überzahlsituation zu kreieren oder den Beschuss entsprechend zu koordinieren und gibt zusammen mit den individuellen Skills der Charaktere Spielern, die weniger zielgenau schließen, eine Chance auch mal zu triumphieren. Und selbst, wenn man das Wiederbelebungsfenster verpasste, oder direkt mit einer der spektakulären Animationen exekutiert wurde, können die Mitspieler das Banner eines Gefallenen noch zu einer Respawn-Station tragen, und ihren Kollegen so - ohne Ausrüstung zwar, aber immerhin lebendig - ins Match zurückholen. Dieses Spiel ist einfach auf so vielen Wegen entgegenkommend, da fehlen einem die Worte.

Dazu passt das faire Free-to-play-Modell, bei dem man Geld für Kosmetika springen lassen kann, aber auch immer mal wieder für Levelaufstiege eine Lootbox mit Kostümen, Waffenskins, Emblemen fürs Banner oder Charaktersprüchen oder -Animationen einfach so bekommt. Spielerische Auswirkungen haben die Mikrotransaktionen nicht, wenngleich zwei der insgesamt acht Charaktere entweder gekauft oder etwas langwierig freigespielt werden wollen. Abgesehen davon, denkt man in Apex Legends nur sehr selten darüber nach, dass man es hier mit einem Free-to-play-Spiel zu tun hat. Bisher kann man nicht einmal die Crafting-Materialien kaufen, aus denen man Waffenskins und Konsorten anfertigt. Alles richtig gemacht, Respawn.

Und das ist im Grunde auch schon das überraschende Fazit über ein Spiel, das so unversehens da war, wie wenige andere zuvor und plötzlich als ernstzunehmender Konkurrent der Massenphänomene Fortnite und PUBG in aller Munde ist. Von der Optik über das griffige und motivierende Bewegungsmodell und das kraftvolle Feedback, das das gut sortierte Arsenal an futuristischen Waffen liefert, bis hin zu den jeder auf seine Art spannenden und dynamisch aufeinander abgestimmten Helden - es stimmt einfach alles. Aber auf die Art, die weniger von einer Vermeidung von Fehlern zeugt als von einem Reichtum an Erfahrung und ausgezeichneten Ideen, wie man diesem Genre noch ein paar neue Tricks beibringen könnte.

Battle Royale generierte mit seinem Regelwerk schon immer wie selbstverständlich spannende Geschichten, an die man sich gerne erinnert. Apex Legends' asymmetrisch talentierte Heldenriege potenziert diesen Hang zum Abenteuerlichen noch einmal deutlich. Dafür bin ich aufrichtig dankbar und fast ein wenig in Ehrfurcht erstarrt. Ich bin in Apex Legends bislang noch deutlich schlechter als in jedem anderen Spiel dieser Art. Trotzdem habe ich wahnsinnige Probleme, mich von ihm loszueisen, spiele im Kopf Charakterkombinationen und -taktiken durch, betreibe Manövernachlese vom letzten Match und wundere mich schon gar nicht mehr, wenn ich während der Spielvermittlung auf eine Uhr schaue, die mir 2:21 anzeigt. Ich denke, das sagt euch alles, was ihr wissen müsst.

Meine Güte, bin ich froh, dass ich statt eines Nachrufes auf Respawn Entertainment diesen Liebesbrief schreiben durfte.

Entwickler/Publisher: Respawn Entertainment/EA - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One - Preis: Free-to-play - Erscheint am: erhältlich- Sprache: Deutsch/Englisch - Mikrotransaktionen: Ja, Kosmetisches - Getestete Version: PC

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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